Schloss Schillingsfürst besitzt eine über 1000-jährige Geschichte, auch eine jagdliche Geschichte. Ein Jägertag mit Hegeschau dürfte aber das erste Mal dort stattgefunden haben. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Möglichkeit, sich rund um die Jagd zu informieren.
Dazu gehören auch Hunde. Solche präsentierte die Stöberhundgruppe Frankenhöhe. Die Gruppe verfügt nach den Worten des Vorsitzenden Heiko Stettner über insgesamt 50 gut ausgebildete Hunde. Diese werden zur aktiven, waidgerechten und effektiven Sauenbejagung eingesetzt. Von November bis Mitte/Ende Januar sei man bei 15 bis 20 Jagden im Umkreis von 150 Kilometern dabei, nicht nur in Bayern, sondern auch in Baden-Württemberg.
Anita Stettner stellte die einzelnen Rassen vor. Neben Stöberhunden waren die Bracken, die älteste Jagdhundegruppe, vertreten, ebenso die Schweißhunde, die Erdhunde und die Vorstehhunde. Nur Apportierhunde fehlten.
Hingucker waren aber die Weimeraner, eine alte, deutsche Vorstehhunderasse. Genauer gesagt, die drei acht Wochen alten Welpen, die aber lieber schliefen, als sich für das Geschehen zu interessieren.
Der Vorsitzende der Jägervereinigung Rothenburg, Johannes Schneider, freute sich über die Gastfreundschaft auf Schloss Schillingsfürst, die für den zweiten Jägertag gewährt wurde. Zu diesem war auch der Präsident des Bayerischen Jagdverbands, Ernst Weidenbusch, gekommen. Er würdigte die bayerischen Jäger als „die Experten für die Natur“. Sie seien diesbezüglich sehr gut ausgebildet.
Er versicherte, dass der Jagdverband beim Umbau der Wälder zu einem klimaresistenten Wald mitwirke. Lob hatte er für die Jägervereinigung dabei, denn einen solchen Ort für die Hegeschau hatte er so noch nicht erlebt. Solche Hegeschauen mit der Präsentation der Gehörne des Jagdjahres seien gesetzlich vorgeschrieben, verdeutlichte Schneider. Jede einzelne Trophäe sei mit einer Erfahrung verbunden. Coronageschuldet sei der Jägertag ins Leben gerufen worden. „Wir wollten die Hegeschau zu einer Info-Veranstaltung machen rund um die Jagd“, erläuterte Schneider.
Er nutzte den Tag zu einigen jagdpolitischen Anmerkungen. Natürlich ging es um den Vegetationsplan und die Abschusszahlen. Doch allein mit Schießen sei es nicht getan. Es bedürfe neuer Jagdstrategien. Das Wild brauche Deckungs- und Äsungsflächen und vor allem Ruhezonen – ohne Störung, wie er betonte.
Eine klare Absage erteilte Schneider der Forderung nach einer Verlängerung der Jagdzeit. Eine solche trage noch mehr zur Beunruhigung des Wildes bei. Die Abschussplanung müsse sich nach wildbiologischen Erkenntnissen orientieren.
Beim Schwarzwild wollen die Jäger für erträgliche Bestände sorgen. Doch die Errichtung von Saufängen habe mit Jagd nichts zu tun. Vertretbar seien solche Fallen vielleicht noch bei der Schweinepest, die Jäger und Jägerinnen wollen die Wildschweine aber waidgerecht jagen.
Zum Thema Bär, Wolf, Fischotter, Biber und Waschbär riet er zu einem sachlichen Umgang. Schneider warnte davor, die „Tiere zu Tode zu schützen“. Man dürfe nicht warten, bis es zu spät sei und die Stimmung kippe.
Dieter Kölle, Zweiter Rothenburger Bürgermeister informierte, dass die Stadt mit ihren 2310 Hektar Wald zu den großen kommunalen Waldbesitzern zähle. Nur in einzelnen Revieren habe der Abschuss erhöht werden müssen. Doch wichtiger als das Vegetationsgutachten sei die grundsätzliche Bereitschaft der Jäger, mit den Grundeigentümern zusammenzuarbeiten, um gemeinsam die Waldverjüngung zu sichern.
Der Jagd komme vor dem Hintergrund des Klimawandels und der überall sichtbaren Waldschäden eine besondere Bedeutung zu. Dies gelte nicht nur für den Rothenburger Stadt- und Hospitalwald, sondern für alle Wälder. Die Zusammenarbeit und das gute Miteinander hoben auch Dr. Steffen Triebe, Dritter Bürgermeister Schillingsfürst, und BBV-Kreisobmann Reinhold Meyer hervor. Dies sei besonders bei der Naturverjüngung wichtig, bekräftigte Andreas Egl, Bereichsleiter Forsten beim AELF Ansbach.
Im Schlosshof war für die Gäste viel geboten. Die Jagdhornbläsergruppe Rothenburg spielte. Es gab unter anderem Vorführungen des Fürstlichen Falkenhofs, das Infomobil der Jägervereinigung Ansbach zeigte Tiere aus Wald und Flur und für die Kinder gab es ein Quiz.