Die Kreisvorsitzenden der ÖDP aus Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen haben zur Nominierung eines Direktkandidaten für die vorgezogene Bundestagswahl nach Muhr am See eingeladen. Der Bundeswahlkreis 240 umfasst die Stadt Ansbach sowie die Landkreise Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen. Da die ÖDP nicht über die erforderliche Zahl von Mandaten im Bundestag oder einem Landtag verfügt, muss sie allerdings 200 Unterstützerunterschriften sammeln, um zur Wahl zugelassen zu werden.
In seinem Grußwort erläuterte der neugewählte Bundesvorsitzende der ÖDP, Günther Brendle-Behnisch, laut einer Pressemitteilung, warum die Partei so große Anstrengungen unternimmt, um zur Bundestagswahl anzutreten. Als demokratische Partei habe man die Pflicht, Lösungen für die Probleme im Land anzubieten, und die ÖDP habe in ihrem Programm viele gute Lösungen. Deswegen sei es erforderlich, sich dem politischen Wettbewerb zu stellen.
In seiner Vorstellungsrede betonte Kevin Settler, dass er bereit sei, die Herausforderung als Direktkandidat engagiert anzunehmen. Deutschland stehe vor einer Fülle drängender Probleme, die jedoch nicht mit den Denkweisen gelöst werden könnten, die zu diesen Problemen geführt hätten. Er möchte die Legislative ökologischer gestalten: „Es reicht nicht aus, wenn wir alleine versuchen, möglichst nachhaltig zu leben.“ Settler ist 25 Jahre alt, stammt aus Geslau im Landkreis Ansbach, lebt in einer festen Beziehung und wohnt mit seiner Freundin in Obersulzbach bei Lehrberg.
Die land- und forstwirtschaftlich geprägte Heimat, der Tierschutz und die Hobby-Imkerei seien ihm besonders ans Herz gewachsen. Er ist Ingenieur für nachhaltige Gebäudetechnik mit einem Master-Abschluss und seit 2020 in einem Ingenieurbüro tätig. Settler fühlt sich in seiner westmittelfränkischen Heimat mit ihren kleinteiligen Strukturen sehr wohl.
In seinem Berufsalltag fungiert Settler als Schnittstelle zwischen Bauherren, weiteren (Fach-)Planern, sonstigen Entscheidern sowie den Monteuren der ausführenden Firmen. Er ist Mitglied im Verein Deutscher Ingenieure und seit einigen Jahren Vorstand der Regionalgruppe Ansbach des Vereins „Technik ohne Grenzen“, der sich auf technisch-soziale Hilfe in Entwicklungsländern konzentriert.
In seinem Aufruf zur Unterstützung erinnerte Settler daran, dass die globale Temperaturerhöhung bereits im Jahr 2024 um 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter für zwölf aufeinanderfolgende Monate gemessen wurde. Dies sei aus wissenschaftlicher Sicht keine Überraschung gewesen. Die bereits entstandenen irreversiblen Schäden an der Natur würden nachfolgende Generationen massiv treffen.
Bei der anschließenden Wahl wurde er einstimmig als Direktkandidat der ÖDP bestimmt. Anschließend wählten die Mitglieder der beiden Kreisverbände die Delegierten für den Sonderparteitag zur Aufstellung der Landesliste am 21. Dezember in Nürnberg. Als Delegierte wurden Reinhard Ebert, Kilian Welser, Maria Hetzel, Martin Berberich, Günther Brendle-Behnisch, Hans-Gerd Pelzer und Nadja Herpe gewählt. Zu Ersatzdelegierten wurden Margit Kleemann und Simon Scherer bestimmt.
Kevin Settler ist der achte Direktkandidat, der für die Bundestagswahl 2025 im Wahlkreis Ansbach nominiert ist.