Die zwei Tage der offenen Weingüter sind ein Besuchermagnet für Ipsheim. Tausende Gäste strömen dazu in die Marktgemeinde. Heuer laden die teilnehmenden Betriebe am Samstag und Sonntag, 31. August und 1. September, ein. Passend dazu schmücken seit kurzem drei Himmelsliegen die Aussichtsplattform terroir f.
Durch sie sollen die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Gäste gesteigert und eine Ruhemöglichkeit geboten werden. Die kommunale Allianz NeuStadt & Land fördert die Anschaffung im Zuge des Regionalbudgets. Voraussichtlich werden 70 Prozent der Nettokosten bezuschusst, erläutert Allianzmanagerin Theresia Pöschl. Das entspricht einer Förderung von rund 4500 Euro. Die ersten Nutzer gaben sogar schon positives Feedback, freut sich Stefan Eber, Vorsitzender des Ipsheimer Weinbauvereins.
Das erste Mal so richtig zum Einsatz werden die Liegen, die aus Lärchenholz bestehen, dann wohl an den Tagen der offenen Weingüter kommen. Die offizielle Eröffnung der dritten Auflage der Veranstaltung ist am Samstag, 31. August, um 14 Uhr mit der Ipsheimer Weinkönigin Hanna I., Stefan Eber, Bürgermeister Stefan Schmidt sowie einigen Ehrengästen am Bacchusplatz – bei schlechtem Wetter im Rathaus – in Ipsheim geplant.
Um den Besuchern die Vielfalt der Weine näherzubringen, gibt es das Weinticket, das bei teilnehmenden Winzern an beiden Tagen erworben werden kann. Es bietet die Möglichkeit, bei den Winzern je 0,1 Liter eines besonders ausgesuchten Weines zu verkosten. Der Pass ist am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 12 Uhr gültig. In welcher Reihenfolge und bei welchem Winzer das Ticket zum Einsatz kommt, ist jedem selbst überlassen. Unter den Teilnehmern, die alle Betriebe besuchen, werden im Nachgang Weinpakete verlost.
Die Kirche St. Johannis ist an beiden Tagen durchgehend geöffnet. Am Samstag wird um 15 Uhr Orgelmusik erschallen, um 16 Uhr findet eine Kirchenführung statt. Von 14 bis 17 Uhr wird zudem zum „Gespräch über Gott und die Welt“ eingeladen. Der Sonntag startet um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Um 13 Uhr ist musikalischer Auftakt durch den Posaunenchor, um 14 Uhr findet eine Kirchenführung statt, von 14 bis 16 Uhr wird ein Kinderprogramm geboten und von 13 bis 16 Uhr ist abermals die Zeit für Gespräche.
Verschiedene Betriebe haben ein spezielles Programm für ihre Gäste ausgeklügelt – inklusive Weine, süßen und herzhaften Speisen, teils mit Livemusik sowie mit Einblicken hinter die Kulissen eines Weinguts. Dabei sind heuer die Weingüter Schürmer (Kaubenheim und Ipsheim), das Weingut Düll, Weinbau Strebel & Popp, das Weingut Hofmann, Weinbau Riedel, der Winzerhof Engel, die Aroma-Brennerei Beck-Treuheit (im Fikus-Vereinsheim in der Waldstraße), Huthöfer’s Scheunenstube, das Weingut Kreiselmeyer, das Weingut Armin Düll sowie Weinbau Möhring (im Bewirtungshaus in den Weinbergen).
Da auch Betriebe in den Ipsheimer Ortsteilen mitmachen, hoffen die Verantwortlichen auf lauffreudiges Publikum. In den vergangenen Jahren waren viele Gäste aber auch mit dem Fahrrad unterwegs, erklärt Winzer Thomas Kreiselmeyer. „Die Gäste organisieren sich“, sagt Stefan Eber, so manche Gruppe ordert beispielsweise einen Bus. Auch einige Weinhoheiten werden zu Gast sein.
Und wie wird der diesjährige Weinjahrgang? Drei Winzer ziehen schon jetzt eine kleine Bilanz. Ein paar Wochen bleiben ihnen noch bis zur Lese, sagt Thomas Kreiselmeyer. Der Frost im April habe die Weinberge stark geschädigt, viele Triebe seien erfroren. Die Reben mussten dann ein zweites Mal austreiben. Die Ertragserwartung sei bei diesen Stöcken stark reduziert. „Deshalb rechnen wir mit einer mengenmäßig kleinen Ernte.“
Ähnlich sehen das auch Andreas Popp und Bernd Hofmann. Das Positive trotz des Verlustes: „Die Weinberge können sich aufgrund der reduzierten Traubenlast, sowie den ausreichenden Regenmengen vom Trockenstress des letzten Jahres erholen und sehen momentan prächtig aus“, so Thomas Kreiselmeyer. Zudem sei die Qualität der wenigen Trauben hoch, schätzt Andreas Popp.
Bernd Hofmann glaubt, dass die Ernte Anfang September beginnen könne. Aufgrund der großen Reifeunterschiede durch die später entwickelten Frostanlagen könnte sich die Weinlese aber bis Ende Oktober strecken. Die unterschiedlich gereiften Trauben erforderten dieses Jahr teilweise eine sehr aufwendige, selektive Weinlese. Hofmann tippt zudem darauf, dass es mehrere Weinstile geben werde: leichte, alkoholärmere aus den spät entwickelten Reben sowie kräftige, vollmundige Tropfen aus perfekt gereiften Trauben.