Bei schönem Herbstwetter trafen sich Reiterinnen und Reiter, Jagdhunde und zahlreiche Zuschauende zur traditionellen Schleppjagd des Vereins Frankenmeute in und um Schillingsfürst. Die Jagdherrschaft hatte in diesem Jahr Christine Wägelein übernommen.
Seit vielen Jahren ist Christine Wägelein engagierte Schleppjagdreiterin. Zusammen mit ihrer Familie, den Eltern und Freunden der Schleppjagdreiterei organisiert sie dieses alljährliche Ereignis. Die Schillingsfürsterin hatte die Jagdherrschaft anlässlich ihres runden Geburtstages übernommen.
Anders als bei klassischen Fuchsjagden folgt man bei Schleppjagden keinem „lebenden Wild“, sondern einer künstlich ausgelegten Spur, genannt Schleppe, der die Hunde, meist sind es Beagles, nachlaufen. Es geht weniger um Jagderfolg als um Reitsport, Gemeinschaft, Tradition und die Freude an Pferd, Hund und Natur. Der Schleppjagdverein Frankenmeute organisiert in Bayern viele dieser Veranstaltungen. Die Reiter kommen aus Süddeutschland, Baden-Württemberg, Oberbayern, der Oberpfalz und aus Thüringen.
Die Jagdhorngruppe „Parforce Grenzenlos“ begleitete dieses Spektakel musikalisch mit Jagdsignalen zur Verständigung und zur Unterhaltung des Publikums. Die Mitglieder kommen ebenfalls aus unterschiedlichen Regionen des Freistaates, sind seit Jahrzehnten dabei und sind in der Herbstzeit für den Verein jedes Wochenende im Einsatz.
Am Vormittag traf sich die Jagdgesellschaft zum Stelldichein in der Albert-Zietz-Halle. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es weiter in den Schlosshof. Unter den Klängen der Jagdhorngruppe ritten die Reiterinnen und Reiter mit ihren Jagdhunden in den Schlosshof ein. Dort wurden sie offiziell von Bürgermeister Michael Trzybinski begrüßt. Er dankte den Verantwortlichen dafür, dass die traditionelle Schleppjagd auch in diesem Jahr wieder in der landschaftlich reizvollen Umgebung in und um Schillingsfürst stattfinden konnte.
„Mit der heutigen Veranstaltung können wir neben unserem Heimatfest den Teilnehmenden und Besuchern und Besucherinnen ein weiteres Highlight bieten“, so Trzybinski. Er überbrachte die Grüße des Hausherrn, Fürst Constantin zu Hohenlohe-Schillingsfürst. Er beglückwünschte und dankte Christine Wägelein für ihre Bereitschaft, die Jagdherrschaft und damit die Organisation zu übernehmen. Sie reite seit ihrer Jugend Schleppjagden und habe sich besonders bei und für die Frankenmeute engagiert.
Mit der Veranstaltung leisteten Mensch und Tier gemeinsam einen Beitrag dazu, den höchsten Punkt der Frankenhöhe und sein Umland positiv zu präsentieren, sagte Trzybinski. Sein besonderer Dank galt der Schlossverwaltung, den Landwirtinnen und Landwirten, dem städtischen Bauhof sowie allen Helferinnen und Helfern vor und hinter den Kulissen.
Pfarrer Martin Bek-Baier von der Pfarrei Tauber-Wörnitz übernahm anschließend die Segnung der Reiterinnen und Reiter sowie ihrer Tiere. „Im Leben ist es wie auf einer Schleppjagd. Wir alle wollen im Geiste Gottes die richtige Fährte und damit die richtigen Begleiter finden“, sagte Pfarrer Bek-Baier in seiner Ansprache.
Für die diesjährige Strecke entschieden sich die Organisatoren für eine Route südlich um Schillingsfürst. Der Ritt führte über die Ortsteile Oberwörnitz, Riedenberg und Bersbronn über Felder, Wiesen und Fluren bis nach Dombühl. Entlang der Strecke waren immer wieder Hindernisse und kleinere Parcours aufgebaut, die von den Teilnehmenden mit Geschick überwunden wurden.
Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer begleiteten das Geschehen entlang der Strecke mit ihren Fahrzeugen und feuerten die Reiterinnen und Reiter an. Ein Führungsfahrzeug wies dabei den Weg.
Auf der Anhöhe westlich des Ortsteils Ziegelhütte fand das sportliche Ereignis mit dem traditionellen Curée seinen feierlichen Abschluss. Bei dieser Zeremonie werden die Hunde am Ende der Schleppjagd symbolisch mit Rinderpansen für ihre Leistung belohnt.