Kampf gegen PFC-Verseuchung: „Etz langt's” bleibt skeptisch | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.03.2024 10:44

Kampf gegen PFC-Verseuchung: „Etz langt's” bleibt skeptisch

Sie fordern, dass endlich der PFC-Hotspot in der Katterbacher Kaserne angegangen wird (von links): André Fitzthum mit Hund Oskar, Wolfgang Schmidt und Boris-André Meyer von der Bürgerinitiative „Etz langt’s“. Im Hintergrund ist die Baustelle für die Abstromsicherung zu erahnen. (Foto: Alina Boger)
Sie fordern, dass endlich der PFC-Hotspot in der Katterbacher Kaserne angegangen wird (von links): André Fitzthum mit Hund Oskar, Wolfgang Schmidt und Boris-André Meyer von der Bürgerinitiative „Etz langt’s“. Im Hintergrund ist die Baustelle für die Abstromsicherung zu erahnen. (Foto: Alina Boger)
Sie fordern, dass endlich der PFC-Hotspot in der Katterbacher Kaserne angegangen wird (von links): André Fitzthum mit Hund Oskar, Wolfgang Schmidt und Boris-André Meyer von der Bürgerinitiative „Etz langt’s“. Im Hintergrund ist die Baustelle für die Abstromsicherung zu erahnen. (Foto: Alina Boger)

Die Bürgerinitiative „Etz langt’s“ feiert den Beginn der Bauarbeiten für die Abstromsicherung am Umweltschaden in der Kaserne Katterbach als Erfolg. Sie weist aber darauf hin, dass die Anlage, die die per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) aus dem Grundwasser filtern soll, nur „ein erster, viel zu kleiner Schritt gegen die Verseuchung unseres Grundwassers“ ist.

Zehn lange Jahre habe es gedauert, bis die Abstromsicherung endlich komme, sagte „Etz langt’s“-Sprecher Boris-André Meyer bei einem Pressetermin unweit der Baustelle. Jetzt müsse dringend auch die Sanierung des kontaminierten Bodens am ehemaligen Feuerwehr-Übungsplatz in Angriff genommen werden. Die Entnahme und sichere Lagerung von 28.500 Kubikmetern schwerst verseuchter Erde sei von der US-Armee nach wie vor nicht finanziert.

Schadstoffe fließen theoretisch 1840 Jahre

Wolfgang Schmidt, Vorsitzender der Bürgerinitiative, bezieht sich auf das von der US-Armee in Auftrag gegebene Sanierungsgutachten von 2019. Darin wird die „theoretische Dauer des Schadstoffaustrags“ vom ehemaligen Feuerwehr-Übungsplatz – dort „CCAN 104“ genannt – in die Umgebung mit 1840 Jahren angegeben. Die Abstromsicherung tauge also allenfalls zur Isolation des Hotspots, eine echte Sanierungsmaßnahme sei sie nicht.

Schmidt machte auf weitere Probleme aufmerksam, die nicht durch den Bau der Abstromsicherung gelöst sind. Im Boden der Hotspots befänden sich auch zahlreiche PFC-Vorläufersubstanzen aus dem inzwischen verbotenen Löschschaum, die sich im Laufe der Jahrzehnte in PFC umwandelten. So könne sich nach neuesten Forschungsergebnissen die Menge der PFC verdoppeln.

Auch nach Fertigstellung der Anlage werde der PFC-Eintrag in den Katterbach und den Milmersbach kaum reduziert. Das heiße, Brunnen und Weiher in der Umgebung der Kaserne, die durch diese Gewässer gespeist würden, würden „über weitere Jahrzehnte verseucht werden und bleiben“. Schmidt begründet das so: Im Boden der jetzigen Abstromfahne außerhalb des Kasernengeländes und in den Bach-Sedimenten seien die PFC gespeichert und würden nur nach und nach abgegeben.

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Keine Lösung für den Milmersbach

Außerdem werde nach den Plänen die verseuchte Zone rund um den Hotspot nicht komplett erfasst. „Etz langt’s“ fordert deshalb, das Wasser auch an den Austritten von Katterbach und Milmersbach zu reinigen, „um eine möglichst schnelle Sanierung von Weihern und Brunnen zu erreichen“.

Des Weiteren bemängelt Schmidt, dass von einer Abstromsicherung für einen weiteren, älteren Feuerwehr-Übungsplatz im Kasernengelände – im Gutachten „CCAN 126“ genannt – nichts bekannt sei. Ebenso wenig über die Sanierung des Milmersbaches, der das Kasernengelände in südöstlicher Richtung verlässt und von der aktuell im Bau befindlichen Abstromsicherung nicht profitiert. Ursprünglich hatte man angenommen, dass die PFC-Verunreinigung durch defekte Regenwasserkanäle begünstigt wird. Die Reparatur der Kanäle im Jahr 2021 habe aber „keine messbare Verbesserung“ gebracht, so die Bürgerinitiative. Im Gutachten von 2019 wird vermutet, „dass die Kontaminationen eher über den Grundwasserpfad in den Milmersbach migrieren“.

„Etz langt's” appelliert an Stadt und Landkreis Ansbach

Daher die Forderung von „Etz langt’s“: Stadt und Landkreis Ansbach dürften sich nicht mit der geplanten Abstromsicherung zufriedengeben, „die allein für CCAN 104 mehrere hundert bis tausend Jahre in Betrieb sein müsste“.

Die „Kriegsübungen“ der US-Kampfhubschrauber dürften kein Hinderungsgrund für die Sanierung sein, so „Etz langt’s“ in einer Pressemitteilung. „Sauberes Wasser und die Gesundheit kommender Generationen in Ansbach und Region müssen Vorrang haben.“


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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