Nur in einem Schaltjahr kann Gabi Fränkel ihren Geburtstag am korrekten Datum feiern, denn den 29. Februar gibt es nur alle vier Jahre. In diesem Jahr ist er deshalb ein besonderer Tag für sie.
Zudem steht sogar ein runder Geburtstag an: 60 Jahre alt wird die ehemalige Ansbacherin, die seit rund drei Jahren in Burgoberbach lebt und in einem Ansbacher Bekleidungsgeschäft arbeitet. Wenn sie nur in Jahren altern würde, in denen es einen 29. Februar gibt, wäre Gabi Fränkel heute ein 15-jähriger Teenager.
An welchem Tag feiert sie ihren Geburtstag in Jahren ohne dieses Datum? In der Angelegenheit habe sich damals ihre Mutter durchgesetzt, berichtet sie. „Meinen Geburtstagstisch habe ich immer am 28. bekommen, weil sie gesagt hat: Du bist am letzten Tag im Februar geboren – und das ist entweder der 28. oder der 29.“.
Tatsächlich ist unter ihren Bekannten niemand, der ebenfalls an diesem besonderen Tag geboren wurde. „Aber ich hatte eine Arbeitskollegin, bei deren Mann geschummelt worden ist“, verrät sie mit einem Schmunzeln. Kurzerhand wurde die Uhrzeit seiner Geburt ein klein wenig nach hinten geschoben, und man notierte den 1. März. „Das wäre bei meiner Mama nicht gegangen.“ Schließlich kam die kleine Gabi schon am Nachmittag gegen 14.15 Uhr auf die Welt. Eine Verschiebung um mehrere Stunden wäre da aufgefallen.
„Ich war 1964 im Ansbacher Krankenhaus die Einzige, die an diesem Tag geboren wurde.“ Die Väter durften zu jener Zeit noch nicht bei der Geburt dabei sein, und auch Handys gab es noch nicht. Als ihre Mutter am Abend immer noch nichts von ihrem Mann gehört hatte, fragte sie beim Krankenhauspersonal nach: „Haben Sie eigentlich meinen Mann angerufen? Der rührt sich gar nicht.“
Die Reaktion war blankes Entsetzen: „Um Gottes Willen. Den haben wir vergessen, anzurufen.“ So kam es, dass der frisch gebackene Vater erst Stunden später von seinem Glück erfuhr.
Als kleines Kind verstand Gabi Fränkel noch nicht, was dieses besondere Geburtsdatum bedeutet. Später sei es dann „schon komisch“ gewesen, erinnert sie sich. Auch den einen oder anderen blöden Spruch musste sie sich im Lauf der Jahre anhören. Zum Beispiel: „Alles Gute zum Geburtstag, aber du hast ja eigentlich gar nicht.“ Auch wenn die Glückwünsche vielleicht witzig gemeint waren – als Kind trafen sie solche Worte. Etwas anmerken ließ sie sich aber nicht. Ihr jüngerer Bruder wurde an einem ganz normalen Datum geboren. Neidisch sei sie nie gewesen, weil sein Geburtstag so viel häufiger im Kalender stand als ihrer – ein wenig traurig aber schon.
Kam dann endlich wieder ein Schaltjahr mit einem 29. Februar, war das „schon etwas Besonderes“. Wenn das eigene Geburtsdatum nur alle vier Jahre existiert, „dann freust du dich ganz anders auf den Geburtstag. Ich glaube, man sieht den Tag mit mehr Wertschätzung“, meint sie. „Es ist anders, weil du dann wirklich Geburtstag hast. Du bist genau an diesem Tag geboren.“
Sie kann deshalb auch gar nicht nachvollziehen, wenn jemand über seinen Geburtstag mault. Als Jugendliche habe sie sogar einmal zwei Tage lang gefeiert – „28. Februar und 1. März, da kannst du nichts falsch machen“.
Welcher ihrer vergangenen 59 Ehrentage war ganz besonders für sie? „Als mein jetziger Mann mir 2016 an meinem Geburtstag einen Heiratsantrag gemacht hat“, erzählt sie und lacht. Außerdem hatte er gemeinsam mit ihren beiden Töchtern ein Überraschungsfest organisiert, von dem sie gar nichts geahnt hatte. Das war ebenfalls in einem Schaltjahr.
Auch zu ihrem runden Geburtstag haben sich ihre Lieben ein ganz besonderes Geschenk einfallen lassen. „Ich bekomme eine Fahrt ins Allgäu mit meinen Kindern und meinem Mann“, freut sie sich. „Was da passiert, da lasse ich mich überraschen.“
Ein weiterer 29.-Februar-Jubilar ist Dominic Treuheit aus Scheinfeld. Er wird heute 48.