Kein Planschen in Ansbachs Aquella: Warum das Bad für sechs Wochen schließt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.07.2025 19:00

Kein Planschen in Ansbachs Aquella: Warum das Bad für sechs Wochen schließt

Ingenieur Felix Busch erläutert, warum die Sprudeldüse entfernt werden musste. Ein Leck in der Zuleitung hat enorme Wasserverluste verursacht. (Foto: Robert Maurer)
Ingenieur Felix Busch erläutert, warum die Sprudeldüse entfernt werden musste. Ein Leck in der Zuleitung hat enorme Wasserverluste verursacht. (Foto: Robert Maurer)
Ingenieur Felix Busch erläutert, warum die Sprudeldüse entfernt werden musste. Ein Leck in der Zuleitung hat enorme Wasserverluste verursacht. (Foto: Robert Maurer)

Das Aquella bietet momentan ein ungewohntes Bild: Die Becken sind leer und mitten in der Schwimmhalle steht ein großes Gerüst. Es finden zwar keine umfassenden Sanierungsarbeiten statt, aber dringend notwendige Reparaturen.

Manche Arbeiten seien in der üblichen zweiwöchigen Revisionsphase nach den Sommerferien nicht zu schaffen, erklärt Felix Busch, der die Instandsetzungsmaßnahmen als verantwortlicher Projektingenieur begleitet. Betreiber des Freizeitbades ist die Ansbacher Bäder- und Verkehrs-GmbH (ABuV), die zusammen mit den Stadtwerken zur Ansbacher Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH gehört. Ein Bad ist übrigens ein echter Luxus: Für jeden Badegast im Aquella muss die ABuV acht Euro für den Betrieb drauflegen.

Knapp 200.000 Euro für die Reparaturarbeiten

Knapp 200.000 Euro gibt die ABuV für die derzeitigen Reparaturarbeiten aus, erklärt Geschäftsführerin Dr. Branka Rogulic. Es ist nicht die eine tragende Maßnahme, vielmehr geht es um mehrere kleinere, die zusammenkommen.

Die Landesgewerbeanstalt Bayern nutzt die Gelegenheit, um das Dach der Schwimmhalle ordentlich zu kontrollieren. Vorschrift, seit dem Einsturz in Bad Reichenhall 2009. Damit die Fachleute überall hinkommen, steht ein Gerüst mitten im Raum.

In den Kammern, in denen die Wellen erzeugt werden, muss Beton ausgebessert werden. Die Arbeiter können sich in den kleinen Kammern kaum bewegen. „Das ist unglaublich viel Krabbelarbeit“, stellt Branka Rogulic fest. Außerdem ist es im ganzen Bad unerträglich heiß. Wer hier arbeiten muss, ist bald so nass geschwitzt, als käme er aus der Dusche. Das Wellenbecken ist bei dieser Instandsetzung das Hauptgewerk, so Busch.

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Generalsanierung wäre an der Zeit

Am Fuß der Rutsche gibt es Oxidationsstellen, die beseitigt werden müssen. „Da lag keine Gefährdung vor, aber es muss halt gemacht werden“, erläutert Busch. An einer Strudeldüse gab es ein Leck, durch das täglich viele Kubikmeter Wasser davonflossen. Auf die Düse muss nun vorerst verzichtet werden, weil die Reparatur in sechs Wochen nicht zu schaffen wäre. Deshalb wird zunächst nur das Leck beseitigt, um die täglichen Wasserverluste zu verringern, erklärt Busch.

„Die Halbwertzeit eines solchen Bades beträgt 30 Jahre“, macht der Ingenieur deutlich. Das Aquella wurde 1989 eröffnet. Trotz verschiedener Maßnahmen wäre es nun an der Zeit für eine Generalsanierung. Nach der letzten Kostenschätzung stehen knapp 19 Millionen Euro im Raum. Geschäftsführerin Rogulic geht davon aus, dass es inzwischen deutlich teurer würde.

Auf absehbare Zeit wird es nicht zu einer Generalsanierung kommen. Grundsätzlich hat sich der Stadtrat zwar für eine Modernisierung ausgesprochen, allerdings nur, wenn es eine Förderung vom Bund gibt. Doch bislang ging Ansbach stets leer aus. Deshalb geht die ABuV nun punktuelle Maßnahmen an. Rogulic: „Wir müssen einfach schauen: Welche Möglichkeit haben wir ohne Förderung?“

Noch mehr potenzielle Schadstellen

Es gebe noch mehr potenzielle Schadstellen. „Die schauen wir alle gezielt nochmal an“, unterstreicht Busch. „Da bin ich sehr dankbar für den großen Revisionszeitraum.“ Rogulic ist froh, dass das Wetter gut mitspielt. Aktuell gehen die Menschen ohnehin lieber ins Freibad. Das hat während der Aquella-Schließung ganz normal geöffnet.

„Die chlorhaltige Luft greift das Material sehr an“, macht Andreas Goppelt deutlich, warum die Arbeiten im Hallenbad überhaupt erforderlich sind. Er ist bei ABuV und den Stadtwerken technischer Leiter.

Besonders leidet alles, was rosten kann. Auch die Elektrotechnik ist ein Problem. Kabel und Lautsprecher müssen regelmäßig getauscht werden. Selbst die Uhren machen die Belastung nur eine gewisse Zeit mit. Und so eine Schwimmbaduhr kostet immerhin rund 1000 Euro, merkt Rogulic an.

Erschwerte Bedingungen

Die gesamte verbaute Badtechnik im Keller funktioniert trotz ihres Alters noch einwandfrei und sorgt dafür, dass der Badebetrieb bestens läuft. Schmutz und Schadstoffe werden über Filteranlagen und durch die gezielte Zuführung chemischer Substanzen aus dem Wasser geholt. Neuerdings tötet eine UV-Anlage auch mögliche Pilze im Wasser.

„Wir sind sehr froh über unser Fachpersonal“, betont Branka Rogulic. „Es erfordert ungeheuer viel Wissen, damit die Gäste unbeschwert das Baden genießen können.“

Doch die Bedingungen sind für Markus Schönecker, den stellvertretenden Bäderleiter, und seine Kollegen durchaus herausfordernd. Etliche Leitungen liegen in Bereichen, die gerade einmal einen Meter hoch sind. Man hat beim Bau in den 1980er Jahren offenbar Kosten für Erdaushub einsparen wollen.

Wenn dort Reparaturen erforderlich sind, hilft nur kriechen und gekrümmt arbeiten. Und das bei Temperaturen von bis zu 50 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 Prozent. Anstrengend.

Vor dem Schwimmen immer duschen gehen

Die Badegäste können Schönecker und seinen Kollegen das Leben übrigens deutlich leichter machen, wie Ingenieur Busch betont: „Vor dem Schwimmen immer duschen gehen.“ Viele der Schadstoffe, die im Wasser der Schwimmbecken landen, stammen nämlich von der Haut der Badegäste.

Die Arbeiten im Aquella sollen bis Freitag, 8. August, abgeschlossen sein. Die sonst übliche Schließung im September entfällt in diesem Jahr.

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