Die tschechische Film- und Fernsehschauspielerin Jana Brejchova ist tot. Sie starb nach langer Krankheit am Freitag im Alter von 86 Jahren, wie unter anderem die Zeitung „MF Dnes“ unter Berufung auf ihre Tochter, die Schauspielerin Tereza Brodska, berichtete.
Die wegen ihrer Schönheit auch „tschechische Brigitte Bardot“ genannte Brejchova zählte zu den größten Stars des tschechoslowakischen und tschechischen Kinos. Sie war von 1958 bis 1962 in erster Ehe mit dem späteren Hollywood-Regisseur und Oscarpreisträger Milos Forman (1932-2018) verheiratet. Ihre vor knapp zwei Jahren gestorbene Schwester Hana war ebenfalls eine bekannte Schauspielerin.
Jana Brejchova wurde am 20. Januar 1940 in Prag geboren. Sie wuchs als zweitältestes von acht Geschwistern auf. Ihre erste Filmrolle bekam Brejchova bereits im Alter von 13 Jahren. Den Durchbruch verschaffte ihr später die Rolle der Schülerin Jana in dem Spielfilm „Das höhere Prinzip“ über den Terror der NS-Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Dafür erhielt sie eine Auszeichnung beim Filmfestival von Locarno. Brejchova übernahm auch Rollen in Deutschland, unter anderem in dem antifaschistischen Spielfilm „Das Haus in der Karpfengasse“ von 1965.
In der bekannten Fantasy-Kinderserie „Die Märchenbraut“ (auch: „Die schöne Arabella und der Zauberer“) verkörperte die Schauspielerin eine Königin. Mit ihrer Tochter Tereza Brodska war sie in einem Psychodrama über eine Mutter-Kind-Beziehung zu sehen. Brejchova erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die tschechische Verdienstmedaille und den Filmpreis Böhmischer Löwe für ihr Lebenswerk.
Der tschechische Regierungschef Andrej Babis schrieb bei X zu ihrem Tod: „Sie war eine ausgezeichnete Schauspielerin, eine Ikone des tschechoslowakischen Films und eine starke Persönlichkeit, die mit ihrem Talent und ihrem Charme ganze Generation von Zuschauern angesprochen hat.“
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