Die Basketballabteilung der Sportgemeinschaft Bomhard-Schule Uffenheim (SBU) boomt. Vor knapp drei Jahren sind Abteilungsleiter Christian Drumm und Trainer Roman Shine quasi bei null gestartet, am Sonntag feierten sie einen Meilenstein: Erstmals überhaupt spielten in der Halle III drei Mannschaften am selben Tag direkt hintereinander.
Der Sonntag war für die Uffenheimer Basketballer gewissermaßen der Tag der Premieren. Erstmals überhaupt bestritten die drei bislang angemeldeten Basketballmannschaften der SBU an einem Sonntag in der heimischen Halle drei Spiele hintereinander: erst die U12, dann die U16 und schließlich die Herren. Basketball von 13 bis 20 Uhr.
Die U12 der SBU hatte vorher noch nie ein Spiel gemacht, niemand aus der Mannschaft stand je bei einem offiziellen Match auf dem Feld. Bis Sonntag. Weitere Premiere: Die neue Anzeigentafel blendete erstmals deutlich sichtbar für alle Zuschauerinnen und Zuschauer die Spielzeiten und das Ergebnis ein. Uffenheimer Basketball-Fieber, Uffenheimer Heimspielgefühle.
Doch das Thema Anzeigetafel ist für die SBU-Basketballer damit noch längst nicht abgehakt. Alles in allem wurden dafür –inklusive Installation und allem drum und dran – 5000 Euro fällig, für die einfache Version, die nun in der Halle hängt. Anfangs hatte Abteilungsleiter Drumm von einem großen Bildschirm mit speziellem Schutzglas geträumt, auf dem im Training beispielsweise dann auch Videos hätten eingespielt werden können. Hätte, wäre, könnte: alles Konjunktiv. „Die Ursprungsplanung hätte 12.000 bis 13.000 Euro gekostet.” Zu teuer.
Schon mit den 5000 Euro haben die Uffenheimer zu kämpfen. „Die Anzeigetafel würde ein Riesenloch in unsere Finanzen reißen”, betont Christian Drumm. Denn die junge Abteilung hat noch nicht die Mittel wie andere. Zwar mussten die Basketballer das Geld jetzt vorstrecken, weil die neue Tafel zu Saisonbeginn hängen sollte. Doch hoffen der Abteilungsleiter und seine Mitstreiter nun, dass die Summe wieder zurück in die Kasse fließt. Dafür haben sie eine Crowdfunding-Aktion in Kooperation mit der VR-Bank gestartet. Jeder Euro zählt und ab einer gewissen Spendensumme steuert auch das Kreditinstitut noch einen Anteil bei.
Seit wenigen Tagen läuft die Aktion nun, einige Euros fehlen aber noch. Während der Basketball-EM hatten die Uffenheimer Public-Viewing-Veranstaltungen ausgerichtet und so ebenfalls Einnahmen generiert. Aber warum war es mit der Anzeigentafel derart eilig? Auf diese Frage hat Drumm eine sehr plausible Antwort: Das Kampfgericht sitzt bei den Spielen unterhalb der Tribüne in einem Raum. Dort standen bislang auch die Zeit- und die Ergebnistafel. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer ist diese aber selbst bei ungesunden Verrenkungen nicht sichtbar. Ab und an hatten die Uffenheim dann gegenüber eine Person abgestellt, die mit Klappkärtchen den Spielstand dargestellt hat. Aber das war irgendwie aus der Zeit gefallen.
Generell wird bei den Basketballern ein bisschen umstrukturiert. Die Bank hatte bisher direkt am Spielfeldrand, an der Linie, gestanden. Bei Zweikämpfen war die Verletzungsgefahr entsprechend groß, so dass Trainer und Ersatzspieler jetzt ihren Platz auf Bänken in den Materialgaragen finden werden. Eine Lösung, wie Trainer, Kampfrichter und Schiedsrichter Kontakt aufnehmen können, ist in Arbeit: „Das wird innovativ”, sagt Drumm. Ohne Improvisation geht es in der recht engen Halle III der Bomhard-Schule eben nicht.
Schließlich hatten Drumm und Shine in ihren kühnsten Träumen nicht mit einem derart steilen Aufstieg der Basketballer gerechnet. Von neun auf 65 Mitglieder in unter drei Jahren, das beeindruckt selbst Sponsoren. Ein Kooperationsvertrag mit einem Textilhersteller aus Berlin wurde geschlossen, die frischen Trikots haben es punktgenau zum Dreifach-Spieltag am Sonntag nach Uffenheim geschafft. Mit eigenem Wappen. Und auch das Uffenheimer Architektenbüro Rupsch tritt als Sponsor auf, dankt der Abteilungsleiter.
Für Drumm war diese kometenhafte Entwicklung nicht immer ganz stressfrei, gesteht er. „Ich habe teilweise 17 parallel laufende Themen gehabt.” Doch der Erfolg gibt ihm recht. Bei der U12-Premiere waren dann sogar 13 Spieler gemeldet, obwohl Drumm und das Trainerteam Angst hatten, nicht genügend Optionen zu haben. Diese Sorgen waren also unbegründet.
Trainerteam? Ja, Roman Shine muss nicht mehr alle Mannschaften alleine trainieren. Für die U12 hat sich ein Trainer-Duo gefunden, Roman Shine hat die U16 übernommen und bei den Herren wurde eine Spielertrainer-Lösung etabliert. „So haben wir es auf mehrere Schultern verteilt und können Ausfälle kompensieren”, sagt Drumm. Durch gute Zusammenarbeit mit der Bomhard-Schule und Improvisation haben die SBU-Basketballer jetzt auch deutlich mehr Hallenzeiten: Drei Trainings sind so pro Woche und Team möglich.
Für Heimspiele, insbesondere im Dreierpack, brauchen die Uffenheimer übrigens rund 20 Helferinnen und Helfer. Auch Kaffee und Kuchen werden gereicht, für die Koordination gibt es eine eigene WhatsApp-Gruppe. Viele Eltern backen gerne. Am Sonntag hat sich das einmal mehr gelohnt: Die U12 hat bei der Premiere gleich einen souveränen Sieg eingefahren – 56:35 gegen Oerlenbach/Ebenhausen. Die U16, die allerdings außer Konkurrenz spielt, gewann mit 85:48 gegen Kitzingen. Nur die Männer sind noch nicht ganz in der Spur, gegen Oerlenbach/Ebenhausen II setzte es eine 55:78-Niederlage.
Weitere Informationen zur Crowdfunding-Aktion für die Anzeigentafel:
https://www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/anzeigetafel-fuer-sbu