Mit der jetzt erfolgten Einweihung der erweiterten Kita in Röckingen ist zugleich auch ein steiniger Weg zu Ende gegangen, der unter anderem von einem Bürgerentscheid geprägt war. Die neuen Räumlichkeiten sind bereits seit Beginn des neuen Kindergarten-Jahres in Betrieb.
Bürgermeister Martin Schachner freute sich über die große Anzahl von Gästen, die das Festzelt füllten. Ruhestandspfarrer Siegbert Schneider, der während der Vakanz als Seelsorger in Röckingen tätig ist, stellte die Kita unter den Segen Gottes.
Landrat Dr. Jürgen Ludwig gratulierte der Gemeinde zur gelungenen Fertigstellung. Das Projekt habe den Bestandsbau mit dem Rathaus zu einer attraktiven Einheit werden lassen. Bezug nehmend auf ein Zitat von Winston Churchill hob Ludwig hervor, dass eine Gemeinde ihr Geld nicht besser anlegen könne, als es in die Kinder zu investieren.
Rathauschef Schachner ging auf den Werdegang des Projektes von der Planung bis zur Einweihung ein. Im September 2018 hatte der Gemeinderat die Erweiterung beschlossen. In der folgenden Planungsphase wurde allerdings kontrovers diskutiert, unter anderem über einen Antrag zur Umnutzung des Schulgebäudes. Dieser wurde 2020 abgelehnt.
Im September 2021 waren schließlich die Bürger aufgerufen, Stellung zu nehmen. Der zu Grunde liegende Bürgerentscheid beinhaltete die Forderung, das alte Schulhaus als alleinigen Standort für einen Kindergarten zu prüfen, was mehrheitlich beschieden wurde.
Eine Schätzung ergab jedoch Kosten in Höhe von 3,04 Millionen Euro. Demgegenüber stand die veranschlagte Summe für die bereits angedachte Kita-Erweiterung in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro. Ende 2021 erfolgte schließlich die Festlegung für eine Erweiterung, die im Spätsommer 2023 erfolgreich abgeschlossen wurde.
Die aktuelle Kostenfortschreibung beträgt 2,75 Millionen Euro. Diese Summe wird sich durch Arbeiten am Umgriff und an der Fassade sowie durch den Aufbau der Spielgeräte und eine Machbarkeitsstudie für eine Heizanlage im Bestandsgebäude noch um rund 250.000 Euro erhöhen. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt etwa 1,6 Millionen Euro, an Fördermitteln sind 1,2 Millionen Euro eingeplant. Um das Projekt umsetzen zu können, war eine Kreditaufnahme von 880.000 Euro nötig.
Bei der Baumaßnahme wurden Dach, Türen und Fenster des Rathauses saniert. Im errichteten Zwischenbau befinden sich Küche, Sanitärräume und Aufzug. Es wurden zwei Wärmepumpen und eine Photovoltaikanlage installiert. Im Außenbereich wurde ein Wasserspielplatz angelegt.
Aufgelockert wurde der Festakt mit Liedvorträgen der Kinder. Zum Abschluss dankte Bürgermeister Martin Schachner allen am Projekt Beteiligten.
Ein besonderes Dankeschön ging an die Eheleute Frieda und Friedrich Schmutterer, die bereit waren, ihre Garage abbrechen zu lassen und eine Grundstücksfläche im Umgriff des Zwischenbaus für zehn Jahre zur Nutzung überlassen.