Kirchweih in Großenried: Zweiter Teil des Festaktes | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.10.2026 10:00

Kirchweih in Großenried: Zweiter Teil des Festaktes

Vom 23. bis 25. Oktober 2026 wird in Großenried Teil zwei der Kirchweih gefeiert.  (Foto: Johannes Flierl)
Vom 23. bis 25. Oktober 2026 wird in Großenried Teil zwei der Kirchweih gefeiert. (Foto: Johannes Flierl)
Vom 23. bis 25. Oktober 2026 wird in Großenried Teil zwei der Kirchweih gefeiert. (Foto: Johannes Flierl)

In der örtlichen Gastwirtschaft Zum Goldenen Engel können Gäste aus nah und fern am kommenden Wochenende, vom 23. bis 25. Oktober 2026, kühle Getränke und schmackhafte Speisen anlässlich der Großenrieder Kirchweih genießen.

Traditionell wird in Großenried am dritten Sonntag im Oktober mit einem Festgottesdienst die Kirchenweihe von St. Laurentius gefeiert. Tags zuvor hatte bereits der Obst-, Gartenbau- und Heimatverein Großenried zum Kerwa-Abend in das Pfarrheim geladen. Da es früher in Großenried zwei Gastwirtschaften gab, ging man einst dazu über, an zwei Wochenenden nacheinander zu feiern. Dementsprechend folgt nun der zweite Teil der Kirchweih.

Kirchenweihe im 11. Jahrhundert

Das Kirchdorf an der Altmühl kann auf eine lange und reiche Geschichte zurückblicken: In einer eichstättischen Chronik wird berichtet, dass im 11. Jahrhundert in „Ruit“ eine Kirchweihe stattgefunden hat. In einer Heiratsurkunde von 1188 wird die Veste „Rieth“ erwähnt. Der Ort hatte damals eine wichtige Bedeutung: Sicherte er doch den Altmühlübergang für die Reichsstraße von Nürnberg über Bechhofen nach Dinkelsbühl.

Kirche mit beeindruckender Architektur

Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges wurden bis 1653 die Kirche und der Turm der Großenrieder Kirche wiederaufgebaut. Jedoch geriet 1760 der Kirchturm in Brand. Hierauf wurde ein Kirchenneubau nötig, der erst in den Jahren 1886/88 zur Vollendung gebracht werden konnte. Die Sankt Laurentius-Kirche ist durch ihre beeindruckende Architektur im neuromanischen Stil weithin im Altmühltal sichtbar. Nach dem Abriss verschiedener älterer Gebäude in den 1950er-Jahren ist das Gotteshaus heute absolut in Dorf und Flur vorherrschend.

Aus der Innenausstattung ist ganz besonders die fast zwei Meter hohe Madonnenstatue erwähnenswert. Sie wird dem Südtiroler Schnitzer Michael Pacher aus Bruneck (um 1480/90) zugeschrieben. Der berühmte Bildhauer Professor Carl Ludwig Sand schenkte diese Statue der Ortskirche seiner Vorfahren in Großenried. Sie wurde von seinem Wohnort München per Bahn angeliefert. Zeitzeugenberichte haben überliefert, dass die Statue eines der ersten Frachtgüter überhaupt auf der im Sommer 1903 eröffneten Lokalbahnlinie von Ansbach nach Bechhofen war.

An der Kirche befinden sich insgesamt acht Epitaphien – diese bildhauerisch wertvollen Grabplatten haben zumeist ihren Ursprung im 16. Jahrhundert und wurden für wohlhabende und wichtige Personen der Ortsgeschichte angefertigt. Auf lange Sicht bedarf der Glockenturm der Laurentius-Kirche der Sanierung, jedoch hat das Bistum Eichstätt zurzeit einen Baustopp verhängt.

Heute bildet die Pfarrei Großenried zusammen mit jenen aus Bechhofen und Burgoberbach den Pfarrverband Burgheide, dem Pfarrer Laurent Koch vorsteht.

Reges Gemeinschaftsleben

Großenried kann stolz auf ein reiches Gemeinschaftsleben sein, welches durch Pfarrei und Ortsvereine gestaltet wird. Heuer ging wieder am 1. Mai die alle vier Jahre stattfindende Fahrzeugsegnung der Katholischen Landjugendbewegung über die Bühne. Alljährlich am Wochenende von Christi Himmelfahrt steigt das dem Ortspatron gewidmete Lorenzifest in einem großen Bierzelt am Sportgelände. Für mehrere Tage wird Großenried damit zum Anziehungspunkt weit über die Grenzen der Marktgemeinde Bechhofen hinaus. Im kommenden Jahr wird die Feuerwehr Großenried im Rahmen des Lorenzifestes ihr 150-jähriges Bestehen feiern.


Von Johannes Flierl
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