Lange waren die Menschen im Bereich Niederoberbach und Sommersdorf von der Welt abgeschnitten. Das soll sich nun ändern: Ein neuer Funkmast soll die Gegend an das Mobilfunknetz anschießen.
Burgoberbachs Ortsteile Niederoberbach und Sommersdorf liegen abgeschieden. Hier sagen sich noch Fuchs und Hase gute Nacht. Einzig der rege Durchgangsverkehr auf der Staatsstraße 2221 stört die perfekte Idylle. Nicht einmal der Mobilfunk findet bislang seinen Weg dorthin. Doch diese Isolation ist den Einwohnern gar nicht recht. Auch sie wollen am öffentlichen Leben teilhaben, jederzeit mit dem Handy telefonieren und mobil im Internet surfen.
Doch dies zu ermöglichen, ist gar nicht so einfach: Schon seit 2019 versucht die Gemeinde, das Mobilfunknetz auszubauen. Doch laut einer Studie der Regierung von Mittelfranken sei der Empfang dort angeblich gut, erklärt Bürgermeister Gerhard Rammler. Die Folge: Der Bau eines Mobilfunkmasts sei nicht förderfähig.
Rammler hat viel versucht: „Seit fast sechs Jahren kämpfe ich dafür. Ich ging bis zum Wirtschaftsministerium.“ Die Anfrage bei verschiedenen Telekommunikationsunternehmen war fruchtlos: Keines plante den Ausbau des Netzes an der Stelle. Schließlich beschloss der Gemeinderat 2022: Wir bauen selbst.
Die Grube für den 40 Meter hohen Mast liegt auf öffentlichem Grund. Das Fundament härtet aktuell aus. Mitte November soll der eigentliche Mast aufgestellt werden. Der Turm bekommt zwei Bühnen, auf denen sich Arbeiter bewegen können. An deren Rändern befinden sich zwei Tragrohre für die Antennen. Neben dem Mast wird es ein Systemtechnik-Fundament geben und eine Zähleranschlusssäule für die Elektrik.
Kämmerer Tony Fuchs ist mit dem Projekt befasst. Nach seiner Einschätzung bewirkt der neue Mast nicht nur eine Verbesserung des Empfangs in Niederoberbach und Sommersdorf, sondern auch in Irrebach, Kleinried, Großenried, Thann, Weidendorf und Winkel.
Burgoberbach wird den Mobilfunkmast an Netzbetreiber vermieten. Telekom und Vodafone werden ihn betreiben. Die Mobilfunkunternehmen müssen ihre Technik installieren, eine Inbetriebnahme soll frühestens in einem halben Jahr erfolgen, kann aber auch deutlich länger dauern. Auch andere Unternehmen könnten den Mast nutzen.
Der Mast kostet mit Aufbau und Planungskosten etwa 650.000 Euro. Rammlers Einsatz beim Wirtschaftsministerium zahlte sich letztendlich doch aus: 10 bis 15 Prozent muss Burgoberbach selbst stemmen, der übrige Betrag fließt über das Mobilfunkförderprogramm des Freistaats.
Bürgermeister Rammler rechnet mit 7500 Euro Mieteinnahmen pro Jahr. Das Geld gleicht in etwa Unterhalt und Versicherung für den Mast aus: „Wir verdienen damit nichts, sondern machen das unseren Bürgern zuliebe.“