Schnelles Internet für alle mit einer Datenübertragungsrate von 1000 Mbit in der Sekunde ist das Ziel. Dafür nutzt die Marktgemeinde zwei verschiedene Förderverfahren. Außerdem wird der Telekommunikationsanbieter Glasfaser Plus in Bereichen des Kernorts eigenwirtschaftlich tätig.
Bereits in diesem Monat fällt der Startschuss für den Anschluss der Anwesen, deren Versorgung durch die Gigabitrichtlinie des Freistaats Bayern gefördert wird, informierte Bürgermeister Rainer Erdel in der Bürgerversammlung.
Zusätzlich zu den alten und vergleichsweise langsamen Kupferkabeln werden schnelle Glasfaserleitungen bis an die Grundstücksgrenzen verlegt – auf Wunsch der Eigentümer auch bis in die Häuser. Die Überlandleitungen bis zu den Verzweigungskästen in den Ortsteilen hatte die Gemeinde bereits Ende 2016 und 2022 legen lassen und dafür ebenfalls Landesförderprogramme genutzt.
Die neue Ausbaustufe betrifft nun 1263 Adressen im Kernort und in allen Ortsteilen außer Lentersdorf und Höfen, Methlach, Walburgswinden, Neudietenholz, Teilen des Kernorts und einigen abgelegenen Anwesen, die bereits Glasfaserleitungen haben. In Kleinhaslach und Teilen der Greifvogelsiedlung ist die Datenübertragungsrate ebenfalls zu gut, um nach der Gigabitrichtlinie gefördert zu werden. Infrage kommen nämlich nur bislang unterversorgte Gebiete, in denen private Nutzer mit einer Geschwindigkeit von maximal 100 Mbit und gewerbliche Nutzer mit 200 Mbit in der Sekunde im Internet unterwegs sind. Die Wirtschaftlichkeitslücke beträgt aufgrund der ländlichen Lage für die Telekommunikationsanbieter nach aktuellem Stand 4,1 Millionen Euro. Damit auch dörflich strukturierte Gegenden nicht leer ausgehen, schießt der Freistaat 90 Prozent zu. Den Rest trägt die Kommune. Für die Anwohner ist der Anschluss kostenfrei, und zwar ganz egal, ob sie einen Vertrag mit einem Telekommunikationsanbieter abschließen oder nicht. Sie müssen den Anschluss allerdings innerhalb einer Frist beantragen.
Dies führt gelegentlich zu Unmut in der Bürgerschaft, da sich Bewohner aus Straßen, in denen der Ausbau eigenwirtschaftlich erfolgt, benachteiligt sehen. Denn hier ist ein Vertragsabschluss vorausgesetzt. In diesen Bereichen kann der Telekommunikationsanbieter außerdem auch ablehnen, wenn sich in einer Straße oder Siedlung nicht ausreichend Kunden melden.
Dieses Problem beschäftigte auch Teilnehmer der Bürgerversammlung, die sich gern ans Glasfasernetz anschließen lassen würden. Eine konkrete Lösung konnte Bürgermeister Erdel allerdings nicht anbieten. Eigenwirtschaftlich angeschlossen werden unter anderem große Teile der Hochhaussiedlung und Siedlungen an der Schule und An der Steige, die Leonrodstraße, die Martin-Renz-Straße, Teile der Talstraße und Nürnberger Straße, der Ortskern am Rathaus, die Langenzenner Straße, Am Weinberg, die Albrecht-Dürer-Straße und die Richard-Wagner-Straße.
Informationen über Vertragsangebote gab es Anfang des Jahres unter anderem bereits in einem Telekom-Infomobil, das am Rathaus Station machte. Auch in den Siedlungen waren Berater unterwegs. Ein Anwohner der Leonrodstraße wies seine Mitbürger in der Bürgerversammlung darauf hin, dass es möglicherweise nachteilig sein könne, sich auf ein Haustürgeschäft einzulassen. „Wenn man den Vertrag über das Internet abschließt, erhält man unter anderem einen Online-Bonus und kommt deutlich günstiger weg“, berichtete er und riet, Angebote genau zu prüfen und zu vergleichen.
Gute Nachrichten hatte Breitbandpate Klaus Scheiderer im Nachgang der Bürgerversammlung für alle, die aktuell weder eigenwirtschaftlich noch nach der Gigabitrichtlinie versorgt werden. Denn um auch die Bereiche anzuschließen, die bereits mit höheren Datenübertragungsraten surfen – wie der Ortsteil Kleinhaslach – soll ein weiteres Förderprogramm des Bundes genutzt werden. Auch hier gibt es 90-prozentige Förderung. Der Antrag wurde bereits gestellt. Die förderfähigen Adressen werden aktuell ermittelt.