Die Firma Knauf erweitert ihr Gipsabbaugebiet auf ihren Flächen in Markt Nordheim. Links der Ortsverbindungsstraße zwischen Herbolzheim und Markt Nordheim soll dies auf einer Fläche von 14,9 Hektar geschehen und etwa einen Kilometer südlich von Herbolzheim Richtung Oberntief sind es 9,6 Hektar.
Im Gemeinderat erläuterten diese Woche seitens der Firma die Diplom-Agraringenieurin Karin Gabriel, Referentin für Grundstücksverkehr, und Uwe Schirmer, der Leiter des Betriebskreises Rohsteingewinnung Franken, die Vorhaben. Wie er ausführte, gewinne Knauf die Rohsteine zwischen Bad Königshofen und Schwäbisch Hall – und in Hüttenheim unter Tage. Die Maßnahmen wurden im Hauptbetriebsplan bereits festgelegt. Rund fünf bis zehn Meter geht die Firma ins Erdreich hinein.
In der Sitzung ging es darum, Details zu besprechen. Dies betraf im Wesentlichen die Wege- und Grundstückssituation. Naturschutzbelange und Ausgleichsflächen sind zu berücksichtigen.
Was das Gebiet südlich Herbolzheim anbelangt, erweitert man in nordöstliche Richtung. Dort befinden sich Streuobstwiesen und -bäume. Diese bleiben laut Schirmer im Wesentlichen von der Maßnahme verschont Man müsse am Ende voraussichtlich einen Bereich zwischen zwei bis fünf Metern in der Erde wieder rekultivieren. Die Maßnahme werde über das Bergamt Nordbayern geregelt. Für den Bereich Herbolzheim-Markt Nordheim, vis-a-vis dem Gebiet Sieben Buckel, werden ein bis zwei Hektar immer offen sein, so Schirmer.
Der Gipsabbau soll im Herbst 2024 nach der Ernte beginnen, falls das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist und etwa zehn bis 15 Jahre dauern, erklärte Schirmer.
Schirmer sagte, dass die Bautätigkeit wieder zunehme – und angesichts der Energiewende falle die Produktion von Reha-Gips im Jahr 2030 beziehungsweise 2038 weg. Reha-Gips wird aus dem Rauchgas von Kohlekraftwerken gewonnen. Doch aus der Rauchgasproduktion fallen mit dem Ausstieg aus der Kohleenergie rund vier Millionen Tonnen Gips weg – in Deutschland werden aber zehn Millionen Tonnen benötigt. Dies werde die Nachfrage nach Naturgips beleben.
Karin Gabriel versicherte dem Bürgermeister, dass nach der Maßnahme das Ackerland wieder als solches bebaut werden kann. Denn für ihn war die Frage „Wie stehen wir nachher da?“ von Belang. In diesem Zusammenhang verwendete er auch das Wort „Ausbeutung“. „Es ist nicht so, dass wir verbrannte Erde hinterlassen“, so die beiden Referenten. Was das Waldgebiet Häslein anbelangt, sei die Rekultivierung schon eingefädelt worden, sprich: Der Kontakt mit dem Förster sei hergestellt worden.
Im Gemeinderat kamen auch die Wanderwege in diesem Bereich zur Sprache. Die Wanderwege MN 2 und MN 5 werden an den Sieben Buckeln teils neu geführt. Dies wird mit allen Beteiligten noch ausgeklügelt werden. Die verschiedenen Schichtenstufen sollen in jedem Fall zu sehen sein.