Mühlen faszinieren. Die Technik ist so vielseitig wie die Anforderungen an das Mahlwerk. Über Jahrhunderte hat sich das Handwerk entwickelt, auch in der Region. Unter dem Motto „Mühlenerlebnis Mittelfranken“ können historische Mühlen nun in Bad Windsheim neu entdeckt werden.
Und das gleich im doppelten Sinn. Im Fränkischen Freilandmuseum, das neben der Unterschlauersbacher Getreidemühle auch die Ölmühle aus Königshofen im Spessart von 1810 im Bestand hat, ist vom 1. Oktober bis zum 27. November eine Mühlenausstellung im Ambiente der Mühle aus Unterschlauersbach zu sehen.
Im Obergeschoss der Mühle, die 1576 erbaut wurde, ist die Ausstellung zu sehen. Sie beschäftigt sich auf sechs Informationstürmen mit dem Müllerhandwerk, der Geschichte der Mühlen, mit Rohstoffen und Mühlentechnik, aber auch mit der wirtschaftlichen Bedeutung der Mühlen in der Region.
Die Wanderausstellung „Mühlenerlebnis Mittelfranken“ zeigt den Besuchern eine Vielzahl an Inhalten aus den Bereichen Geschichte, Ernährung, Naturwissenschaften, Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung. Am Entwurf und der Konzeption sind drei Lokale Aktionsgruppen (LAG) beteiligt, die LAG Aischgrund, die LAG Aktionsgruppe Romantische Straße und die Leader Region Landkreis Fürth.
Zu den Mühlen im Aischgrund zählen die Lonnerstädter Kunstmühle, die Aischmühle bei Illesheim und die Roßmühle in Burgbernheim. Weitere Mühlen, die in der Region der Romantischen Straße beheimatet sind oder waren, sind beispielsweise die Herrnmühle bei Rothenburg oder die Windmühle von Neustett. Schließlich runden Mühlen im Zenngrund, beispielsweise die Kohlersmühle in Seukendorf oder die Rummelsmühle bei Wilhermsdorf die Informationen ab.
Sie alle werden in einer 80-seitigen Informationsbroschüre vorgestellt – in Wort und Bildern. Neben den Erläuterungen zu den einzelnen Bauwerken gibt auch einiges über die Mühlen im Wandel der Zeit von den Anfängen bis heute zu erfahren. Spannend ist die Sozialgeschichte der Müller. Die Namen der Bewohner lassen sich so vom Anfang des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen.
Dem uralten, vielseitigem Handwerk ist ein Kapitel gewidmet. Leider ist zum Leben eines Müllers wenig bekannt. Geschuldet ist das den kaum vorhandenen Berichten über deren Tätigkeit. „Mahlen, Reparieren, Instandhalten, Stall-, Feld- und Gartenarbeit, Haushalt … Die Abläufe auf der Mühle sind mannigfaltig, streng geregelt und lassen wenig Raum für eigene Wünsche. Daher gibt es kaum Berichte über den Arbeitsalltag“, heißt es in der Broschüre.