Wie kann ich mir den Alltag im Alter in den eigenen vier Wänden leichter machen? Wie kann ich Demenz vorbeugen? Wo bekomme ich als Angehöriger Hilfe bei der Pflege? Antworten auf diese und noch weitere Fragen erhielten die Besucherinnen und Besucher beim ersten Infotag rund um Senioren, Pflege und Demenz in Dinkelsbühl.
„Meistens kümmert man sich erst um solche Themen, wenn es einen selbst betrifft als Patient oder Angehöriger. Und dann ist es enorm wichtig, dass man ganz schnell alle Informationen erhält beziehungsweise weiß, wo man sie bekommt”, betonte Landrat Dr. Jürgen Ludwig bei seiner Begrüßungsrede im kleinen Schrannensaal. Aus diesem Grund sei er ein großer Fan solcher Infotage, an denen sich Bürgerinnen und Bürger einen Überblick über die Angebote in der Region verschaffen könnten. „Mit diesem Tag können wir natürlich nicht alle Probleme lösen, aber man bekommt erste Informationen und lernt die verschiedenen Anlaufstellen kennen”, so Ludwig.
An mehreren Infoständen konnten Interessierte Kontakt aufnehmen und ins Gespräch kommen. So waren etwa die Pflegeberatung des Landkreises, die Diakonie Dinkelsbühl-Wassertrüdingen und die Diakonie Dinkelsbühl, der Seniorenbeirat der Stadt Dinkelsbühl, die AOK, die Betreuungsstelle des Landkreises Ansbach sowie die Selbsthilfekontaktstelle KISS mit ihrer Angehörigengruppe Demenz vertreten. Des Weiteren konnten sich die Besucherinnen und Besucher auch über den Helferkreis Lichtblick, eine demenzfreundliche Apotheke, die Agentur für Haushaltshilfe und das Stephanusheim Dinkelsbühl informieren.
Zudem war auch das Bayerische Rote Kreuz vor Ort, um seine zahlreichen Dienste wie beispielsweise „Essen auf Rädern” zu präsentieren. „Den Rettungswagen kennt jeder, aber es gibt noch so viele andere Angebote, die das BRK anbietet und den Alltag erleichtern können”, hob der Landrat hervor.
Ein Kernproblem in der Region sei laut ihm die fehlende Kommunikation. Aus Sicht des Landrats sei es deshalb sehr wichtig, dass sich alle in diesem Bereich tätigen Akteure aus der Region untereinander vernetzen. Er hob in diesem Zusammenhang auch die Initiative „Gesundheitsregion plus im Landkreis Ansbach und Stadt Ansbach” hervor, die die Veranstaltung federführend zusammen mit dem Gesundheitsamt des Landkreises organisiert hat.
Ziel der Gesundheitsregion ist es, die Akteure in regionalen Netzwerken zusammenzubringen, Kompetenzen zu bündeln und dadurch auf kommunaler Ebene zukunftsfähige Strukturen für die Gesundheit der Menschen im Landkreis Ansbach und der Stadt Ansbach zu schaffen. „Wir haben trotz allen Ärgers ein sehr gutes Gesundheitssystem”, ist sich der Landrat sicher.
Ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm rundete das Angebot des Infotages ab. Helga Meyer von der Betreuungsstelle hielt einen Fachvortrag über das Thema Vorsorgevollmacht. Anschließend informierte Vera Täubel von der AOK über Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige. Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Meike Nenner von der Fachstelle für Demenz und Pflege mit ihrem Beitrag „Wenn Hilfe nötig ist – Wohnortnahe Unterstützung und Hilfsangebote“.
Parallel dazu konnte die Wanderausstellung „DEMENSCH“ des Künstlers Peter Gaymann besichtigt werden, die mit feinem Humor und viel Einfühlungsvermögen einen besonderen Blick auf das Leben mit Demenz wirft.