Kleiner Rover, große Mission - „Idefix“ soll Phobos erkunden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.10.2026 22:46

Kleiner Rover, große Mission - „Idefix“ soll Phobos erkunden

„Idefix“ - hier ein Modell - soll selbstständig den Marsmond Phobos erkunden.  (Foto: Ehsan Monajati/dpa)
„Idefix“ - hier ein Modell - soll selbstständig den Marsmond Phobos erkunden. (Foto: Ehsan Monajati/dpa)
„Idefix“ - hier ein Modell - soll selbstständig den Marsmond Phobos erkunden. (Foto: Ehsan Monajati/dpa)

Rauschender Applaus und Erleichterung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München: „Idefix“ ist auf dem Weg. Der Rover, gebaut in Deutschland und Frankreich und benannt nach dem Hündchen aus den „Asterix“-Comics, startete als Teil der japanischen Weltraummission „MMX“ (Martian Moons eXploration). Pünktlich um 21.41 Uhr MESZ hob die H3-Trägerrakete am japanischen Weltraumbahnhof auf Tanegashima ab. 

Der Start der MMX-Mission wurde in Oberpfaffenhofen live übertragen. Das dortige Institut für Robotik und Mechatronik hat die „Idefix“-Projektleitung im DLR. 

Europäischer Missionsanteil: der „MMX“-Rover „Idefix“

„Idefix“ soll Raumfahrt-Geschichte schreiben. Der Mini-Rover soll erstmals auf einem Marsmond landen und die unbemannte Landung des Mutterraumschiffs vorbereiten. Wenn alles gut geht, soll ein Rückkehrmodul im Jahr 2031 Bodenproben vom Marsmond Phobos und damit aus dem Marssystem zur Erde bringen - das wäre ein Meilenstein. 

„Idefix“ wurde vom DLR und der französischen Raumfahrtagentur CNES (Centre National des Etudes Spatiales) für die „MMX“-Mission entwickelt und gebaut. Es sei ein großes technisches Abenteuer, sagt die DLR-Vorstandchefin Anke Kaysser-Pyzalla. 

Allein die Landung von „Idefix“ auf Phobos - die erste überhaupt - sei risikoreich und herausfordernd. Die Wissenschaft erhoffe sich von der Mission Erkenntnisse darüber, „wie Phobos aussieht, wie Phobos zusammengesetzt ist - und wie Phobos entstanden ist“. 

So schwer wie eine Traube  

Bis dahin ist Geduld gefragt. Nach rund einjähriger Flugzeit soll die „MMX“-Sonde in die Mars-Umlaufbahn einschwenken. Voraussichtlich 2029 soll das Raumschiff den Rover aus etwa 40 bis 100 Metern Höhe auf Phobos abwerfen. Beim Aufkommen könnte „Idefix“ aufgrund der geringen Anziehung auf dem Mini-Mond ein paar Hopser machen: Wiegt er auf der Erde 25 Kilo, so sind es auf Phobos nur noch ein paar Gramm - so viel wie eine Traube, wie der DLR-Systemingenieur Fabian Buse erläutert. 

„Absolutes robotisches Neuland“ 

„Idefix“ soll sich dann selbstständig aus einer beliebigen Lage aufrichten, die Solarpaneele aufklappen - und 100 Tage lang den unbekannten Boden auskundschaften. „Auf Phobos zu landen und zu fahren ist absolutes robotisches Neuland“, sagt Markus Grebenstein, DLR-Projektleiter für „Idefix“. 

Der Rover muss extremen Bedingungen trotzen: Laut DLR herrschen zwischen minus 170 Grad und plus 70 Grad Celsius. 

Zuständig für den Betrieb von „Idefix“ sind ein Kontrollzentrum des DLR in Köln und ein Kontrollzentrum in Toulouse. Das deutsch-französische Team absolviert Checks und Instrumentenkalibrierungen, auch ein Software-Update ist im Flug geplant. Das Team bereitet zudem den Einsatz auf Phobos vor und trainiert spätere Abläufe. 

Die Mission soll unter anderem die Frage klären helfen, ob die Marsmonde - der zweite heißt Deimos - Asteroiden sind oder nach einem Meteoriteneinschlag auf dem Mars entstanden.

© dpa-infocom, dpa:261019-930-864052/1


Von dpa
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