Klein, aber oho! Warum diese unscheinbare Brücke in Bürglein einen Preis wert ist | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.06.2025 09:00

Klein, aber oho! Warum diese unscheinbare Brücke in Bürglein einen Preis wert ist

Nicht einmal fünf Meter beträgt die Spannweite dieser Brücke in Bürglein, die trotz anfänglicher Bedenken in der Öffentlichkeit mit erheblichem Aufwand saniert wurde. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)
Nicht einmal fünf Meter beträgt die Spannweite dieser Brücke in Bürglein, die trotz anfänglicher Bedenken in der Öffentlichkeit mit erheblichem Aufwand saniert wurde. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)
Nicht einmal fünf Meter beträgt die Spannweite dieser Brücke in Bürglein, die trotz anfänglicher Bedenken in der Öffentlichkeit mit erheblichem Aufwand saniert wurde. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)

Acht vorbildlich renovierte Denkmäler in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sowie in der Stadt Ansbach hat der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr ausgezeichnet. Darunter ist auch eine kleine, aber feine Brücke in Bürglein.

In dem Ortsteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach, wurde eine kleine, einbogige Steinbrücke sorgfältig saniert. Nach Einschätzung des Bezirks wurde dabei viel Aufwand betrieben für ein eher unscheinbares Bauwerk mit einer lichten Bogenspannweite von nicht einmal fünf Metern. Aber diese kleine Brücke über den Bürgleinsbach sei schon lange ein unverzichtbarer Bestandteil der örtlichen Infrastruktur und werde dies – dank der Wiederherstellung und Verbesserung seiner Tragfähigkeit – auch in Zukunft bleiben können, heißt es in der Laudatio zur Preisverleihung.

Das Fundament ruht auf Eichenpfählen

Aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert stammt die Bogenbrücke, die ähnlich noch häufiger in der Gegend zu finden ist. Der gemauerte Bogen aus Blasensandstein sitzt auf einem steinernen Fundament, das auf Eichenspickpfählen ruht. Obwohl die Traglast der Brücke bereits vor der Sanierung für den Schwerlastverkehr auf zehn Tonnen beschränkt worden war, wurde der Funktionsbau immer instabiler. Unsachgemäße Eingriffe im Umfeld der Brücke hatten ihren Zustand weiter verschlechtert.

Die Fahrbahn hatte sich gesenkt, die Gründung war nicht mehr stabil. Die Sedimentierung unterhalb der eingewachsenen Brücke hatte den Wasserdruck erhöht, was als Folge – neben streuzsalzbedingtem Angriff straßenseits – auf Bachhöhe die Sandsteinsubstanz stark schädigte.

Auch wenn seitens der Öffentlichkeit zunächst eher Skepsis gegenüber einer Sanierung und eher der Wunsch nach einer neuen Brücke bestand, wagte man doch eine Sanierung, obwohl diese von einer längeren Verkehrsumleitung begleitet sein würde. Zunächst wurde sondiert, der Bewuchs und das Sediment beseitigt, der Wasserlauf ausgebaggert. Dann konnte ein neuer Betonrahmen fundamentiert werden, der den Bogen zugleich miteinander verspannt.

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Mehrere Spannanker wurden in die Brücke eingezogen

Die akribisch geplante und technisch aufwendige Maßnahme wurde gestützt durch den Einzug von mehreren Spannankern. All das sorgt nun dafür, dass sich die Traglast auf 15 Tonnen erhöhte. Der Sandstein wurde überarbeitet. Hohlräume hat man gefüllt und mit restauratorischem Mörtel neu verfugt. Fehlende Steine wie etwa einer der Eckabweiser an der gemauerten Brückenbrüstung sind ersetzt.

Im wahrsten Sinne des Wortes handelt es sich laut dem Bezirk Mittelfranken bei dieser Maßnahme um einen „trag-fähigen“ Glücksfall. Die gelungene, fachkundige und planerisch herausfordernde Maßnahme könne ähnlichen Brückenbauten der Umgebung als Vorbild dienen, heißt es abschließend.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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