Dass Katzen und Katern, die Freigang gewohnt sind, hin und wieder etwas zustößt oder sie verschwinden, das gehört zum Risiko eines Haustierbesitzers dazu. Dass nun aber rund 30 Katzen innerhalb kürzester Zeit auf mysteriöse Art und Weise verschwinden, wirft Fragen auf. Genau das ist zuletzt in Neustadt und dem Uffenheimer Raum passiert.
Das Wohngebiet am Schnerrer, Geißbuck und Hampfergrund in Neustadt ist eine 30er-Zone. Hier wirkt es idyllisch, sehr ansehnliche Häuser und begrünte Anlagen prägen das Bild. Flaniert man durch die Straßen und sieht genauer hin, fallen Plakate ins Auge: Klein und etwas verloren sieht einem auf einer Vermisstenmeldung der getigerte Ludo entgegen. Der Kater wird seit dem 28. August vermisst.
Im Postleitzahlengebiet 91413 (Neustadt) sind laut Tasso – eine Tierschutzorganisation, bei der Haustiere registriert werden können – 15 Katzen und Kater seit Februar 2024 einfach verschwunden. Mysteriös dabei ist, dass dies spurlos geschah. Von keinem der Tiere gibt es ein Lebenszeichen oder auch einen Todfund. Etliche Haustierbesitzer suchen bis heute und wandten sich auch schon an die Neustädter Polizeidienststelle, die allerdings ohne konkreten Anhaltspunkt keine Ermittlung einleiten kann, wie es aus der Inspektion heißt.
Ähnlich verhält es sich mittlerweile auch im Postleitzahlengebiet 97215 des Uffenheimer Raums. Von dort wurden unserer Redaktion telefonisch ebenso eine Reihe plötzlich abgängiger Katzen gemeldet. Mindestens elf Tiere verschwanden demnach allein am vergangenen Wochenende laut Aussage einer Zeugin im Simmershöfer Ortsteil Hohlach, im Gebiet rundherum werden weitere Tiere vermisst. Auch hier kann die Bad Windsheimer Polizei aufgrund fehlender Ermittlungsansätze nicht agieren und den Besitzerinnen und Besitzern bleibt nur, selbst nach den Tieren zu suchen.
In ihrer Not wandten sich Besitzerinnen und Besitzer auch an die örtlichen Tierschutzvereine und die Katzenhilfe Würzburg. Diese konnten zwar zu den verschwundenen Haustieren bislang ebenfalls noch keine konkreten Anhaltspunkte herausfinden, stellten aber auf Nachfrage unserer Redaktion mögliche Theorien zum Grund des Verschwindens auf.
„Zuerst einmal ist es möglich, dass Katzenhasser Tiere bewusst vergiften oder einfangen und weitab ihres Jagdgebietes wieder aussetzen. Auch von organisierten Katzenfängern, welche die Tiere mit Kastenwagen und Lockstoffen einfangen, um sie woanders zu veräußern, haben wir gehört.” Allerdings sei der Katzenhilfe selbst so ein Fall bislang noch nicht untergekommen. „Dennoch raten wir dringend dazu, Freigänger zu kastrieren. Zudem hole ich meine Katze herein, wenn es draußen dunkel ist, damit sie in der Nacht in Sicherheit ist”, empfiehlt Jutta Beißel, Vorsitzende der Katzenhilfe Würzburg.
Die Gründe für ein Verschwinden von Katzen können viele Ursachen haben. Unkastrierte Tiere legen auf der Suche nach einem Partner oftmals viele Kilometer zurück und finden danach nicht mehr zurück nach Hause. Auch geraten die Samtpfoten mitunter in missliche Situationen wie Hinterhöfe, Garagen, Keller oder dergleichen, aus denen sie alleine nicht mehr herausfinden. Stark befahrene Straßen und Gleise stellen ebenfalls große Gefahrenquellen dar.
Können die Kater und Katzen mithilfe von Mini-Kameras nicht überwacht werden, so ist es schwer nachvollziehbar, wohin sie ihre Ausflüge führen. Freiwillig verschwanden die vielen Samtpfoten aus Neustadt und Uffenheim aber wohl nicht. Die Tierschutzorganisationen rät allen Katzenbesitzern in den betroffenen Bereichen zu vermehrter Vorsicht.