Die frisch gewählte Landessynode der evangelischen Kirche in Bayern (ELKB) trifft sich von diesem Sonntag (22. März) an in Bayreuth. Vom Haushalt bis zur Wahl des Landesbischofs - das Kirchenparlament ist das Gremium, das Weichen stellt und Entscheidungen trifft. Damit unterscheidet sich die evangelische Kirche stark von den Katholiken, wo Bischöfe vom Papst ernannt werden und Laien in nur wenigen Bereichen mitreden dürfen.
In Bayern gibt es 108 Mitglieder in der Landessynode. 89 sind von den Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern der Gemeinden im Dezember gewählt worden. Darunter sind sowohl Ehrenamtliche als auch Pfarrerinnen und Pfarrer. 63 der 89 Gewählten sind den Angaben zufolge neu in der Synode; der Frauenanteil liegt bei 56 Prozent.
Dazu kommen drei Vertreter der Evangelisch-Theologischen Fakultäten und drei Jugendsynodale. 13 Menschen werden berufen - aus unterschiedlichen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Medien, Diakonie, Kultur und kirchlichen Einrichtungen.
Prominente Namen fehlen hierbei für die neue Landessynode. Vor einigen Jahren gehörte etwa ein gewisser Markus Söder dem Gremium an - als er 2018 vom Finanzminister zum Ministerpräsidenten aufstieg, verzichtete er aber auf die Mitgliedschaft in der Synode. Zuletzt war Kunstminister Markus Blume (CSU) dabei, er ist nun ausgeschieden.
Gewählt wird alle sechs Jahre. In Bayreuth geht es nun erst einmal darum, am Montag (23. März) ein neues Präsidium zu bestimmen. Die bisherige Präsidentin Annekathrin Preidel war nicht mehr zur Wahl im Dezember angetreten.
Die Synode ist Teil der Kirchenleitung - ebenso wie der Landessynodalausschuss, der Landeskirchenrat und der Landesbischof. Große Aufmerksamkeit genießt die Landessynode auch außerhalb kirchlicher Kreise alle zwölf Jahre - dann wählt sie einen neuen Landesbischof. Auch wenn die Synode in zentralen Fragen entscheidet, so ist der Landesbischof doch das Gesicht der evangelischen Kirche in Bayern.
Eine weitere wichtige Aufgabe des Kirchenparlaments ist die Verabschiedung des Haushalts und des zugehörigen Stellenplans. Bei der Landeskirche heißt es: „Grundsätzlich kann die Landessynode über alle kirchlichen Angelegenheiten verhandeln und beschließen, die sich aus dem Auftrag der Kirche ergeben. Die Synode behandelt auch aktuelle gesellschaftspolitische oder ethische Fragen.“
Die evangelische Kirche verliert Jahr für Jahr viele Mitglieder - durch Austritt, aber auch, weil viel mehr Kirchenangehörige sterben als neu getauft werden. Im Vorjahr rutschte die Mitgliederzahl der Landeskirche im Freistaat unter die Zwei-Millionen-Marke. Das kratzt einerseits an der Relevanz der Institution - andererseits hat das auch handfeste finanzielle Folgen. Der Landeskirche stehen tiefe Einschnitte bevor.
Schon vor einiger Zeit hat die Synode beschlossen, die Zahl der Kirchenkreise zu reduzieren. Künftig soll es als größere Einheiten in der Fläche Regionalgemeinden geben.
Bei der Herbsttagung 2025 in Amberg prognostizierten die Verantwortlichen, dass die Mitgliederzahl weiter sinken wird - bis 2035 um etwa 40 Prozent. Das bedeute einen weiteren Rückgang der Finanzen und der Zahl der Hauptamtlichen.
© dpa-infocom, dpa:260320-930-841379/1