Kiss Ansbach: Darum ist die ehrenamtliche Arbeit in Selbsthilfegruppen wichtig | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.10.2025 10:13

Kiss Ansbach: Darum ist die ehrenamtliche Arbeit in Selbsthilfegruppen wichtig

Laut Kiss-Leiterin Margit Kaufmann bleiben 87 Prozent der Suchtkranken abstinent, wenn sie regelmäßig in eine Selbsthilfegruppe gehen. (Foto: Tizian Gerbing)
Laut Kiss-Leiterin Margit Kaufmann bleiben 87 Prozent der Suchtkranken abstinent, wenn sie regelmäßig in eine Selbsthilfegruppe gehen. (Foto: Tizian Gerbing)
Laut Kiss-Leiterin Margit Kaufmann bleiben 87 Prozent der Suchtkranken abstinent, wenn sie regelmäßig in eine Selbsthilfegruppe gehen. (Foto: Tizian Gerbing)

Der Bedarf ist vorhanden: Für 123 Gruppen ist die Selbsthilfekontaktstelle Kiss derzeit in Stadt und Landkreis Ansbach verantwortlich. Leiterin Margit Kaufmann stellte im Ausschuss für Soziales die Arbeit der Ehrenamtlichen vor und hob gleichzeitig die Bedeutung der Angebote hervor. Eine Einschränkung machte sie aber.

Seit dem Jahr 2009 existiert der Ansbacher Kiss-Ableger und gehört zum Verein Selbsthilfekontaktstellen Kiss Mittelfranken. Finanziert wird die Arbeit durch die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen, den Bezirk Mittelfranken, über Städte, Gemeinden und Spenden. 45 Gruppen betreuen Margit Kaufmann und ihr Team in der Stadt und 78 Gruppen im Landkreis Ansbach.

Kein Ersatz für professionelle Angebote

Kaufmann hob in der Sitzung des Ausschusses für Soziales die Bedeutung der Kontaktstelle und der Selbsthilfe hervor. Beide sind nach ihren Worten wichtig, weil in der Gesellschaft Themen wie Einsamkeit, soziale Schwierigkeiten, psychische Probleme und Belastungen durch chronische Krankheiten immer mehr zunehmen.

„Die Selbsthilfe ersetzt kein professionelles Angebot”, machte sie deutlich. Aber nicht immer brauche es gleich eine professionelle Hilfe. Manchmal reiche es aus, wenn Menschen die Möglichkeit hätten, „sich mit Personen zusammenzutun, denen es ähnlich geht, und die Möglichkeit haben, sich auf Augenhöhe auszutauschen”.

Diese Treffen auf Augenhöhe stärken aus Sicht von Kaufmann das Miteinander und die Eigenverantwortung. Dadurch finden ihr zufolge Menschen wieder Mut und Orientierung. Das gilt im übrigen auch für Angehörigen-Gruppen, deren Zahl in den vergangenen Jahren zugenommen habe.

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Das Ehrenamt wird gestärkt

Durch die Selbsthilfe werde das Ehrenamt gestärkt. „Das Ehrenamt ist das Rückgrat einer lebendigen Stadt”, machte sie deutlich. Sie baue Brücken und schaffe soziale Teilhabe. Selbsthilfe wirke auch präventiv. Auf der anderen Seite werden das Gesundheitssystem und die sozialen Dienste entlastet. „Wenn alle Suchtgruppen zum Beispiel in professionelle Beratungsstellen gehen würden, wären diese Stellen heillos überlaufen.” Die Selbsthilfe sei ein leiser, aber sehr wirksamer Beitrag.

Kaufmann hatte auch ein Beispiel dafür: Menschen, die zum Beispiel wegen einer Alkoholsucht in eine Selbsthilfegruppe gehen, bleiben zu 87 Prozent abstinent. Nach einer professionellen Entgiftung liege die Rückfallquote indes bei 76 Prozent, so die Kiss-Leiterin.

Die Fäden laufen übrigens bei Kiss zusammen. Das Herzstück der Arbeit sei die Beratung. „Wir hören genau hin und schauen, was der Mensch braucht.” Man biete auch Vermittlungen an, helfe bei der Gruppengründung und unterstütze die Gruppen im Fall der Fälle auch.

Eine Investition in die Stadt

Dass der Bedarf an der Kiss-Arbeit vorhanden ist, zeigt ein weiteres Beispiel: Die zwei Gruppenräume, die in der Kontaktstelle im alten Postgebäude am Bahnhofsplatz zur Verfügung stehen, sind laut Kaufmann pro Monat 87-mal belegt

Die Selbsthilfe ist also aus der Sicht von Margit Kaufmann gelebtes, bürgerschaftliches Engagement. An die Stadträtinnen und Stadträte gerichtet, meinte sie, dass es sich nicht um eine Ausgabe für die Stadt handele, sondern um eine Investition in die Stadt Ansbach. Auch Bürgermeisterin Elke Homm-Vogel, die die Sitzung leitete, sprach von einer „sehr wertvollen Arbeit”.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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