Zu den angenehmen Aufgaben eines Oberbürgermeisters zählt so ein Termin sicher nicht. Vor Ort in Meinhardswinden bekam Thomas Deffner den ungefilterten Ärger der Anwohner über eine umstrittene Maßnahme zur Verkehrsberuhigung zu spüren. Immerhin fand sich nach viel Diskussion nun eine allgemein verträgliche Lösung.
Ob es wohl an dem gut sichtbar auf der Straße geparkten Polizeiwagen lag, dass sich die vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmer an diesem Tag an die Geschwindigkeitsbeschränkung hielten? Allein dieser Umstand sorgte bei dem ein oder anderen Anwohner schon für erhöhten Puls – das mag zeigen, wie angegriffen das Nervenkostüm bei den Menschen am Ortsausgang in dem Ansbacher Ortsteil inzwischen ist.
„Wenn du morgens aus der Ausfahrt raus willst, geht das nicht. Da fährt keiner 50“, schimpfte eine Frau, deren Grundstück in unmittelbarer Nähe der Einengung liegt, die die Stadt ursprünglich installieren ließ, um Raser auszubremsen. Doch das funktioniert auf der Meinhardswindener Straße in Richtung Kurzendorf offensichtlich überhaupt nicht, schilderten die Menschen vor Ort dem Oberbürgermeister allesamt sehr eindringlich.
Die Straßenverengung hat das Problem nicht gelöst, im Gegenteil. Seitdem fahren einige Autofahrer auf dem Abschnitt danach noch schneller, berichten Anwohner. Die Strecke ist relativ gerade und leicht abschüssig. Das verleitet offenbar den einen oder anderen dazu, schon vor dem Ortsschild aufs Gas zu treten.
„Leider ist es noch schlimmer geworden“, hatte eine Bürgerin bereits 2024 im Rahmen einer Stadtteilversammlung bemängelt und Abhilfe gefordert. Ein Jahr ist das nun schon her, der Verdruss ist seitdem nicht eben kleiner geworden, doch geändert hatte sich nichts an der Situation. Vielmehr hatten Vertreter des Amtes für öffentliche Sicherheit und Ordnung zwischenzeitlich im feinsten Behördendeutsch ausgeführt, was alles gegen eine Verlegung der Einengung spreche.
Die ebenfalls von Anwohnern ins Spiel gebrachte Möglichkeit, auf der vermeintlichen Rennstrecke konsequent zu blitzen, hatte nicht den gewünschten Effekt. „Dreimal wurde im vergangenen Jahr eine Lasermessung durchgeführt, dreimal war das eine Nullmessung“, führte Verkehrsexperte Michael Maul von der Polizei aus. Tenor: Das subjektive Empfinden vieler Menschen ist an dieser Stelle nicht durch Fakten belegbar. Der Raserunfall vor wenigen Wochen nur ein paar Hundert Meter weiter am Ortseingang von Kurzendorf sei ein anderer Fall und mit der Situation in Meinhardswinden nicht in Verbindung zu bringen.
Deutlich gesprächsbereiter zeigte sich da Georg Meinecke, seit einigen Wochen Leiter des Ordnungsamtes. Seine Behörde hatte einen neuen Ansatz mitgebracht, das vorherrschende Problem zu lösen. Ein Teil davon sieht demnach vor, die doppelte Verengung auf beiden Seiten der Straße unmittelbar am Ortsschild von Meinhardswinden zu platzieren. Im zweiten Teil der Lösung ist beabsichtigt, die Verengung weiter vorne nur noch halbseitig aufzustellen. Dann müssten Verkehrsteilnehmer in Richtung Kurzendorf nicht mehr zwangsläufig auf die Gegenfahrbahn wechseln – und das sollte die Ausfahrten der Grundstücksanrainer doch deutlich erleichtern.
„Wir haben uns da gute Gedanken gemacht“, bemühte sich der Oberbürgermeister in der Traube der Anwohner um ein Happy End und räumte den zeitlichen Verzug ein. „Es hätte schneller gehen sollen. Ich bin selbst unzufrieden“, meinte Deffner wegen der Dauer des mit „Personalmangel“ begründeten Prozesses. Die Anwohner zeigten sich mit der Lösung zufrieden und der OB konstatierte: „Jetzt haben wir es repariert.“