Früher haben Signalinstrumente ein Jagdrevier eingegrenzt. Heute gibt es Uhren und Handys, um den zeitlichen Ablauf zu markieren. Als Kunstform haben sich die Jagdhornbläser erhalten. Sieben davon unterhielten die Gäste auf der Neustädter Kirchweih – beim Frühschoppen des Jägervereins Neustadt.
Die Gruppen kamen aus Bad Windsheim, Neustadt, Scheinfeld, Uffenheim sowie aus Gerolzhofen, Herzogenaurch-Höchstadt und Nürnberg („Brauner Hirsch“). Bei letztgenannter Jägergesellschaft hatten viele ältere Jäger im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ihre Ausbildung genossen, wie Walter Billmann, Ehrenvorsitzender des Jägervereins Neustadt und Umgebung, wusste.
Billmann moderierte das Programm des Bläsertreffens. Nicht oft zu hörende Stücke wurden im Schatten des Pavillons und unter den Bäumen klanggewaltig zum Besten gegeben. Jede Gruppe hatte vier Stücke einstudiert. Die Jagdhornbläser Neustadt boten unter anderem die „Hundefanfare“ dar, das Jagdhornbläsercorps Uffenheim lud zum „Damenkränzchen“ und das Jagdhornbläserkorps Herzogenaurach-Höchstadt gab die „Waldkauzpolka“ zum Besten.
Die Jagdhornbläser Bad Windsheim hatten den „Hirschmarsch“ im Gepäck und die Jagdhornbläser aus Scheinfeld den „Steigerwälder Jägermarsch“. Die Jagdhornbläsergruppe Gerolzhofen ließ den „Marsch fränkischer Jäger“ ertönen und die Jägergesellschaft „Brauner Hirsch“ Nürnberg forderte „Zum Trinken“ auf. Unter der Leitung von Adolf Popp, Chef der Jagdhornbläser Neustadt und Umgebung, wurde ein Gesamtkorps gebildet. Die rund hundert Bläserinnen und Bläser spielten anfangs gemeinsam den Hubertusmarsch sowie am Ende die Wild-Tot-Signale und luden unüberhörbar „Zum Essen“ ein.
„Überwältigt“ vom musikalischen Aufgebot zeigte sich die Bayerische Jagdkönigin Diana Merkle aus Dillingen. Ihr dankte der Neustädter Jägervereinsvorsitzende Norbert Wanka mit einem Bocksbeutel. Er zeigte sich stolz auf den guten Besuch der Veranstaltung. Über die Jagd-Majestät freute sich Landrats-Stellvertreter Reinhard Streng. Spontan war dieser zu einem Grußwort aufgerufen worden. Er wünschte weiterhin ein unterhaltsames Jägerlatein.
Mit ein wenig Wehmut begleitete Bürgermeister Klaus Meier den Jägerfrühschoppen. Bei den Waidmännern und -frauen hielt er seine letzte offizielle Kirchweih-Ansprache, sagte er, denn bei der nächsten Kommunalwahl tritt er nicht mehr an. Im Jahr 2026 wolle er dann privat wieder bei dieser Traditionsveranstaltung dabei sein.