Bayern wird ein Schwerpunkt des von der IG Metall angekündigten bundesweiten Protesttags gegen Stellenabbau und Werksschließungen in der Autoindustrie: Am kommenden Montag sind in über 50 Betrieben im Freistaat Aktionen geplant, wie die Gewerkschaft in München mitteilte. Öffentliche Veranstaltungen soll es unter anderem in Ingolstadt, München und Nürnberg bei Audi, BMW und Bosch geben. In vielen Firmen sollen die Protestaktionen jedoch intern und nicht öffentlich stattfinden. Die Proteste kommen kurz vor Beginn der diesjährigen Tarifverhandlungen in der Metallindustrie, die Stimmungist gereizt.
Der Ton ist vorher schon unfreundlich. IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott machte die Unternehmensleitungen für die schlechte Lage der Autohersteller und ihrer Zulieferer verantwortlich: „Durch Trägheit und katastrophale Fehlentscheidungen haben die meisten Manager Entwicklungen in der E-Mobilität, Digitalisierung und Batterietechnik verschlafen und so die deutsche Auto- und Zulieferindustrie ins Hintertreffen bugsiert.“
Die verärgerte Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Es ist für uns nicht nachzuvollziehen, warum die IG Metall den Arbeitgebern die Schuld für eine nicht selbst verantwortete Krise gibt“, sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer des Metallarbeitgeberverbands vbm. „Das ist ein unverhältnismäßiger Tonfall zum Auftakt der Tarifrunde 2026.“ Brossardt verwies stattdessen auf internationale Handelskonflikte, politischen Stillstand und wachsende internationale Konkurrenz, die „zum Teil unfair“ sei. Letzteres bezieht sich insbesondere auf die von der Pekinger Führung nach Kräften geförderte Exportoffensive der chinesischen Industrie.
Bayern ist neben Baden-Württemberg und Niedersachsen eines der Bundesländer, in denen die Autoindustrie eine große Bedeutung hat. Die IG Metall fordert unter anderem Investitionen in die heimischen Standorte und den Erhalt der 35 Stunden-Woche. In Nürnberg und München sind größere Kundgebungen geplant. In Ingolstadt lädt der Audi-Betriebsrat zu einer öffentlichen „Sprechstunde“, an der demnach unter anderem Oberbürgermeister Michael Kern (CSU) und Jürgen Kerner teilnehmen wollen, der zweite Bundesvorsitzende der IG Metall.
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