In Frankfurt bei Markt Taschendorf gibt es eine kleine Feuerwehr, die in ihrem mehr als 100-jährigen Bestehen bereits einige Stolpersteine aus dem Weg schaffen musste. Doch Aufgeben war keine Option. Nun nimmt sie richtig Fahrt auf.
Seit Hans-Jürgen Gareis Kommandant in Frankfurt im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ist, kämpft er für den Erhalt seiner Feuerwehr, denn um die stand es lange Zeit nicht wirklich gut. Viele wichtigen Ausrüstungsgegenstände fehlten – und so war die kleine Ortswehr zuletzt nicht mehr einsatzbereit. Es scheiterte beispielsweise an einem fehlenden Funksirenenempfänger, mit dem die Feuerwehr überhaupt alarmiert werden kann. Aber selbst wenn dieser vorhanden gewesen wäre, hätten sie nur ihr veraltetes Feuerwehrauto gehabt, mit dem sie keine große Hilfe hätten leisten können.
Nachdem das in die Jahre gekommene Feuerwehrauto durch ein neueres Modell ausgetauscht worden war, erfolgte im September 2023 die Beschaffung eines gebrauchten Sirenensteuerempfängers, von Funkgeräten und weiterem Zubehör. Aktuell nehmen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Eigenregie einige Verbesserungen im alten Bestandsgebäude vor.
Und auch die Mitgliederzahlen steigen. Waren es 1999 zehn aktive Mitglieder, so sind es heute 27, von denen einige richtig gut ausgebildet sind. Neben den fünf Gruppenführern und sechs Maschinisten, die alle die Grundausbildung mit dem Namen „Modulare Truppausbildung“ besitzen, haben drei als „Leiter einer Feuerwehr” die Voraussetzungen zum Kommandanten. Zudem finden sich ein Jugendwart, ein Gerätewart, ein Atemschutzleiter und je ein Verantwortlicher für psychologische Nachsorge (PSNV) und die übergeordnete Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UGÖEL) in den Reihen der Wehr, berichtet Gareis stolz.
Seit kurzem gibt es auch eine Kinderfeuerwehrgruppe für Frankfurt und Birkach. Immer montags treffen sich Sabrina Ranft und Stefanie Weiner mit ihren 13 Schützlingen der Kinderfeuerwehr. Beide sind bestens gerüstet für ihre Aufgabe. Sie haben die Juleica-Ausbildung, in der man grundsätzliche Fähigkeiten erlernt, die für die Kinder- und Jugendbetreuung wichtig sind, und als zusätzliche Hilfestellung einen Ordner des Landesfeuerwehrverbandes.
In ihren Gruppenstunden vermitteln sie nach dem erlebnispädagogischen Konzept spielerisch die Fähigkeiten, die für die Feuerwehr wichtig sind. Mit immer neuen Ideen begeistern sie nicht nur die Kinder bei den Gruppenstunden. „Die machen das ganz toll“, schwärmt Gareis, der sich auch bei den Gruppenübungen umsieht.
Die Nachwuchsförderung und somit der Erhalt der kleinen Ortswehr sind ihm wichtig. Denn im besten Fall wechseln die Kinder mit zwölf Jahren in die Jugendfeuerwehr und gehen mit 18 Jahren zu den aktiven Mitgliedern der Feuerwehr.
Ein wichtiger Aspekt, der in einer Gruppenstunde behandelt wurde, war zuletzt die richtige Anwendung der Ersten Hilfe. Nach einer Stunde mit praktischen Übungen, wie beispielsweise stabile Seitenlage, erfolgte in einer weiteren Stunde die Besichtigung eines Krankentransportwagens vom Katastrophenschutz des Freistaates Bayern mit Robin Endres und Daniel Hack an Bord.
Die Kinder durften im Wageninneren viele Dinge ausprobieren und konnten viele Fragen stellen. Die Frankfurter Feuerwehrzukunft, mittlerweile sieht sie rosig aus.