Irsingen: Wo Flugzeuge ein Verwöhnprogramm bekommen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.03.2023 10:00

Irsingen: Wo Flugzeuge ein Verwöhnprogramm bekommen

Propellerwechsel am Motorsegler der Irsinger Segelflieger unter Federführung von Motorseglerwart Thomas Maier (Mitte). (Foto: Günter Pomp)
Propellerwechsel am Motorsegler der Irsinger Segelflieger unter Federführung von Motorseglerwart Thomas Maier (Mitte). (Foto: Günter Pomp)
Propellerwechsel am Motorsegler der Irsinger Segelflieger unter Federführung von Motorseglerwart Thomas Maier (Mitte). (Foto: Günter Pomp)

Für jedes Flugzeug, unabhängig von Größe und Muster, wird in gewissen Intervallen eine gründliche Inspektion fällig. Das gilt auch für die Flugzeuge des Luftsportvereins (LSV) Irsingen/Hesselberg. So wird die Winterzeit genutzt, um die sechs Vereinsflugzeuge einer intensiven Wartung und Pflege zu unterziehen.

Diese erfolgt laut einer Pressemitteilung unter Federführung von Werkstattleiter Uwe Lorenz, der die Qualifikation hierfür in einer speziellen Ausbildung erworben hat. Dabei achtet er vor allem auf Beschädigungen im und am Flugzeug sowie auf die Funktionalität der Instrumente und Steuerorgane. Auch kleinere Reparaturen können in der Vereinswerkstatt vorgenommen werden. Reinigung und Polieren sind weitere Maßnahmen an den Seglern.

Beim Motorsegler wird zusätzlich Triebwerk und Propeller genau überprüft. Sogenannte technische Mitteilungen des Herstellers oder des Luftfahrtbundesamtes gilt es zu beachten und umzusetzen.

Die Maschinen des Vereins sind pflegeleicht

So war beim Propeller eine Grundüberholung im Herstellerwerk nötig. Die Steuerung von Höhen- und Querruder mussten aufgrund einer solchen technischen Mitteilung ausgetauscht werden. Dies fällt in die Zuständigkeit des technischen Leiters des Vereins, Thomas Maier, der gleichzeitig als sogenannter Motorseglerwart lizenziert ist und sich gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Roth um den Motorsegler kümmert.

Da der Verein überwiegend Segelflugzeuge in Kunststoffbauweise besitzt, sind die Arbeiten überschaubar. „Diese Maschinen sind wesentlich pflegeleichter“, erklärt Werkstattleiter Lorenz. Bei der Winterarbeit sind nicht nur die handwerklichen Tätigkeiten gefragt, auch die soziale Komponente hat einen hohen Stellenwert: „So lernen gerade die Flugschüler zum ersten Mal, wie man richtig mit Werkzeug und verschiedenen Werkstoffen umgeht“, betont Lorenz.

Abgeschlossen werden die Winterarbeiten im Regelfall mit der Jahresnachprüfung, vergleichbar mit dem TÜV beim Auto. Ein Beauftragter des Luftfahrtbundesamtes prüft die Flugzeuge nicht nur auf Herz und Nieren, sondern kontrolliert auch, ob die Wartungsarbeiten oder Reparaturen auch ordnungsgemäß ausgeführt wurden.

Sehr viel Papierkram zu bewältigen

Ist alles in Ordnung, wird eine Lufttüchtigkeitsbescheinigung ausgestellt, die für ein Jahr gilt. „Zuvor muss jedoch auch sehr viel Papierkram bewältigt werden“, beklagt Werkstattleiter Lorenz.

Wer Interesse hat, den Segelflugsport einmal hautnah zu erleben, der kann laut weiterer Mitteilung an einem über die Volkshochschule angebotenen Kurs des LSV teilnehmen. Dabei werden die theoretischen und praktischen Grundkenntnisse des motorlosen Fluges vermittelt. Die erworbenen Kenntnisse werden schließlich an einem Wochenende unter Anleitung von Fluglehrern am Flugplatz in die Praxis umgesetzt. Anmeldung und Informationen entweder telefonisch unter 09851/902160 oder über die Internetseite www.vhs-lkr-ansbach.de.


Von Günter Pomp
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