Dieser Satz in einer dürren Pressemitteilung der Stadt macht Hoffnung, dass der Poker ums Messegelände beendet wird: „Bei einem Gespräch zwischen der Stadt Ansbach und dem Bezirk Mittelfranken wurde das weitere Vorgehen erörtert und ein gemeinsamer Weg zur Entwicklung und zur Veräußerung des Grundstücks ,Messegelände‘ an die Stadt Ansbach aufgezeigt.“
Seit Jahren versucht die Stadt das 3,8 Hektar große Areal vom Bezirk zu kaufen. Nach dem Ankauf der Parzelle, auf dem einst die Messehallen standen, sollte auch der Rest des Geländes in den Besitz der Stadt übergehen. Im Prinzip war man sich einig, seit der Wert des Grundstücks vor fünf Jahren ermittelt worden war. Es gab sogar schon einen städtebaulichen Wettbewerb, dessen Siegerentwurf den Bau von rund 100 Wohnungen vorsieht.
Der Deal sah folgendermaßen aus: Zusätzlich zum Kaufpreis, der wegen der schwierigen Erschließung des Areals – es handelt sich wegen des Onolzbaches um Überschwemmungsgebiet – relativ niedrig war, sollte der Bezirk nach Abzug der Erschließungskosten zu 50 Prozent an den Gewinnen aus den Grundstücksverkäufen beteiligt werden.
Nach der Bezirkstagswahl im Oktober 2018 fand eine neue Mehrheit diese Einigung offenbar doch nicht so toll. Knackpunkt war weniger der Verkaufspreis. Wie die FLZ jetzt erfuhr, will der Bezirk einen größeren Gewinn bei der Vermarktung der Grundstücke erzielen. „Die wollten beim Bebauungsplan mitreden und durch dichtere Bebauung mehr Kasse machen“, war aus der Ansbacher Stadtverwaltung zu erfahren.
Der Stadt sollen ökologische und soziale Aspekte wichtiger gewesen sein. Sprich weniger dichte Bebauung wegen des Hochwasserschutzes und die Anwendung des Ansbacher Wohnbaumodells, wonach mindestens 25 Prozent der Wohnfläche für geförderten Mietwohnungsbau zu sichern sind.
Nachdem man sich auf Verwaltungsebene zwischen Liegenschaftsamt des Bezirks und Baureferat der Stadt Ansbach nicht einig werden konnte, wurde der Streit ums Messegelände zur Chefsache erklärt. Doch auch ein runder Tisch im Herbst 2022 konnte den gordischen Knoten nicht durchschlagen. Ein neuerlicher Gesprächstermin zwischen Bezirkstagspräsident Armin Kroder und Oberbürgermeister Thomas Deffner wurde immer wieder verschoben.
Jetzt sind die beiden Chefs aber doch zusammengekommen und haben offenbar einen Weg aus dem Schlamassel gefunden. Wie zu erfahren war, wird die Bebauungsplanung der Stadt zum Messegelände eng mit dem Bezirk abgestimmt, auch der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan bedarf offenbar der Zustimmung des Bezirks – zumindest ungewöhnlich, dass eine andere Gebietskörperschaft bei der Bebauungsplanung einer kreisfreien Stadt ein gewichtiges Wort mitspricht.
„Sollte das vorgeschlagene Vorgehen auf Zustimmung stoßen, beabsichtigt die Stadtverwaltung, dem Stadtrat im Laufe des Jahres 2024 einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan zum Messegelände vorzulegen“, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: Man sei zuversichtlich, „mit dem bedeutenden Stadtentwicklungsprojekt auch den geförderten Wohnungsbau in Mittelfranken damit weiter voranzutreiben und einen signifikanten Beitrag zur Innenentwicklung der Stadt Ansbach zu leisten“.
Sicher nicht vor 2025 werde man das Verfahren abschließen können, heißt es bei der Stadt. Und die Bezirkstagswahl am 8. Oktober könnte erneut für neue Mehrheiten sorgen.