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Veröffentlicht am 05.06.2024 08:00

In Herrieden grasen blaue Schafe für Europa

Fünf auffällig blaue Schafe zieren den Vorgarten von Johann Buckel in Herrieden. Ein Kunstprojekt, das in ganz Europa auf ein friedliches Miteinander hinweist. (Foto: Johann Buckel)
Fünf auffällig blaue Schafe zieren den Vorgarten von Johann Buckel in Herrieden. Ein Kunstprojekt, das in ganz Europa auf ein friedliches Miteinander hinweist. (Foto: Johann Buckel)
Fünf auffällig blaue Schafe zieren den Vorgarten von Johann Buckel in Herrieden. Ein Kunstprojekt, das in ganz Europa auf ein friedliches Miteinander hinweist. (Foto: Johann Buckel)

Hamburg, Hannover, Hamm – und Herrieden: An zahlreichen Orten in ganz Europa stehen leuchtend blaue Schafe. Dahinter steckt eine Kunstaktion, die Denkanstöße zu Frieden und Einigkeit in Europa geben soll. Eine dieser Blauschafherden steht im Vorgarten von Johann Buckel in Herrieden.

Bei einem Urlaub in Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz, ist Buckel auf das Projekt aufmerksam geworden. „Es war die Einfachheit von Schafen, die einen Platz auf einer öffentlichen Grünfläche haben“, erzählt der Inhaber der Decima Kunst- und Buchhandlung. „Es war einfach ein Blickfang.“ Also forschte er im Internet nach und informierte sich über die Hintergründe der Kunstaktion.

Unbekannte beschädigten die Tiere

Ins Leben gerufen wurde sie von Rainer Bonk, der unter dem Künstlernamen „Der Blauschäfer“ agiert. Die Aktion steht symbolisch für Zusammenhalt und Vielfalt in Europa. „In einer Herde gehören alle zusammen, dennoch bewegt sich jeder frei und hat seine eigene Blickrichtung“, steht auf der Internetseite der Aktion. Blau, da es die Farbe der Europäischen Union und der UNO ist. Inzwischen sind die Schafe in Städten und Gemeinden in ganz Europa zu finden – unter anderem vor dem EU-Parlament in Straßburg.

Diese Gedanken haben dem Herrieder Buckel imponiert. Schon im November 2019 kaufte er sich ein paar der Schafe. Er stellte sie zuerst bei einer Ausstellung in seiner Galerie aus.

Dann zog die Herde weiter. Sie sollten an einen Platz kommen, an dem sie mehr Menschen sehen. Am Tag vor der russischen Invasion in die Ukraine installierte Buckel das Kunstwerk vor der Realschule in Herrieden. Ein Zufall, wie er heute feststellt, dass die Friedensherde ausgerechnet vor diesem historischen Ereignis umzog.

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Etwa ein halbes Jahr später beschädigten Unbekannte die Schafe. Beine wurden abgeknickt oder abgerissen, erinnert Buckel sich. Er holte seine Schäfchen also wieder nach Hause. Mit Spachtelmasse und Lack restaurierte er die Figuren. Mehre Tage Arbeit steckte Buckel rein. Seit rund einem Jahr stehen sie nun in seinem Vorgarten. Und besonders jetzt, kurz vor der Europawahl, gewinnt für ihn der Gedanke hinter dem Projekt wieder an Relevanz. Viele Leute gehen täglich an der blauen Herde vorbei. Doch in Buckels Garten werden die Schafe nicht nur angeschaut: „Die Kinder der gesamten Straße erfreuen sich an ihnen“, erzählt er stolz. Sie dürfen sich dann auch mal auf ein solches Schaf setzen. So wird das Kunstprojekt, das für Zusammenhalt in Europa steht, kurz vor den Wahlen wirklich erlebbar.

Weitere Informationen zu dem Kunstprojekt sind auf der Homepage www.der-blauschaefer.de zu finden.


Antonia Müller
Antonia Müller
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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