Bislang hat die Marktgemeinde den Betrieb ihrer Bauschuttdeponie massiv subventioniert. Allein im vergangenen Jahr wurde ein Defizit von rund 250.000 Euro ausgeglichen. Damit soll jetzt Schluss sein.
Dafür werden die Gebühren nach einstimmigem Beschluss des Marktgemeinderats je nach Art des zu deponierenden Materials um bis zu 300 Prozent angehoben. Zuvor wurden für jegliche Art des Bauschutts oder Erdaushubs acht Euro pro Kubikmeter fällig. Die neuen Beträge wurden so festgesetzt, dass sich damit voraussichtlich eine Kostendeckung erzielen lässt, sofern weiterhin dieselben Mengen wie in den Vorjahren abgegeben werden.
Im Zuge der Haushaltskonsolidierung hatte das Landratsamt die Marktgemeinde aufgefordert, die defizitären Einrichtungen zu betrachten und im nächsten Schritt das Minus zu verringern. Für die Bauschuttdeponie erging die dringende Empfehlung, ähnlich wie bei den Abwassergebühren eine Kalkulation zu erstellen, in die über einen Zeitraum von vier Jahren anfallende Ausgaben einfließen. Die Berechnung soll künftig regelmäßig erneuert und die Gebühren danach jeweils angepasst werden.
„Wir wissen alle, welche Kostensteigerungen wir beim Betrieb der Deponie erleben“, erläuterte Bürgermeister Rainer Erdel. Ursächlich dafür sind laut der Verwaltung vor allem die wachsenden gesetzlichen Anforderungen an die Beprobung des Materials. „Mitglieder des Finanzausschusses, die im Baugewerbe tätig sind, haben uns außerdem darauf hingewiesen, dass unsere Bauschuttdeponie bislang im regionalen Vergleich deutlich zu günstig war.“
Wenn die Deponie einmal voll ist, fachgerecht stillgelegt und rekultiviert werden muss, kämen noch einmal Ausgaben in Millionenhöhe auf die Gemeinde zu. Denn auch hier nähmen die Vorgaben zu. „Bislang hieß es beispielsweise, dass eine stillgelegte Deponie mit einer ein Meter dicken Humusschicht abzuschließen ist. Schon bald werden es aber drei Meter sein.“ Die Gebühren wurden so festgesetzt, dass damit begonnen werden kann, zweckgebundene Rücklagen zu bilden.
Die Bauschuttdeponie hat ein genehmigtes maximales Fassungsvermögen von 400.000 Kubikmetern. Bei einem durchschnittlichen Aufkommen von 15.000 bis 20.000 Tonnen im Jahr kann sie voraussichtlich noch über 20 Jahre betrieben werden. Vorausgesetzt ist natürlich, dass alle gesetzlichen Vorgaben – wie beispielsweise die 2023 in Kraft getretene Mantelverordnung zur Verwertung mineralischer Baustoffe – eingehalten werden. Für die Beprobung der abgegebenen Materialien und die Erledigung der umfangreichen Dokumentationspflichten wurde vor rund drei Jahren zunächst ein hauptamtlicher Deponiewärter eingestellt. Auch eine Waage musste installiert werden.
Um den Bürocontainer mit dem Arbeitsplatz des neuen kommunalen Mitarbeiters mit Strom und fließendem Wasser zu versorgen, hat der Marktgemeinderat kürzlich erst den Auftrag zur Verlegung von Strom- und Wasserleitungen aus dem nahe liegenden Ortsteil Rüdern vergeben. Spätestens im Frühjahr sollen die Arbeiten abgeschlossen und die Deponie damit für die nächsten Jahrzehnte zukunftsfähig aufgestellt sein.
Allein in den vergangenen drei bis vier Jahren wurden über 180.000 Euro investiert. Gut angelegtes Geld, finden Bürgermeister und Marktgemeinderat. „Wir sehen es als großen Vorteil für unsere Bürger, dass sie anfallenden Bauschutt auch weiterhin wohnortnah in unserer Deponie abgeben können“, so Erdel.
Bauschutt mit über fünf Prozent Fremdanteilen oder Betonteile mit über 80 Zentimeter Kantenlänge: 30 Euro pro Kubikmeter oder 20 Euro pro TonneBauschutt ohne Fremdanteile und unbelasteter Erdaushub: 25 Euro pro Kubikmeter und 15 Euro pro Tonne.