Viel ist derzeit von einer Spaltung der Gesellschaft die Rede und davon, dass verschiedene Lager nicht mehr miteinander ins Gespräch kommen. Die Besten ihrer jeweiligen Schulen beim Regional-Wettbewerb von „Jugend debattiert“ zeigten am Mittwoch im Neustädter Friedrich-Alexander-Gymnasium in Neustadt, wie es auch gehen kann.
Das Besondere dabei: Man bekommt seine Rolle zugeteilt, kann sich also gar nicht selbst aussuchen, welche Position man vertritt. Das macht es nötig, sich bei der Vorbereitung mit Meinungen zu befassen, die man nicht teilt, und zu überlegen, welche Argumente sich dafür anführen lassen.
Einzige Ausnahme ist das Finale der älteren Altersstufe II, bei dem sich die Jugendlichen ihre Position wählen durften. Sie diskutierten darüber, ob extreme Parteien von Diskussionsrunden ausgeschlossen werden sollen. Mit Michelle Becker war auch eine Vertreterin des FAG in dieser Runde vertreten.
Beim Finale des Regionalentscheids in Mittelfranken standen dabei die Besten auf dem Podium, die es in dieser Kunst, die gesamtgesellschaftlich eine sehr wertvolle Fähigkeit wäre, schon weit gebracht haben. Aber nicht nur die Debattierer und Debattiererinnen glänzten mit ihrem rhetorischen Geschick, ihrer Fachkenntnis und treffenden Ausdrucksweise. Auch insgesamt war der Wettbewerb professionell organisiert.
Die Planung liegt in den Händen eines eigenen P-Seminars von Melany Döhler. Daniel Teixeira da Fonseca stand als Moderator am meisten im Blickpunkt. Schilder wiesen schon im Eingangsbereich den Weg zu den Räumen für die Vorentscheidungen und den Austausch der Jury. Die lernt ebenfalls viel: Sie gibt ein positives Feedback und einen Tipp, worauf die jeweilige Rednerin noch gezielt achten kann.
Seit zehn Jahren richtet das FAG den Regionalentscheid bereits aus. Das hängt damit zusammen, dass mit Döhler eine der beiden Regionalkoordinatorinnen vom FAG kommt. „Aber die anderen Schulen haben auch nicht die notwendigen Räume“ erläutert sie. 177 Jugendliche aus 13 Schulen waren diesmal am Start, darunter auch vier neue Schulen.
Nach einer Regeländerung ist damit zu rechnen, dass die Teilnahme künftig sogar noch reger wird. Dann würde auch das FAG allmählich zu klein. Schon jetzt erfordert das Ganze viel Engagement über den Wettbewerb hinaus. Denn auch die Vertretungspläne zu erstellen, ist wegen der vielen Raumänderungen eine Herausforderung.
In beiden Finalen – Sekundarstufe I und II – standen je drei Mädchen und ein Junge auf der Bühne. Alle acht sind schon Sieger, denn sie fahren gemeinsam zum Landesentscheid, der am 8. April im Landtag in München stattfindet. Die beiden Erstplatzierten treten dort für Mittelfranken an, die beiden anderen fahren als Ersatz mit.
Altersgruppe 1:
1. Viktoria Stepanova, Ansbach, Platen-Gymnasium
2. Ian Pantel, Nürnberg, Dürer-Gymnasium
3. Lena Baumeister, Schwabach, Wolfram-v.-Eschenbach-Gymnasium
4. Paula Mathis, Schwabach, Wolfram-v.-Eschenbach-Gymnasium
Altersgruppe 2:
1. Anna Stegmaier, Oberasbach, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium
2. Laura Jäger, Nürnberg, Melanchthon-Gymnasium
3. Michelle Becker, Neustadt Friedrich-Alexander-Gymnasium und Johannes Mauer, Schwabach, Wolfram-v.-Eschenbach-Gymnasium