Junge Mütter bescheren Egenhausen neuen Spielplatz | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.10.2023 15:25

Junge Mütter bescheren Egenhausen neuen Spielplatz

Die Initiatorinnen (von links) Kathrin Lawrenz (mit Baby Marie und Anton), Theresa Wellhöfer und Hannah Giel (mit Elsa) feierten das Einweihungsfest mit 100 Gästen aus dem Dorf und darüber hinaus. (F.: Yvonne Neckermann)
Die Initiatorinnen (von links) Kathrin Lawrenz (mit Baby Marie und Anton), Theresa Wellhöfer und Hannah Giel (mit Elsa) feierten das Einweihungsfest mit 100 Gästen aus dem Dorf und darüber hinaus. (F.: Yvonne Neckermann)
Die Initiatorinnen (von links) Kathrin Lawrenz (mit Baby Marie und Anton), Theresa Wellhöfer und Hannah Giel (mit Elsa) feierten das Einweihungsfest mit 100 Gästen aus dem Dorf und darüber hinaus. (F.: Yvonne Neckermann)

Viele fröhliche Kinder in Gummistiefeln und Matschhose tobten am Samstag über den runderneuerten Spielplatz am Achlberg im Obernzenner Ortsteil Egenhausen. Rund 100 Menschen waren zum Einweihungsfest gekommen.

Möglich wurde die Anschaffung neuer Spielgeräte durch den Einsatz einer Elterninitiative, gegründet von den drei jungen Müttern Hannah Giel, Kathrin Lawrenz und Theresa Wellhöfer, sowie durch zahlreiche Spenden. Privatleute, Firmen, Banken und Vereine steuerten 7835 Euro bei, von der Gemeinde kamen zusätzliche 9000 Euro.

Neue Wipptiere und schöne „Villa Achlberg”

Von diesen Einnahmen wurden ein Kletterspielgerät mit Rutsche und zwei Wipptiere angeschafft. Außerdem erneuerten die insgesamt 24 aktiven Helferinnen und Helfer den alten Rutschenhügel, renovierten das Spielhaus „Villa Achlberg“ und verschönerten es mit vielen neuen Details, wie beispielsweise einer Kletterwand und einer „Schatztruhe“ mit Sandspielzeug. Alte, nicht mehr schöne oder defekte Spielgeräte wurden entfernt. Falls noch Geld übrig ist, wenn alle Rechnungen beglichen sind, soll vielleicht noch in ein neues Reck und in einen Sandkasten investiert werden.

Da viele Firmen auch Materialien und Arbeits- und Maschinenzeit gespendet haben, lässt sich der Gesamtwert des neuen Egenhäuser Spielplatzes nur schwer beziffern. Fest steht, dass es deutlich mehr sind als die 16.800 Euro, die an Geld zur Verfügung gestellt wurden. „Allein der Fallschutz unter dem Kletterturm, der unentgeltlich angelegt wurde, hat einen Wert von über 5000 Euro“, erläuterte Kathrin Lawrenz.

Verewigt wurden die vielen Helferinnen, Helfer, Spenderinnen und Spender an einem Spendenzaun mit liebevoll gestalteten Zaunlatten. Dadurch ist dieses Exemplar nicht nur die vorgeschriebene Absperrung zur Straße, sondern auch ein bunter Blickfang. Bei einer Malaktion durften die Kinder außerdem eine Baumscheibe verschönern.

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Ein Kreis hat sich geschlossen

Mit der Spielplatz-Einweihung hat sich in Egenhausen ein Kreis geschlossen. Vor ziemlich genau 30 Jahren hat ebenfalls eine Gruppe von Eltern den Spielplatz angelegt. Als drei ihrer Kinder – Hannah Giel, Theresa Wellhöfer und Kathrin Lawrenz – vor ein paar Jahren selbst Eltern wurden, stellten sie fest, dass die Anlage in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig war. Daraufhin entschieden sie, nicht darauf zu warten, dass jemand den Spielplatz für sie wieder herrichtet, sondern sich selbst ans Werk zu machen.

„Wir haben so viele tolle Erinnerungen an diesen Spielplatz, weil wir als Kinder hier viele schöne Momente verbracht haben“, berichtete Hannah Giel. „Das haben wir uns für unsere Kinder auch gewünscht.“

Da auch der TÜV bereits einige Mängel festgestellt hatte, war klar: „Hier musste etwas passieren.“ Im September 2021 hatten sie deshalb erstmals Kontakt zur Gemeinde aufgenommen, im Februar 2022 folgte der Spendenaufruf. „Wir haben damals auch überlegt, ob wir so wie unsere Eltern selbst Spielgeräte bauen könnten“, erzählte Hannah Giel.

Der Zaun wurde selbst gemacht

Aufgrund der vielen Sicherheitsvorschriften sei dies aber kaum möglich gewesen. Nur der Zaun wurde schließlich selbst gemacht. „Aber auch hier gab es viel zu berücksichtigen, wie beispielsweise die Vermeidung von Fingerfangstellen.“ Nachdem alle offenen Fragen geklärt und Probleme gelöst worden waren, konnte die komplette Anlage schließlich vom TÜV abgenommen werden.

Hannah Giel, Kathrin Lawrenz und Theresa Wellhöfer waren am Eröffnungstag also berechtigterweise nicht nur überglücklich, sondern auch sehr stolz auf sich. Denn zusätzlich zu ihrem ehrenamtlichen Engagement haben sie Kinder bekommen, zum Teil Häuser gebaut und damit ein ziemliches Arbeitspensum gestemmt. Bedanken wollten sie sich vor allem bei den Egenhäuser Gemeinderäten und der Dorfgemeinschaft: „Hier ist der Zusammenhalt wirklich spürbar.“

Insgesamt kritisierten sie allerdings, dass es einer ehrenamtlichen Initiative oft nicht leicht gemacht werde, etwas auf die Beine zu stellen. „Wir haben die Worte ,das geht nicht‘ wirklich oft gehört“, meinte Kathrin Lawrenz. Davon habe man sich aber nicht unterkriegen lassen und wolle mit der eigenen Geschichte nun Mut machen, ergänzte Hannah Giel: „Es lohnt sich, dranzubleiben.“


Von Yvonne Neckermann
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