Der Tourismusverband Romantisches Franken ist eine Erfolgsgeschichte. Seit seiner Gründung vor 30 Jahren hat er dem Tourismus zwischen Dinkelsbühl und Fürth starke Impulse gegeben. So wurde im letzten Jahr ein Höchststand bei den Übernachtungszahlen erreicht.
„Das Romantische Franken hat sich als Marke etabliert“, stellte der Vorsitzende, Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig, in der Mitgliederversammlung fest. Die Verdoppelung der Übernachtungszahlen auf mehr als 1,8 Millionen sei überzeugend.
Ludwig erinnerte in seiner Begrüßung an die Anfänge des Verbands, der aus dem Zusammenschluss der Gebietsausschüsse „Rangau“ und „Land an der Romantischen Straße“ entstanden ist. Mit der Fusion verschwanden die Kreisverkehrsämter. Die Geschäftsstelle wurde in Colmberg eingerichtet. „Geburtshelfer“ sei vor allem der heutige Ehrenvorsitzende Dr. Jürgen Walchshöfer gewesen, erklärte Landrat Ludwig.
Mit neuer Satzung und Leitbild sei die Neuausrichtung gelungen: die Attraktivität von historischen Städten und naturnaher Erholung zu verknüpfen. Zudem sei der Verband mit dem Schwerpunkt Radtourismus frühzeitig auf dem „richtigen Pfad“ gewesen und profitiere jetzt vom E-Bike-Boom.
Auch die Gastronomie und Hotellerie habe viel investiert. Die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Franken, Angelika Schäffer, bezeichnete den Tourismus als „enormen Wirtschaftsfaktor“. Die Investitionen kämen auch der heimischen Bevölkerung zugute. Das Team in der Geschäftsstelle Colmberg stelle „täglich unter Beweis, dass die Gründung des Romantischen Franken richtig war“, sagte sie.
Seit der ersten Stunde ist Regina Bremm Geschäftsführerin des Tourismusverbands und Chefin eines fünfköpfigen Teams. Dessen Aufgaben sind im Laufe der Jahre mit der Entwicklung der Kommunikationstechnik gewachsen. Zwar sind Urlaubsmagazin, Prospekte und Kartenmaterial noch immer stark gefragt und wurden vergangenes Jahr mehr als 13.000 Mal verschickt. Doch die Beiträge in den sozialen Medien und der zweiwöchentlich verschickte Newsletter werden laut Regina Bremm immer wichtiger.
Das Internetportal sei ein stark frequentiertes Medium, das einen Überblick über alle Freizeitangebote gebe. Auch vernetze es die Menschen in der Region – etwa über den Veranstaltungskalender.
Als „absolutes Muss“ nannte Bremm die Möglichkeit der Online-Buchung von Unterkünften. Leider seien noch nicht alle Betriebe dabei. In 2024 sei die Zahl der online gebuchten Übernachtungen um fast 27 Prozent gestiegen. Auch Erlebnisangebote und Fahrradverleih würden zunehmend digital angefragt.
Als Besonderheit hob die Geschäftsführerin die Zusammenarbeit mit der Hochschule Ansbach hervor. Studierende erstellten unter dem Titel „Hidden Places“ (verborgene Orte) Videos von Kleinoden im Tourismusgebiet.
Im laufenden Jubiläumsjahr gibt es zwei zusätzliche Angebote: 30 ausgearbeitete Tipps für einen schönen Tag sowie einen „Touristiker-Pass“, der kostenlosen Eintritt zu 30 touristischen Angeboten gewährt.
Mit 1,808 Millionen Übernachtungen hat das Romantische Franken im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Zugpferde waren die Städte Rothenburg und Dinkelsbühl, wobei letztere Verluste verzeichnete.
Laut Schäffer vom Tourismusverband Franken sind in den ersten Monaten dieses Jahres „einige Rückgänge“ bei den Übernachtungszahlen zu verzeichnen. Auch würden weniger Gästebetten angeboten. „Wir wissen aber noch nicht, wie sich das Tourismusjahr entwickeln wird“, sagte sie.
Der Verein Romantisches Franken mit seinen 60 Mitgliedern will in diesem Jahr mit einem Etat von 349.000 Euro arbeiten, wobei die Umlage der beteiligten Landkreise und Städte sich nicht verändern soll.
Die Personalkosten würden ohnehin vom Landkreis Ansbach übernommen und tauchten im Haushalt nicht auf.
Anlässlich des Jubiläums hat der Tourismusverband seine Mitgliederversammlung in Heilsbronn abgehalten, wo die Gründung am 17. Juni 1994 vollzogen worden war.