Keine Freiheiten im Baugebiet: Ansbacher Verwaltung blitzt am Brandlesweg ab | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.04.2024 14:37

Keine Freiheiten im Baugebiet: Ansbacher Verwaltung blitzt am Brandlesweg ab

Es ist angerichtet: An der Dora-Hitz-Straße in Hennenbach warten 20 Grundstücke auf potenzielle Bauherren. Doch die Preise sind mit 300 bis 320 Euro pro Quadratmeter hoch. (Foto: Sarina Schwinn)
Es ist angerichtet: An der Dora-Hitz-Straße in Hennenbach warten 20 Grundstücke auf potenzielle Bauherren. Doch die Preise sind mit 300 bis 320 Euro pro Quadratmeter hoch. (Foto: Sarina Schwinn)
Es ist angerichtet: An der Dora-Hitz-Straße in Hennenbach warten 20 Grundstücke auf potenzielle Bauherren. Doch die Preise sind mit 300 bis 320 Euro pro Quadratmeter hoch. (Foto: Sarina Schwinn)

Die Verwaltung ist im Bauausschuss mit dem Versuch gescheitert, potenziellen Käufern für die Grundstücke im Baugebiet Brandlesweg mehr Freiheiten zuzugestehen. Von den 20 Parzellen, die im Sommer 2023 in die Vermarktung gegangen sind, ist erst ein Grundstück verkauft.

Das Areal ist seit Herbst 2022 komplett erschlossen: Die nach der Malerin Dora Hitz (1856-1924) benannte Ringstraße ist asphaltiert, sämtliche Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser sind verlegt. Doch das Bauen im beliebten Stadtteil Hennenbach hat seinen Preis: 247.800 Euro kostet das mit 640 Quadratmetern kleinste Baugrundstück, für das größte Grundstück mit 1200 Quadratmetern werden knapp 472.000 Euro aufgerufen.

Als man 2019 den Zuschnitt der Parzellen festlegte, waren die Baukredite billig, und den Kommunen wurden die Grundstücke förmlich aus der Hand gerissen. Das hat sich gründlich geändert. Jetzt sind es die Städte und Gemeinden, die Käufer für ihre fertig erschlossenen Quartiere finden müssen.

Potenzielle Käufer fragten bei der Stadt an

In dieser Situation sind potenzielle Bauherren mit dem Wunsch nach einer günstigeren Ausnutzung der Grundstücke an das Liegenschaftsamt herangetreten. Hintergrund: Der Bebauungsplan legt fest, dass die Baufelder einen Abstand von zehn Metern zur nördlichen Grundstücksgrenze einhalten müssen. Somit ist eigentlich nur eine Bebauung im südlichen Teil der Grundstücke möglich.

Damit wollte man erreichen, dass sich die Eigenheime an der Ringstraße orientieren und „sich ein qualitätsvoller öffentlicher Raum entwickeln kann“. Die potenziellen Käufer würden aber lieber einen südlich ausgerichteten Garten mit mehr Sonne haben. Die Verwaltung war geneigt, diesem Ansinnen Rechnung zu tragen – was die Kaufentscheidung der potenziellen Bauherren sicher erleichtert hätte.

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Dem Nachbar auf die Pelle rücken?

Zwischenzeitlich wurden aber auch kritische Stimmen aus dem Interessenkreis laut, die vor einer solchen Freigabe der Baugrenzen warnten. Denn wenn der Nachbar auf seinem Grundstück die Bebauung nach Norden verschieben kann, würde er ja dem eigenen Gebäude deutlich auf die Pelle rücken.

Bürgermeister Dr. Markus Bucka (BAP) warnte davor, nach dem Bebauungsplan-Verfahren und während der Vermarktung die Regeln zu ändern. Die Interessenten hätten unter den Bedingungen des geltenden Bebauungsplans ihre Bewerbung abgegeben.

Nur zwei Unterstützer

Dem stimmte Frank Reisner (SPD) zu, wollte aber dennoch den Käufern der Grundstücke „mit recht hohen Preisen den Südgarten ermöglichen“. Auch Bernd Ziegler (CSU) war für die Freigabe der Baugrenzen: „Sonst bleiben wir auf den Grundstücken sitzen.“

CSU-Fraktionschef Jochen Sauerhöfer sagte: „Ich hätte es 2019 gut gefunden, wenn man den Bauherren mehr Möglichkeiten gegeben hätte. Wir haben das aber nicht gemacht. Innerhalb der Vermarktung sollten wir die Baugrenzen aber nicht verschieben.“

„Wir müssen ja nicht sofort verkaufen”

Dr. Bernhard Schmid (Grüne) sagte, die großen Grundstücke mit größeren Abständen zwischen den Häusern seien gut, außerdem müsse man mit Weitsicht handeln: „Wir müssen ja nicht sofort verkaufen.“ Oberbürgermeister Thomas Deffner fand bemerkenswert „dass Sie mal meiner Meinung sind“.

Am Schluss fiel die Entscheidung deutlich aus: Mit nur zwei Stimmen dafür schmetterte der 16-köpfige Ausschuss den Beschlussvorschlag der Verwaltung ab.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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