Junge Autorin aus Rappoldshofen schreibt Romantasy-Literatur | FLZ.de

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Lesefortschritt

Junge Autorin aus Rappoldshofen schreibt Romantasy-Literatur

Franziska Labude präsentiert stolz ihr Erstlingswerk „Between Fire and Fate“ – zwischen Feuer und Schicksal. (Foto: Ulli Ganter)
Franziska Labude präsentiert stolz ihr Erstlingswerk „Between Fire and Fate“ – zwischen Feuer und Schicksal. (Foto: Ulli Ganter)
Franziska Labude präsentiert stolz ihr Erstlingswerk „Between Fire and Fate“ – zwischen Feuer und Schicksal. (Foto: Ulli Ganter)

Es ist ein großer Tag für Franziska Labude: Ihr Erstlingswerk erscheint am Dienstag, 26.August. Da sie als Werkstudentin in der Neustädter Buchhandlung Schmidt arbeitet, kann sie ihr eigenes Buch gleich selbst verkaufen – und signieren.

Wenn man sich mit der 25-Jährigen unterhält, fällt auf, wie sich der Buchmarkt inzwischen geändert hat – gerade in ihrem relativ jungen Genre. Denn bei „Between Fire and Fate“ – auf Deutsch „zwischen Feuer und Schicksal“ – handelt es sich um eine „Romantasy“. Der Name drückt schon aus, worum es geht: um Fantasy mit einer romantischen Liebesgeschichte.

Sie habe schon in der Grundschule begonnen zu schreiben – damals „mit katastrophaler Rechtschreibung“, erinnert sie sich. Ihre Mutter hatte den Eindruck, dass ihre Texte mehr Fehler enthalten als Wörter. Auf der Schreibmaschine im Haus zu tippen, habe sie immer sehr beruhigt.

Realer Hintergrund für Fantasy-Roman

Obwohl sich das mittlerweile geändert hat, hatte sie bei ihrem Erstlingswerk die größte Angst vor dem Korrektorat. „Viele, die schreiben, hassen das Lektorat“, erzählt sie. Sie dagegen freut sich regelrecht darauf, denn gerade beginnt die Lektorin mit der Arbeit am zweiten Band. Ihre Tipps und Anregungen fallen bei Labude auf fruchtbaren Boden. Es scheint eine Partnerschaft zu sein, bei der beide Seiten auf einer Wellenlänge unterwegs sind.

Das große reale Thema hinter der fantasievollen Geschichte ist dagegen die Einsamkeit. Die Anfänge gehen in die Corona-Zeit zurück, als viele, vor allem viele junge Leute die Erfahrung des Allein-Seins machten. Die Heldin des Zweibänders, Fiona, macht die Erfahrung, dass ihre Umwelt sich nicht an sie zu erinnern scheint. Sie fühlt sich vergessen von der Welt, so als ob sie nicht existiere – bis sie erfährt, dass sie Teil einer jahrhundertealten Prophezeiung ist. Dass Erlebnisse mit ihr in den Gehirnen der Anderen gelöscht werden, gehört zu einem speziellen Zauber. Unversehens findet sie sich in einem Krieg zwischen Schattenwölfen und Phönixen wieder – und zwischen zwei Männern.

Studentin trotzt den Absagen

Das Manuskript sandte die gebürtige Neustädterin, die schon mit zwei Jahren nach Rappoldshofen, einem Ortsteil Gerhardshofens zog, im übrigen direkt an den Verlag. Meistens werden heutzutage Agenten zwischengeschaltet, die eine Vorauswahl treffen. Sie bekam 20 Absagen. „Da beginnt man, sich dann infrage zu stellen“, erzählt die frühere Schülerin der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule und des Friedrich-Alexander-Gymnasiums. Mittlerweile studiert sie Theater- und Medienwissenschaft sowie Pädagogik. Inzwischen weiß sie: 20 Absagen sind gar nichts. Es liegt nicht am Manuskript, sondern häufig passe der eingesandte Text nicht ins Verlagsprogramm oder es gibt gerade keine freien Kapazitäten.

Vom Verlag „Federherz“ kam dann direkt eine positive Resonanz. Ein Buch im Selbstverlag herauszubringen koste dagegen, wenn man hohe Ansprüche an Lektorat, Korrektorat, Titelbildgestaltung und Satz habe, schnell 3000 bis 4000 Euro. Einen Verlag zu haben sei also ein großes Glück. Gepasst hat auch die Zusammenarbeit mit der Grafikerin, die ihr – nach ihren Vorschlägen – ein Titelbild schickte. „Es hat mir sofort gefallen.“ Es zeigt einen blauen Phoenix.

Tattoo passt zum Bucheinband

Ein merkwürdiger Zufall: Auf Labudes Oberarm prangt ebenfalls ein Phoenix, der demjenigen auf dem Paperback-Einband gar nicht so unähnlich sieht. „Jetzt denken alle, ich hätte das Tattoo erst jetzt stechen lassen. Dabei hatte ich es schon zuvor.“

Die Werbung für den ersten Band – der zweite erscheint im Januar – läuft fast ausschließlich über die neuen Medien. „Es wird immer gesagt, dass die jungen Leute nicht mehr lesen würden. Aber ich habe in den sozialen Medien mit lauter 16 bis 24-Jährigen Kontakt.“ Sie postet Lieblingsstellen und lässt künftige Leserinnen mit ihr auf die Veröffentlichung hinfiebern.

Die Kehrseite: „Es gibt gerade eine gruselige Entwicklung. Viele auf Tiktok sagen, es sei möglich, ein Buch in einem Monat zu schreiben.“ So akribisch, wie sie sich mit ihrem Erstlingswerk auseinandergesetzt hat – „Ich habe es bestimmt 30-mal vor dem Druck gelesen“ –, wäre das unmöglich.

Zu Gast bei der Frankfurter Buchmesse

Die Spiegel-Bestseller-Autorin Katharina Herzog, bei der Labude Schreibwerkstätten besuchte, schwärmt auf dem Einband des fertigen Werks. Von Bloggerinnen und künftigen Leserinnen aus der Lese-Bubble gibt es bereits die ersten positiven Rückmeldungen. Auf der Buchmesse in Frankfurt wird sie dabei sein und ihre Bücher signieren.

Es sei ein tolles Gefühl, das fertige Buch in den Händen zu halten. „Aber es ist auch sehr unwirklich, meinen Namen auf dem Titel zu lesen.“ Der Phönix, der in ihrem Buch eine zentrale Rolle spielt, erhebt sich in neuem Glanz aus seiner Asche. Auch ein Debüt hat ein bisschen etwas von der Strahlkraft dieses Neubeginns.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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