Der Dinkelsbühler Bauausschuss hat die geänderte Planung für eine Wohnbebauung auf dem Grundstück der ehemaligen Brauerei abgesegnet, und zwar einstimmig. Die Projektträger haben ihr Konzept im Bereich der Stellplätze nochmals nachgebessert sowie Änderungen bei der Fassadengestaltung und bei der Dachform vorgenommen.
Die geänderte Planung, wonach auf dem Grundstück im spitzen Winkel zwischen der B25-Ortsdurchfahrt und der Bechhofener Straße statt eines zusammenhängenden Komplexes nunmehr vier getrennte Mehrfamilienhäuser entstehen sollen, war bereits in der vorangegangenen Sitzung des Bauausschusses auf der Tagesordnung gestanden. Der Beschluss wurde damals aber vertragt, weil der vorgelegte Stellplatzschlüssel von 1:1 auf Kritik gestoßen war. Dieser hätte bei den vorgesehenen 112 Wohneinheiten ebenso viele Parkplätze auf dem Areal bedeutet, was mehreren Räten deutlich zu wenig erschien. Zwei frühere Versuche einer Bebauung waren schon gescheitert.
In der Zusammenkunft am Mittwochnachmittag vermeldete Patrick Bosch vonseiten der Projektträger jetzt einen Stellplatzschlüssel von 1:1,23. Man könne nun insgesamt 138 Parkplätze für Pkw anbieten. Möglich wird dies zum einen durch ein zusätzliches Geschoss bei dem Gebäude, das im nördlichen Bereich an der Ortsdurchfahrt entstehen soll. Dieses bekommt über der Tiefgarage noch ein weiteres Parkgeschoss, sodass – die Wohngeschosse dazu gezählt – aus dem vierstöckigen Gebäude ein fünfstöckiges wird.
Außerdem sieht die Planung statt der Flachdächer nun Walmdächer vor. Räume, die zunächst im Keller geplant waren, können in der Folge in den Dachbereich verlegt werden. Dadurch gibt es mehr Platz für die Tiefgarage. Nicht gebaut werden könnten hingegen, so Bosch, die eigentlich angedachten vier Besucherstellplätze an der Bechhofener Straße. Der Platz ist dafür zu knapp. Aufgegriffen wurde auch die Anregung, bei der Fassadengestaltung einen Bezug zum Sudhaus der ehemaligen Brauerei herzustellen. Dies soll in einem Teilbereich mit großen Rundbogenfenstern geschehen.
Dass Verbesserungen zwar erkennbar sind, die Lösung aber dennoch noch nicht optimal ist, befanden Paul Beitzer (SPD), Andreas Schirrle (DGG) und Wilfried Lehr (Wählergruppe Land), der von „Bauchschmerzen“ sprach.
Würde es sich um ein Vorhaben in der Altstadt handeln, so würde der Ausschuss jetzt vermutlich darüber diskutieren, inwieweit fehlende Stellplätze einfach abgelöst werden könnten, gab Alexander Wendel (Freie Wähler) zu bedenken. Ihm erschien der jetzt vorgelegte Stellplatzschlüssel akzeptabel. Dies sah auch Dieter Meyer (CSU) so. Vor allem wolle er keine Wohnungen für Fahrzeuge opfern. Die Anzahl der Wohneinheiten sollte nicht reduziert werden. Robert Tafferner (Grüne) bedauerte, dass die Gestaltung der Freiflächen auf dem Gelände „relativ spärlich“ ausgefallen sei.