In Wassertrüdingen schließt der faire Handelsplatz | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 02.04.2025 19:53

In Wassertrüdingen schließt der faire Handelsplatz

Mitarbeiterinnen des Eine-Welt-Ladens Maria Kaiml, Monika Grimm, Andrea Schmidt, Verena Müller, Inge Tauber, Christine Tippl, Heidi Krakowczyk, Claudia Herbst und Monika Titze (von links) im Katholischen Pfarrheim vor dem „Eine-Welt-Schrank“. (Foto: Peter Tippl)
Mitarbeiterinnen des Eine-Welt-Ladens Maria Kaiml, Monika Grimm, Andrea Schmidt, Verena Müller, Inge Tauber, Christine Tippl, Heidi Krakowczyk, Claudia Herbst und Monika Titze (von links) im Katholischen Pfarrheim vor dem „Eine-Welt-Schrank“. (Foto: Peter Tippl)
Mitarbeiterinnen des Eine-Welt-Ladens Maria Kaiml, Monika Grimm, Andrea Schmidt, Verena Müller, Inge Tauber, Christine Tippl, Heidi Krakowczyk, Claudia Herbst und Monika Titze (von links) im Katholischen Pfarrheim vor dem „Eine-Welt-Schrank“. (Foto: Peter Tippl)

Der Eine-Welt-Laden der Katholischen Pfarrei Heilig Geist Wassertrüdingen öffnet am Sonntag, 6. April, zum letzten Mal. Nach über 30 Jahren Einsatz und Engagement des Teams um Monika Titze wird der Verkauf von fair gehandelten Produkten, von geflochtenen Körben oder kleingenossenschaftlich vertriebenen Waren eingestellt.

1989 hatten sich einige Gemeindemitglieder auf Anregung der damaligen Gemeindereferentin Alexandra Radina überlegt, fair gehandelten Kaffee nach den Gottesdiensten in der Pfarrei zum Verkauf anzubieten. Mit zunehmendem Erfolg wurden weitere fair gehandelte Waren angeboten, eine Zusammenarbeit mit dem Weltladen in Herrieden gepflegt und sogar frische Bananen wurden aus kleingenossenschaftlichem Vertrieb angeboten. Unterschiedliche oder mangelhafte Früchtelieferungen führten jedoch dazu, dieses Angebot wieder einzustellen.

Im Pfarrheim ein Schrank hergerichtet

Im Laufe der drei Jahrzehnte wurde das Sortiment der fair gehandelten Waren aufgrund der hohen Nachfrage ausgeweitet und im Pfarrheim sogar ein eigener Schrank eingerichtet. Regelmäßig wurden die Waren auch nach den Gottesdiensten vor der Kirchentür zum Verkauf angeboten.

Als Bezugsquellen hat Monika Titze das Fair-Handelshaus oder den Dritte-Welt-Partner „CaWeLa“ Fairhandelszentrum genutzt. Mit den Jahren hat sich ein fester Stamm an Mitarbeiterinnen gebildet, der auch bei Veranstaltungen der Pfarrei oder am Adventsdorf mit den Produkten präsent war. Mit dem Erlös wurden zu Beginn des Eine-Welt-Laden-Projekts kirchliche Hilfsprojekte wie Misereor unterstützt.

Kontakte in die ghanaische Hauptstadt

Durch Kontakte der langjährigen Gemeindereferentin Maria Kaiml zum „Center of Hope“ der Steyler-Missionare in der Nähe der ghanaischen Hauptstadt Accra wurde die schulische Ausbildung für Jugendliche gefördert. Bruder Stephen Domelevo – der Steyler-Missionar verstarb im Herbst vergangenen Jahres – wählte die Jugendlichen aus und pflegte auch die Kontakte ins Bistum Eichstätt und nach Wassertrüdingen. Domelevo war mit dem von ihm geleiteten Chor „Catholic Joyful Singers“ dreimal in der Region und sorgte bei Gottesdiensten und Auftritten für Begeisterung.

Das könnte Sie auch interessieren
Abendmusik in Bechhofens Johanniskirche: Eindrucksvolles DuoAusstellung in Bad Windsheim zeigt, wie es in mittelalterlichen Spitälern zugingAbschluss der Renovierung: Bischof besucht St. Peter und Paul in HalsbachHeilsbronn: „Babyboomer-Marktsonntag“ erhält bayerischen InnovationspreisÄlteste Pfarrkirche am Hesselberg: St. Peter und Paul in Halsbach erstrahlt wiederDialog in Dinkelsbühl: Käßmann und Bittlinger verbinden Glauben und GesellschaftBibliothek kehrt zurück: Neustadts kostbarster Schatz ist endlich wieder zu HauseAnsbacher Gottesdienst für Rente und Ruhestand: Die Idee hatte ein junger TheologeKampf gegen den Klimawandel: In Bad Windsheim findet eine besondere Reihe stattBaumängel in der Kita „Haus der Kinder Miriam/St. Magdalena” in Dinkelsbühl?Die prachtvollen Farbfenster der St.-Jakobskirche in Rothenburg sind dokumentiertDie neue Pfarrerin für Jobstgreuth und Linden freut sich auf die Konfiarbeit„Man hat nur eine Chance”: Ein Buchheimer hat sein Hobby zum Beruf gemachtEin Ort zum Innehalten: Was hinter der Burgbernheimer Himmelsbahn stecktNeues Dekanat „An Sulzach und Wörnitz”: Gründungsfeier an symbolträchtigem Ort

Evangelische Gemeinde schloss sich Projekt an

Vor rund 15 Jahren knüpften Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde bei einem ökumenischen Pfarrfest in Wassertrüdingen Kontakte zum Eine-Welt-Team. Seitdem wurden in regelmäßigen Abständen auch in der Stadtkirche fair gehandelte Produkte angeboten.

Das zunehmend größere Angebot in den Einkaufsmärkten ließ allerdings die Weiterführung des Eine-Welt-Ladens immer schwieriger werden, so dass sich das Team um Monika Titze zur Aufgabe des Ladens entschlossen hat.

Die Tür des Ladens im Pfarrheim an der Rosenstraße ist am Sonntag nach dem Gottesdienst ab etwa 11 Uhr geöffnet.


Von Peter Tippl
north