Für mehrere Wochen hatte Neustadts verhülltes Rathaus an ein Christo-Kunstwerk erinnert. Überpünktlich zur Kirchweih wurde gestern nach der Sanierung der Fassade auf der Seite des Marktplatzes das Stadtwappen wieder feierlich enthüllt. Bürgermeister Klaus Meier freute sich, dass das Schmuckstück von Neustadts guter Stube aufpoliert worden ist. Peter Pabst hatte das Stadtwappen bemalt.
Die Kosten der Gesamtrestaurierung belaufen sich auf rund 310.000 Euro, verteilt auf zwei Haushaltsjahre, informierte Meier bei einem Pressetermin. Die Seite zur Bamberger Straße hin soll nach dem Heimatfest in Angriff genommen werden.
Die Rathaus-Fassade wurde nicht nur optisch, sondern auch technisch wieder instandgesetzt. Gelockerte Steinbrocken, denen sogar ein Absturz drohte, mussten dringend saniert werden, betonte der Bürgermeister. Der Sockelbereich war durch Streusalz und Forst geschädigt, so dass die Natursteinelemente aus Sandstein erneuert werden mussten – nicht nur aus optischen Gründen.
Die letzte große Rathaussanierung führt immerhin in die 1980er Jahre zurück. Allerdings waren seinerzeit handwerkliche Fehler gemacht worden. Im April 2024 beschloss der Stadtrat deshalb eine neuerliche Restaurierung. Die Arbeiten waren ausgeschrieben worden – und glücklicherweise erhielten Neustädter Firmen den Auftrag, da sie am wirtschaftlichsten waren.
„Die Zusammenarbeit hätte besser nicht laufen können“, betonte Meier immer wieder. Er dankte dem Malerbetrieb Peter und Raphael Kilian, dem Steinmetzbetrieb Zeussel und Metallbau Gerhard Rieder. Auch die Gerüstbaufirma Jakob und die Firma Guckenberger mit den Dachdecker- und Spenglerarbeiten „leisteten hervorragende Arbeit“. Ein ausdrücklich großes Lob ernteten ebenso die Mitarbeiter aus dem Stadtbauamt – namentlich Leiter Gerald Schorr und Frank Maes sowie Sachgebietsleiter Gerhard Hofmann.
Maes, Mitarbeiter des Stadtbauamtes und selbst Steinmetzmeister, erklärte vor der Enthüllung die ausgeführten Arbeiten. Rein zufällig hatte man bei einem Rathausrundgang die maroden Stellen entdeckt. Steine bröckelten. Farbe blätterte ab. Es musste etwas geschehen. Deshalb wurde die Fassade mit einem Hubwagen abgefahren, um die kaputten Stellen genauer zu analysieren.
Unter anderem lose Putzstellen und Grünspan waren entdeckt worden. „Die Decke in den Arkaden bröselte und am Sockel um das Gebäude war auch nicht mehr viel zu retten.“, Rund 150 Natursteine mussten neu verbaut werden. Der Kalk wurde aus den Fugen genommen, die Fugen komplett erneuert, erklärte Maes.
„Wir haben jetzt einen sauberen Fugenschnitt.“ Teilweise musste viel Material – beispielsweise ganze 14 Zentimeter des Putzes – abgenommen werden, um auf einen tragfähigen Untergrund zu kommen. Es wurden – eigentlich später eingeplante – Unterhaltungsarbeiten schon miterledigt, die 20.000 Euro kosteten. Fenster und Türen wurden gestrichen, Gitter lackiert. Auch die Blumenhalter an den Fenstern wurden auf Schorrs Anregung hin mit schönen Metallstangen aufgehübscht.
Maes zeigte sich ebenfalls erfreut, dass alles so reibungslos gelaufen sei. Den Worten schloss sich Bauamtsleiter Gerald Schorr an: Es habe zwar keine Fördermittel von der Denkmalpflege gegeben, aber der Stadt sei es jeden Cent wert gewesen, dass das Wahrzeichen Neustadts wieder neuen Glanz erhält. Im Rahmen der kleinen Feierstunde wurde nun symbolisch das Stadtwappen enthüllt. „Es ist das Sahnehäubchen der Aktion gewesen“, sagte Klaus Meier.