Die Helfer vor Ort aus der Gruppe Sachsen-Lichtenau begrüßten Bayerns Innenminister Joachim Herrmann beim Eintreffen im Haus der Bäuerin in Sachsen per Handschlag. Die gegenseitige Wertschätzung spiegelte sich auch in der einstündigen Rede des Ministers beim Neujahrsempfang der Jungen Union Ansbach-Land wider.
Rund 400.000 Menschen sind in den Rettungseinrichtungen in Bayern aktiv und davon nur 20.000 Personen in hauptamtlicher Funktion. Dieser ehrenamtliche Dienst sei großartig und garantiert die Sicherheit der Bevölkerung, würdigte Herrmann am Freitagabend.
Der Minister schlug in seiner Ansprache einen weiten Bogen über die aktuelle politische Situation, die innere Sicherheit in Bund und Land zum Katastrophenschutz und sozialem Miteinander bis zur wieder notwendigen „Anpacker-Mentalität“. Er ermunterte zum „Mut zur Zukunft“ und forderte auf, am 23. Februar zur Wahl zu gehen. Den Regierungswechsel vor dreieinhalb Jahren hatte er „so schlimm nicht erwartet“. Krisen wie der Ukraine-Krieg oder die Pandemie waren unvorhersehbar, aber der Umgang damit war kein Meisterwerk, findet der CSU-Minister.
„Durch Zivilcourage von Menschen konnte der offensichtlich geistesgestörte Täter der schrecklichen Gewalttat in Aschaffenburg schnell festgenommen werden“, blickte Herrmann zurück. Der Überlastung der Behörden geschuldet sei der Ausreisepflichtige noch in Deutschland gewesen. Nach seiner Ansicht ändert das nichts daran, dass zu viele Flüchtlinge nach Deutschland kämen.
Der Staat müsse wissen, wer ins Land kommt, findet Herrmann. Zehntausende Menschen hätten keine Papiere – das dürfe nicht sein, sagte er und kritisierte Nachbarländer, die sich nicht an Regeln halten würden. Deshalb müssten an deutschen Grenzen Kontrollen und Zurückweisungen erfolgen. 8000 zusätzliche Stellen sind in den vergangenen 15 Jahren bei der bayerischen Polizei geschaffen worden, betonte Bayerns Innenminister.
Vollmundig angekündigt worden sei von der Bundesregierung ein „Neustart“ beim Katastrophenschutz, stattdessen würden die Mittel um 30 Prozent gekürzt. Gedanken über Austritte aus der Nato oder der EU, wie sie bei der AfD kursieren, bezeichnete Joachim Herrmann als „Hirngespinste“ und extrem gefährlich.
Am Ende seiner Rede nahm er Sozialleistungen und Bürgergeld in den Fokus. Der Wohlstand in Bayern und Deutschland sei hart erarbeitet – dies müsse auch den Menschen klar sein, die hier leben wollen. Seine Partei habe klare Konzepte, das Land in christlicher Verantwortung in die Zukunft zu führen, beendete der Innenminister und erntete starken Applaus aus den Kreisen der von der JU geladenen Gäste.
Eröffnet hatte den Neujahrsempfang Jan Meyer, Vorsitzender der 62 Mitglieder zählenden JU Sachsen-Lichtenau. Danach stellten sich die Listenkandidaten Christina Seiferlein (Ansbach) und Valentin Huber (Dinkelsbühl) den Gästen vor. Nach Herrmanns Rede war bei Häppchen und Getränken noch Gelegenheit für intensive Gespräche.