Vier brennende Kerzen am Adventskranz und ein weihnachtlich geschmückter Baum. Und das am 1. Advent. Beides sorgte beim Konzert in der evangelischen Stadtkirche Windsbach für fragende Blicke. Dekan Klaus Schlicker gab die entsprechende Erklärung gleich zu Beginn: Ein TV-Mitschnitt für den Gottesdienst an Heiligabend sollte entstehen.
Aufmerksamen Besucherinnen und Besuchern sind sicherlich auch der rote Lastwagen bei der Kirche aufgefallen. Das Team von „ERF – Der Sinnsender“ hatte seinen Aufnahmewagen dort abgestellt. In der Kirche standen Kameras und viele Meter Kabel waren verlegt worden. Nach der Begrüßung von Dekan Schlicker, begannen die Chöre mit ihrem Programm. Gefilmt wurden nur ausgewählte Lieder, etwa des Kinderchores der Kantorei oder des Männergesangvereins Eintracht Windsbach.
Das Schlaggeräusch der Filmklappe signalisierte den Drehbeginn. Aufgenommen wurden auch einige Gemeindelieder und Weihnachtslieder am Beginn der Adventszeit. Alle sangen mit.
„Bis der Dreh überhaupt beginnen konnte, waren im Vorfeld aber einige Vorbereitungen notwendig“, erzählte der Dekan. Das sei schon recht aufwendig gewesen, ergänzt er. Den Sender, der hauptsächlich Themen rund um den christlichen Glauben behandelt, kennt Schlicker schon lange. Er ist dort auch immer wieder bei Radiosendungen vertreten.
Zum ersten Mal kam die Idee des weihnachtlichen Gottesdienstes aus Windsbach im Sommer 2024 auf. Zunächst sei der zweite Advent im Gespräch gewesen, berichtet Schlicker. Dann sei aber auch der Weihnachtsgottesdienst selbst in den Fokus gerückt.
TV-Gottesdienste hätten vor allem während der Corona-Zeit, aber auch danach, für viele Menschen an Bedeutung gewonnen, sagt der Windsbacher Dekan. Neben der Radiosendung, wird der Gottesdienst auch auf Bibel-TV, einem ökumenisch konzipierten Online-Kanal gezeigt.
Die Vorplanungen hatten es in sich. Ein Drehbuch musste erstellt werden: mit Lesung, liturgischem Ablauf, musikalischer Gestaltung, also Orgel, Posaunenchor sowie dem weihnachtlichen Anlass entsprechenden Liedern. Und natürlich der Predigt. Seine Predigt, so der Dekan, sei vorab vom Lektorat des Senders durchgesehen worden. Zum Glück habe alles so weit gepasst. Wesentlich sei da auch die Länge gewesen, da die Aufnahme einem festen Zeitfenster entsprechen muss.
Allerdings war neben vielem anderen auch die Dreh-Zustimmung aller Beteiligen, vor allem auch der Eltern, erforderlich gewesen. „Kein großes Problem, aber es musste halt gemacht werden.“ Dankbar sei Schlicker auch für die tolle Unterstützung des Kamera-Teams sowie von Regisseur Jürgen Würzinger gewesen.
Auch außerhalb des eigentlichen Drehs gab es einige Dinge zu beachten. Etwa Fragen der Kleidung, technischer Anforderungen wie der Stromversorgung, oder auch der Gema bezüglich der Liedauswahl. Zudem mussten die Verpflegung des achtköpfigen Teams sowie die Auf- und Abbauarbeiten organisiert werden.
Das alles sollte schon viele Wochen vor Weihnachten in Angriff genommen werden. „Etwas ungewöhnlich, wenn die Kirche da zum vorweihnachtlichen Film-Set wird“, findet der Dekan rückblickend. Trotz der vielen Anforderungen habe es aber großen Spaß gemacht. Alle Mitwirkenden und das Helferteam, darunter auch drei Konfirmanden, hätten mit großem Einsatz an diesem Projekt mitgewirkt. „Da ist in Gemeinschaft etwas sehr Schönes entstanden.“
Die vielen einzelnen Filmschnipsel, die an den beiden Tagen zusammen kamen, mussten im Anschluss an das Wochenende in der Filmabteilung des Senders zu einem stimmigen Fernseh-Gottesdienst zusammengebaut werden. Gesehen hat der Windsbacher Dekan die endgültige Fassung noch nicht. Der Sender habe aber bereits signalisiert, dass alles gut gelaufen sei.
Ausgestrahlt wird der Gottesdienst aus der Windsbacher Stadtkirche an Heiligabend online auf Bibel-TV um 17.15 Uhr. „Niemand muss aber auf den Gottesdienst in der eigenen Gemeinde verzichten, da der TV-Gottesdienst auch vier Wochen danach noch in der Mediathek, unter www.bibeltv.de zu finden ist.“ Als Radiosendung ist der Gottesdienst unter www.erf.de am selben Abend um 18 Uhr sowie als Wiederholung um 22 Uhr zu hören.