Jugendliche aus Neustadt schlossen Freundschaften in Italien | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 24.05.2025 17:46

Jugendliche aus Neustadt schlossen Freundschaften in Italien

Eine gemeinsame Wanderung der Jugendlichen aus Neustadt und Montespertoli gehörte zum Programm, genau wie Besuche in Pisa und Florenz sowie bei örtlichen Betrieben, dazu ein Ausflug ans Meer und Spiele. (Foto: Gregor Fleischmann)
Eine gemeinsame Wanderung der Jugendlichen aus Neustadt und Montespertoli gehörte zum Programm, genau wie Besuche in Pisa und Florenz sowie bei örtlichen Betrieben, dazu ein Ausflug ans Meer und Spiele. (Foto: Gregor Fleischmann)
Eine gemeinsame Wanderung der Jugendlichen aus Neustadt und Montespertoli gehörte zum Programm, genau wie Besuche in Pisa und Florenz sowie bei örtlichen Betrieben, dazu ein Ausflug ans Meer und Spiele. (Foto: Gregor Fleischmann)

Es war ein Besuch mit großem Vorlauf. Doch endlich, nach einer langen Pause, fuhren wieder Schulklassen in die italienische Partnerstadt Neustadts, nach Montespertoli. Die Freude war allenthalben groß.

Zunächst freuten sich natürlich die Jugendlichen: Viele von ihnen sahen zum ersten Mal das Meer und wagten sich trotz frischer Temperaturen auch hinein. Sie erlebten in der voll gepackten Woche viel, durften in den Weinkeller einer Contessa, den ihre italienischen Partner und Partnerinnen noch nie zuvor betreten hatten, sahen die toskanischen Schönheiten Pisa und Florenz und erfuhren viel über Olivenanbau und Keramik.

Vor allem aber verstanden sich viele der jungen Leute so gut, dass daraus eine Freundschaft entstehen könnte. Der Abschied jedenfalls, so schildert es Schulleiter Gregor Fleischmann, fiel sehr herzlich aus.

Partnerschaftsvereine ersehnen Nachwuchs

Es freuten sich aber auch die Bürgermeister beider Städte. Klaus Meier aus Neustadt hatte das den organisierenden Lehrkräften mit auf den Weg gegeben und sein Kollege aus Montespertoli begrüßte die Jugendlichen persönlich.

Vor allem hoffen die Partnerschaftsvereine beider Städte darauf, dass sich wieder Nachwuchs für die deutsch-italienische Sache begeistert. Die Neustädter Freunde Montespertolis hatten der Gruppe, die aus 25 Schülern und Schülerinnen und fünf Lehrkräften bestand, Geld für den Besuch einer Eisdiele in der Partnerstadt mitgegeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Und die Freunde Neustadts in Montespertoli hatten sogar eine riesige Torte für die Städtefreundschaft fertigen lassen. Schon beim Begrüßungsabend waren die 150 Bratwürste, welche aus Neustadt mitgebracht worden waren, vom Partnerschaftsvereinsvorsitzenden gegrillt worden.

Erasmus fördert mit fünfstelligem Betrag

Wie wichtig solche Begegnungen sind, wird durch eine großzügige Förderung durch europäische Fördermittel über „Erasmus“ unter Beweis gestellt. „Das ist ein sehr attraktives Programm“, betont Fleischmann. Die endgültige Fördersumme steht noch nicht fest, aber Erasmus fördert alles, was mit dem Lernen von Sprachen, von Digitalisierung oder beruflicher Bildung zu tun hat und dabei kann die Fördersumme etwa 38.000 Euro betragen, was die Fahrt für alle Familien erschwinglich macht.

Der Aufwand für das Orga-Team der Lehrkräfte war allerdings hoch: Schon seit zehn Jahren sei versucht worden, an der Schule in Montespertoli jemanden zu gewinnen, der sich für das Thema engagiert. Vor eineinhalb bis zwei Jahren gelang das dann. Jedem deutschen Jugendlichen wurde ein Partner oder eine Partnerin aus Italien vermittelt. Die jungen Leute nahmen per WhatsApp, Mail oder über die sozialen Medien Kontakt auf. Kommuniziert wurde auf Englisch, einen Italienischkurs gab es nicht extra.

Sport und Referate

Als die Lehrkräfte dann zu einem viertägigen Vorbereitungstreffen nach Montespertoli reisten, hatten sie schon viele kleine Geschenke ihrer Klassen mit im Gepäck, die in Italien für leuchtende Augen sorgten.

Dann war es soweit. Nach rund 13 Stunden Busfahrt – Fliegen wird von Erasmus nicht gefördert – erreichten die Mädchen und Jungs Montespertoli. Untergebracht waren sie in einem Centro Evangelico, das tolles Essen und wunderbare Freizeitmöglichkeiten bot. Da die Familien in der „Scuola Media Renato Fucini“ aus einem sehr großen Einzugsbereich kommen, wäre sonst logistisch alles sehr schwierig gewesen. Neben den vielen Ausflügen wurde gemeinsam Fußball und Volleyball gespielt oder gewandert. In Kurzreferaten stellten die Schüler gegenseitig ihre Schulsysteme vor und die italienischen Jugendlichen präsentierten Sehenswürdigkeiten ihrer Heimatstadt.

Voller Eindrücke und sehr begeistert ging es auf die Heimreise. Zum deutsch-italienischen Weinfest könnte man die Vertreter des Partnerschaftsvereins wieder treffen.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
north