Für Kinder aus Oberhöchstädt, Rauschenberg, Arnshöchstädt und Traishöchstädt bleibt der Schulbesuch in ihrem Heimatort weiter ein Wunschtraum. Obwohl die vier Dörfer zur Gemeinde Dachsbach gehören, sind die Grundschulkinder dem Schulsprengel der Uehlfelder Schule zugeordnet.
Will die Gemeinde im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ihre Kinder vor Ort unterrichten lassen, muss also für jedes einzelne ein Gastschulantrag gestellt werden. Ein Versuch der Gemeinde, das zu ändern, ist nun gescheitert.
Die Enttäuschung in Dachsbach ist groß: Der Antrag auf Änderung der Schulsprengeleinteilung wurde von den Schulbehörden und der Bezirksregierung abgelehnt. Damit bleibt den betroffenen Kindern der Schulbesuch in der eigenen Gemeinde weiterhin verwehrt. Stattdessen müssen sie die Grundschule im benachbarten Uehlfeld besuchen. Dachsbachs Bürgermeister Peter Kaltenhäuser will das so nicht stehen lassen.
Die Begründung sei „sehr oberflächlich“ gefasst, beklagte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Angesichts des enormen Aufwands, den Gemeinde und Schulverband zur Untermauerung ihres Ansinnens betrieben hätten, sei die Ablehnung „schon eine Klatsche“.
Der Hintergrund der umstrittenen Regelung sei historisch bedingt, erklärte der Bürgermeister. Bis in die 1990er Jahre fand der Unterricht in Dachsbach in dem Gebäude statt, in dem heute das Rathaus untergebracht ist. Damals reichte der Platz nicht aus, weshalb Kinder aus kleineren Ortsteilen nach Uehlfeld geschickt wurden.
Mit dem Neubau des Schulzentrums zwischen Dachsbach und Gerhardshofen sei das Platzproblem jedoch längst gelöst worden. Dennoch blieb die Schulsprengel-Einteilung unverändert. Bürgermeister Kaltenhäuser sieht darin vor allem eine unnötige Belastung für die betroffenen Familien.
Jahr für Jahr müssen Eltern für ihre Kinder Gastschulanträge stellen – und bangen, ob sie genehmigt werden. „Die Eltern verharren bis kurz vor Schuljahresbeginn in Unsicherheit“, so Kaltenhäuser. Auch Unterschriftensammlungen für die Änderung habe es bereits gegeben.
Viele junge Familien könnten sich für Dachsbach als Wohnort entschieden haben, weil sie dachten, die Schule sei „quasi gleich vor der Haustüre“. Die jüngste behördliche Entscheidung setze sich darüber hinweg. Dabei dürfte der Schulstandort Uehlfeld laut Kaltenhäuser den Verlust einer Handvoll Schüler pro Jahrgang – um mehr handele es sich ja nicht – verkraften können.
Zusätzlich verärgert ist der Rathauschef über das Zustandekommen der abschlägigen Entscheidung: Der Änderungsantrag sei bereits im März an das zuständige Schulamt geschickt worden. Da bis November keine Rückmeldung erfolgt war, fragte er bei der Bezirksregierung in Ansbach nach. Dort, so die Auskunft, sei aber kein Antrag angekommen.
Dann aber ging es schnell: Nur vier Wochen später, am 3. Dezember, hatte er die Entscheidung im Briefkasten – allerdings nicht die, auf die er gehofft hatte. Von der knapp gehaltenen Begründung zeigte sich der Bürgermeister enttäuscht. Auf die spezielle Situation vor Ort sei man nicht eingegangen, sagte er. Stattdessen habe er „viele Allgemeinplätze“ und wenig aussagekräftige Einlassungen gelesen.