Klassiker witzig interpretiert: Ansbacher Theater zeigt „Des Kaisers neue Kleider” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.11.2025 10:30

Klassiker witzig interpretiert: Ansbacher Theater zeigt „Des Kaisers neue Kleider”

Der Kaiser ist ein Fatzke. Die Clowns spiegeln ihm das wider – eine Szene aus „Des Kaisers neue Kleider” am Theater Ansbach mit Sophie Weikert, Otto Beckmann und Margherita Campostrini (von links). (Foto: Jim Albright)
Der Kaiser ist ein Fatzke. Die Clowns spiegeln ihm das wider – eine Szene aus „Des Kaisers neue Kleider” am Theater Ansbach mit Sophie Weikert, Otto Beckmann und Margherita Campostrini (von links). (Foto: Jim Albright)
Der Kaiser ist ein Fatzke. Die Clowns spiegeln ihm das wider – eine Szene aus „Des Kaisers neue Kleider” am Theater Ansbach mit Sophie Weikert, Otto Beckmann und Margherita Campostrini (von links). (Foto: Jim Albright)

Mit einem Märchenklassiker startet das Theater Ansbach am Samstag in die Adventszeit. Frank Siebenschuh inszeniert Hans Christian Andersens „Des Kaisers neue Kleider“ in einer neuen und sehr witzigen Interpretation für die Bühne hinterm Eisernen.

Das Märchen kennen viele. Aber für Frank Siebenschuh ist das gar nicht so entscheidend, da die Geschichte für sich spreche, auch ohne Andersens Vorlage zu kennen. Frank Siebenschuh ist am Theater Ansbach kein Unbekannter, war als Schauspieler und Regisseur hier schon mehrfach zu erleben, etwa in „Der Trinker“. Inszeniert hat er am Haus „Oskar und die Dame in Rosa“, „Die Präsidentinnen“ oder auch „Deutschland. Ein Wintermärchen“.

Verliebt in sein Äußeres

Der Kaiser ist so ganz in sein Äußeres, inklusive schöner und edler Gewänder verliebt. Parallel vernachlässigt er seine Pflichten als Monarch. Durch zwei Fremde, die seine Eitelkeit auf die Spitze treiben, wird dies immer deutlicher. „Der Kaiser merkt das aber erst gar nicht“, so der Regisseur, „dass die beiden Narrentypen ihn nach allen Regeln der Kunst vorführen, was auch den Witz des Stücks ausmacht“.

„Unsere Fassung“, so Siebenschuh, „ist für vier Personen gesetzt. Für eine größere Besetzung haben wir gerade keine Möglichkeiten“. Aber das klappt mit Margherita Campostrini, Nicole Schneider, Sophie Weikert und Otto Beckmann sehr gut.

Die Geschichte bleibt erhalten

Die Story des Märchens, sagt er, bliebe erhalten, allerdings werde die Handlung etwas ausgebaut. „Wir schicken“, so der Regisseur, „dem König zwei Clownsfiguren, die ihm in übermütiger Narrenart zeigen sollen, was er für ein eingebildeter Mensch ist“. Die beiden würden dort allen möglichen Schabernack mit ihm treiben, den Monarchen langsam als den eitlen Typen vorführen, der er war. Einen ganz besonderen edlen Stoff versprechen sie dem selbstverliebten Herrscher, den nur er sehen könne. Mit den Narrenfiguren würde das sehr gut funktionieren, alle anderen hätten sich nicht getraut, ihm das zu sagen. Ausstatterin Tame Priwitzer hat dazu einen Mini-Thronsaal sowie die Kostüme entworfen.

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Siebenschuh verspricht eine spielfreudige und unterhaltsame Neuinterpretation des Klassikers. Für Märchenkenner ebenso, wie für Märchenneulinge. Für beide gebe es vieles zu entdecken, zum Lachen und Schmunzeln. Über den Humor soll die Geschichte erzählt werden. „Im besten Fall“, fügt er noch an, „hätten alle im Publikum, das Ensemble sowieso, etwa 60 Minuten einen Riesenspaß, während die beiden Quatschmacher den Kaiser in seiner übertriebenen Eitelkeit entlarven und ihm das auch nach und nach deutlich machen“.


Von ELKE WALTER
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