Im Zuge der Nachverdichtung soll im Ansbacher Stadtteil Eyb eine Wohnanlage mit 26 Wohnungen gebaut werden. Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat einstimmig, die Öffentlichkeit ein zweites Mal zu beteiligen. In der ersten Runde hatten die Bürger das Projekt allerdings abgelehnt.
Konkret geht es um vier zusammenhängende Grundstücke entlang der Eichenbachstraße. Sie haben eine Gesamtfläche von rund 2600 Quadratmetern. Das Areal wird von der Sternstraße und der Straße Am Hirtenfeld begrenzt. Der Vorhabensträger will hier eine dreigeschossige Mehrparteienanlage mit 26 Wohneinheiten errichten, wie Stadtplanerin Andrea Heinlein im Bauausschuss berichtete.
Die Wohnungen sollen eine Größe zwischen 54 und 90 Quadratmetern haben, wie es im Stadtrat bereits im Jahr 2021 hieß. Das Ansbacher Wohnbaumodell, wonach mindestens 25 Prozent der Wohnfläche für geförderten Mietwohnungsbau zu sichern sind, kommt zum Einsatz.
Das Projekt ist nicht neu. Im Oktober 2021 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung damit, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Das war notwendig, weil der bestehende Bebauungsplan für das Areal nur eine eingeschossige Bebauung mit geneigten Dächern vorsieht.
Wie üblich bei solchen Verfahren wurde im Anschluss die Öffentlichkeit ein erstes Mal beteiligt. Jetzt, vier Jahre später, stellte Heinlein die Ergebnisse der Beteiligung vor. Die lange Wartezeit begründete die Stadtplanerin damit, dass ein umfangreiches Lärmgutachten für diese Verzögerung gesorgt habe.
Einer der größten Kritikpunkte im Rahmen der Beteiligung war die Zufahrt zu der neuen Wohnanlage, beziehungsweise zur Tiefgarage. Ursprünglich war vorgesehen, das Areal von Norden über die Straße Am Hirtenfeld, also direkt durch das Wohngebiet, zu erschließen. Davon sei man jetzt abgerückt, sagte Heinlein. Stattdessen soll die Zufahrt über die Eichenbachstraße erfolgen.
Neben den Trägern öffentlicher Belange haben sich freilich auch Bürgerinnen und Bürger zu dem Bauvorhaben geäußert. Heinlein ersparte es den Stadträtinnen und Stadträten, die rund 40 Seiten an Stellungnahmen im Detail durchzugehen. Der Grundtenor spricht indes eine deutliche Sprache: „Wir haben ein einheitlich ablehnendes Meinungsbild der Bürger”, fasste die Stadtplanerin zusammen.
Neben der aus Sicht der Verwaltung gelösten Zufahrtsproblematik wurde die Anzahl der Stellplätze in der Tiefgarage als unzureichend bezeichnet. Die Stellungnahme der Verwaltung dazu: „Die Parkplätze werden satzungskonform hergestellt.” Anders ausgedrückt: Die Zahl der Stellplätze passt zu den städtischen Vorgaben.
Die weitere Kritik bezog sich auf zunehmenden Lärm, den Verlust von Grünflächen und auf den Baukörper selbst, der nach den Ausführungen der Bürgerinnen und Bürger als überdimensioniert bezeichnet wird und sich dementsprechend nicht in die bestehende Bebauung einfügt. „Eine Nachverdichtung ist aus städtebaulicher Sicht gewollt”, verdeutlichte Heinlein hingegen die Haltung der Verwaltung.
Die Grünen fanden es gut, „dass wir bei dem Projekt weiterkommen”, sagte Sabine Stein-Hoberg. Jochen Sauerhöfer (CSU) zeigte sich etwas zwiegespalten. Die veränderte Zufahrt, die Anwendung des Wohnbaumodells und die Schaffung von neuem Wohnraum begrüßte er. Andererseits sei das schon eine ordentliche Bebauung. „Ich weiß nicht, ob das da passt.” Ähnlich äußerte sich auch Manfred Stephan (BAP), was die Baumasse betrifft.
Die Entscheidung, ob man das Bauvorhaben genehmige oder nicht, liege in den Händen der Stadträtinnen und Stadträte, machte Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) deutlich. Er regte allerdings an, erst die zweite Öffentlichkeitsbeteiligung und die Ergebnisse darauf abzuwarten.