Eindeutig abgelehnt hat der Stadtrat das Vorhaben eines Investors, in Merkendorf ein großes Edeka-Geschäft mit Getränke- und Drogeriemarkt zu errichten. Vorgesehen war der Laden im Süden der Stadt neben den bereits bestehenden Rewe- und Aldi-Märkten.
Das kam ziemlich überraschend. Seit mehreren Monaten treibt der Stadtrat die nötigen Änderungen des Bebauungsplanes voran, damit zwischen Aldi und Rewe noch eine Rossmann-Drogerie gesetzt werden kann. Erst in der Juni-Sitzung hatte sich der Stadtrat klar zu diesem Projekt bekannt.
Doch nun ging der Antrag der Firma M Invest aus Gunzenhausen ein, die östlich des Aldi-Marktes an der Straße Am Wiesengrund einen weiteren Lebensmittel-Vollsortimenter mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche schaffen wollte. Weithin sichtbar für alle, die von Gunzenhausen kommend auf der B13 nach Merkendorf fahren – zumindest bis irgendwann in ein paar Jahren die Umgehung gebaut wird.
Darüber hinaus sah der Antrag eine „dm“-Drogerie mit 790 und einen Getränkehandel mit 400 Quadratmetern vor. Außerdem sind im Plan etwa 160 Parkplätze eingezeichnet. Dafür hätten insgesamt 14.000 Quadratmeter Fläche versiegelt werden müssen.
Bislang dient das Areal als Acker. Im Stadtrat fand das Ansinnen aber keinerlei Unterstützung. Alle Wortmeldungen sprachen sich klar gegen das Vorhaben aus. Herbert Argmann (Bürgerforum) befand, dass Merkendorf mit „Aldi und Rewe gut versorgt ist“. Dem pflichtete unter anderem Günther Simon (Bürgerallianz) bei. „Wir haben eine gute Nahversorgung. Da würden sich andere Orte etwas dafür geben.“
Die Lücke, die die Schlecker-Schließung im Ort mit sich gebracht habe, werde künftig durch den Rossmann-Drogeriemarkt geschlossen, befand Argmann. Weil dieser neue Laden zum allergrößten Teil auf dem Aldi-Parkplatz entstehen soll, sei das mit einem geringen zusätzlichen Flächenverbrauch möglich, stellte der zweite Bürgermeister fest. 14.000 zusätzliche versiegelte Quadratmeter sind aus Sicht Argmanns aber eindeutig viel zu viel Flächenverbrauch. Marco Lenz (Bürgerforum) betonte, dass es bereits eine klare Vereinbarung für den Rossmann-Markt gebe. Da könne man nicht plötzlich umschwenken. „Das wäre unseriös. Merkendorf war immer ein verlässlicher Partner.“
Und mit Edeka und „dm“ würde „Rossmann auf der Kippe stehen“, fürchtet Werner Rück (Bürgerallianz). Auch aus Sicht von Jeffrey Hausmann (Bürgerallianz) wäre es „ein falsches Signal nach außen“, nun mit Edeka anzubandeln. „Wir sind alle für den Drogeriemarkt, aber wir brauchen keinen zweiten Vollsortimenter.“
Jochen Schmidt (Bürgerforum) warf als weiteres Argument in die Waagschale, dass ein zusätzlicher Edeka-Markt eine Konkurrenz für Aldi und Rewe darstellen würde. Das könnte am Ende dazu führen, dass eines der Geschäfte wieder zusperre und eine Industriebrache zurückbleibe.
Außerdem verwies Schmidt auf die Verkehrssituation. Schon für die Genehmigung des zusätzlichen Rossmann-Marktes ist schließlich eine Verkehrszählung an der Kreuzung von Am Wiesengrund und B13 notwendig. Die Kreuzung sei schon jetzt in den Hauptverkehrszeiten intensiv genutzt, gab auch Karin Strobel (Bürgerallianz) zu bedenken. „Dann müsste man die Kreuzung ausbauen.“
Keiner der Stadträte fand ein Argument für die Edeka-Ansiedlung. Bürgermeister Stefan Bach (Bürgerforum) konnte die Debatte deshalb nach kurzer Zeit für beendet erklären. Die Abstimmung fiel angesichts der Wortmeldungen erwartbar aus. Nicht einer sprach sich für die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens aus. Da die Planungshoheit für die weitere Entwicklung eine Sache der Stadt ist, ist das das Ende für das Vorhaben in dieser Form.