Sie helfen bei Unfällen, löschen Feuer oder retten Menschen. Täglich machen sich in Ansbach Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche für andere stark: in den 13 Feuerwehren in der Stadt. Die Fränkische Landeszeitung gibt in der neuen Serie „Jederzeit im Einsatz“ Einblick – und zeigt ihre Aufgaben, Maschinen und Aktiven.
Aus Feuerwehrsicht ist das Gebiet der Stadt durchaus anspruchsvoll. Es umfasst mit den Ortsteilen fast 10.000 Hektar Fläche – und dehnt sich in jede Richtung rund 14 Kilometer aus. Dies teilt die Kommune mit. Neben der großen Fläche gebe es hier besondere Gefahrenschwerpunkte.
Dazu zählt die Stadt zum Beispiel Industrie- und Gewerbegebiete oder Gebäude und Anlagen im Bereich der US-Streitkräfte, der Firma Bosch, der Kliniken oder des Bezirksklinikums. Dies alles stelle hohe Anforderungen an die Feuerwehren.
Steffen Beck ist Stadtbrandrat und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ansbach. Er erwähnt außerdem die zehn Kilometer der stark befahrenen Autobahn 6 und zwei zentrale Bahnlinien. „Wichtig ist ein hoher Ausbildungsgrad“, hebt er hervor, „den Hilfesuchenden müssen wir qualifizierte Hilfe zukommen lassen, und die Anforderungen steigen immer weiter.“
Manche Menschen erstaunt dies: Nur zehn Prozent aller Feuerwehrleute sind hauptamtlich tätig. Diese gut 70 Einsatzkräfte wirken hauptsächlich in den beiden Werkfeuerwehren, also in denen der Robert Bosch GmbH Werk Ansbach und in der am Bezirksklinikum Ansbach, sowie in der US-Feuerwehr.
Die meisten Wehren in der Stadt sind zehn öffentlich-rechtliche Freiwillige Feuerwehren, also die FFW Ansbach mit ihrer Feuerwache im Ortsteil Eyb und die neun Ortsteilfeuerwehren: Bernhardswinden, Brodswinden, Claffheim, Elpersdorf, Gösseldorf, Hennenbach, Neuses, Schalkhausen und Winterschneidbach. Hinzu kommen die Werkfeuerwehren und die US-Wehr.
Das Brandschutzwesen war schon zu den Zeiten der Markgrafen bedeutsam. Von 1715 stammt zum Beispiel die erste „Feuer-Ordnung Deß Durchleuchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Wilhelm Friderichs, Marggraffen zu Brandenburg, Herzogen in Preussen“.
Heute leisten in der Stadt rund 730 Aktive ab 18 Jahren Dienst, wie Stadtbrandrat Steffen Beck schildert. „Mehr kann es immer sein, aber es ist über Jahre hinweg konstant und in Ordnung.“ Positiv bewertet er, dass darunter knapp 290 Atemschutzträger seien. Diese seien bei jedem Brand notwendig.
Die Feuerwehren in Ansbach hatten im vergangenen Jahr 907 Einsätze im ganzen Stadtgebiet zu stemmen. Dies gibt Steffen Beck gegenüber der FLZ zu bedenken. „Das sind zweieinhalb pro Tag.“ In diese Einsätze hätten die Aktiven über 9500 Stunden investiert.
Der Frauenanteil betrage mit über 90 Aktiven 13 Prozent. „Tendenz steigend“, macht der Stadtbrandrat deutlich. Zu den Erwachsenen gesellten sich noch mehr als 70 Jugendliche und 13 Kinder.
„Das ist ein wichtiges Fundament, denn das sind die Feuerwehrleute von morgen.“ Fast 90 Prozent der Aktiven in der Kinderfeuerwehr der Ansbacher Feuerwehr (Ansbacher Feuerdrachen) würden später zu Jugendfeuerwehrleuten.
Im Jahr 2023 feierte der Stadtfeuerwehrverband Ansbach auch sein 30-jähriges Bestehen. Für die Bevölkerung gab es dazu in Bayerns Brandschutz-Aktionswoche einen großen Tag der Feuerwehr.
Was ist das Besondere an den Feuerwehren in Ansbach? „Die Zusammenarbeit unter den Feuerwehren ist gut, egal ob es große oder kleine sind“, führt Stadtbrandrat Beck aus, „wir vertreten alle dieselben Interessen: dass wir den Bürgerinnen und Bürgern helfen wollen.“ Dies habe sich etwa bei den Bombenfunden in Ansbach und bei dem großen Hochwasser 2021 gezeigt.
Die Wehren seien ein wichtiger Teil der Gesellschaft. In den Ortsteilen bildeten sie außerdem oft den Mittelpunkt des Dorflebens. Für alle Feuerwehren aber gilt nach Ansicht des Stadtbrandrats: „Hier lernt man, füreinander einzustehen.“
Eine Bildergalerie zum Tag der Feuerwehr 2023 finden Sie hier.
Beiträge zu allen Feuerwehren in der Stadt sind in der FLZ ab jetzt in loser Folge in der Serie zu lesen.
Feuerwehren in der Stadt 13
Aktive ab 18 Jahren rund 730
Frauenanteil 13 Prozent
Mädchen und Jungen über 70 Jugendliche und 13 Kinder