Kaum werden die ehemaligen Werkstatträume des Technologiezentrums (TIZ) auf dem Weinbergplateau als Kindergarten genutzt, hagelt es Kritik von den Eltern der TIZ-Kids. In einem Brandbrief an Oberbürgermeister Thomas Deffner kritisieren sie, dass die Baumaßnahme noch nicht abgeschlossen ist und Teile des Kindergartens nicht genutzt werden könnten.
Akribisch hat der Elternbeirat die Mängel in den Räumlichkeiten von „TIZ-Kids II“ aufgelistet, „die nicht nur den Alltag unserer Kinder, sondern auch die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher beeinträchtigen“. So fehlt ein Schuhregal, in dem die Kinder ihre Gummistiefel verstauen können – so stehen die Stiefel herum und nehmen Platz weg. Das Gleiche gilt für die fehlenden Schränke im Durchgang zur Turnhalle. Deshalb müssen die Sachen in der Turnhalle verstaut werden, was den Platz für die Kinder stark einschränkt. Auch die neuen Garderoben sind noch nicht vorhanden, was zu erheblicher Unordnung führt.
Der gravierendste Mangel ist jedoch das fehlende Geländer an der Hochebene, die deshalb derzeit für den Kindergarten nicht nutzbar ist. Der Aufgang zur Hochebene sei provisorisch mit Brettern verschalt, erklärt die 2. Vorsitzende des Elternbeirats, Eva Würdinger. Auf Beschwerden der Eltern habe man geantwortet, die Dinge seien bestellt, doch es komme zu Lieferschwierigkeiten.
„Der Umbau hat im Sommer 2023 begonnen“, kritisiert Eva Würdinger, „von der Organisation ist das offensichtlich nicht optimal gelaufen. Hätte ich meine Leute rechtzeitig bestellt, hätte ich jetzt keine Probleme.“ Erschwerend kommt hinzu, dass derzeit nicht nur die zwei Kindergarten-Gruppen im „TIZ-Kids II“ betreut werden, sondern auch die Kleinkindgruppe aus dem gegenüberliegenden „TIZ-Kids I“. Dort werden die Räumlichkeiten eines ehemaligen Lokals auf den Kindergarten-Standard gebracht. Es ist also drangvoll eng bei den TIZ-Kids. „Das ist kein Aushängeschild für die Stadt“, sagt Eva Würdinger.
Im Brief an den OB heißt es, bei den meisten Eltern sei kein Verständnis für die hohen Kita-Gebühren mehr vorhanden. Und weiter: „Wir hoffen, dass Sie diese Probleme ernst nehmen und zeitnah Lösungen finden, um die Situation zu verbessern.“
In seinem Antwortbrief, den die Verwaltung der FLZ auf Anfrage zukommen ließ, bedauert Baureferent Jochen Büschl sehr, „dass diese Situation nicht dem für eine Betriebsaufnahme angedachten Standard entspricht“. Die Baumaßnahme sei „unter bisher schwierigen Rahmenbedingungen und personellen Engpässen nach besten Kräften durchgeführt worden“, so Büschl.
Er sei froh, dass die Plätze zu Beginn des Kindergartenjahres zur Verfügung gestellt werden konnten. Dem pflichtet auch Oberbürgermeister Thomas Deffner bei. Oberste Priorität sei es gewesen, die Plätze zu Beginn des Kindergartenjahres zur Verfügung zu haben, sagte der OB gegenüber der FLZ. Dass es zum Start noch gewisse Einschränkungen gebe, sei nicht schön, aber besser als den Start der Gruppe zu verschieben.
Ein Satz in dem Schreiben lässt darauf schließen, dass die Stadtverwaltung mit dem bisherigen Verlauf des Umbaus auch nicht vollends zufrieden ist: „Ich versichere Ihnen, dass wir, wie auch schon in der Vergangenheit der Fall, weiterhin steuernd auf das mit Planung und Bauleitung beauftragte Fachbüro einwirken werden, um die Mängel beziehungsweise Defizite schnellstmöglich zu beheben“, schreibt Baureferent Büschl.
Einen Zeitpunkt, wann das sein könnte, nennt die Stadtverwaltung nicht. Eva Würdinger hofft, dass das noch dieses Jahr passiere.