Der edle Saft, der aus eingemaischten Trauben gewonnen wird, spielt in der Rothenburger Gastronomie eine zentrale Rolle. Da ist es nur konsequent, dass dieses wichtige Kulturgut im Herzen der Altstadt wieder eine große Bühne hat. Zur Eröffnung des Weindorfes fand sich standesgemäße Prominenz ein.
Die Rede ist von der Fränkischen Weinkönigin Lisa Lehritter aus Frickenhausen, die mit Unterstützung der Weinprinzessinnen Sophia Gundel (Tauberzell), Xandra Endreß (Ulsenheim) und Julia Schmidt (Ippesheim) sowie der bayerischen Biokönigin Raphaela Lex aus Erding der Veranstaltung einen schönen Verlauf wünschte.
Die „tolle Atmosphäre“ der Stadt und das Thema Wein passten wunderbar zusammen, meinte Eva Lehritter und empfahl Gespräche mit den Winzern, deren Produkte eine große Vielfalt verkörperten.
Oberbürgermeister Dr. Markus Naser bezeichnete das Weindorf als „eine unserer schönsten und gemütlichsten Veranstaltungen“. Das Motto laute „Qualität vor Quantität“. Die Anbieter seien optimal vorbereitet, und der Wetterbericht lasse sich gut an, so der OB, bevor er das Weindorf offiziell für eröffnet erklärte.
Angestoßen wurde mit einem halbtrocken ausgebauten Helios des Jahrgangs 2023, ein Weißwein des Ippesheimer Winzers Tommy Neumeister. Das Weindorf läuft bis Sonntag, 18. August. Am Donnerstag, 15. August, ist von 17 bis 23 Uhr Betrieb, am Freitag, 16., und Samstag, 17. August, von 16 bis 24 Uhr. Zum Finale am Sonntag, 18. August, ist es von 12 bis 22 Uhr zugänglich.
Der Rebenanbau zwischen Rothenburg und Tauberzell war vor allem durch ortsansässige Klöster jahrhundertelang gefördert worden. Der Weinberg am Tauberhang im Westen der Altstadt, der bis vor etwa 100 Jahren durchgängig bewirtschaftet wurde, lag danach lange brach, bis sich vor einem Vierteljahrhundert die Winzerfamilie Thürauf daran machte, ihn zu rekultivieren.
Es gibt dort auch einen Rebsorten-Lehrpfad. Das Weindorf ist eine Reminiszenz an die Bedeutung der Weinkultur in Stadt und Region.