Die Bürgerinnen und Bürger in Bad Windsheim sind dazu aufgefordert, die Zukunft ihrer Stadt mitzugestalten. Möglich wird dies aktuell durch das Projekt „ISEK Bad Windsheim 2040”. Ab sofort und bis einschließlich 31. März kann man Wünsche und Anregungen über eine interaktive Ideenkarte mitteilen.
ISEK steht für „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept”. Der Fokus liegt dabei auf der Sanierung und Modernisierung von Gebäuden, sowie der Umgestaltung von Straßen und Plätzen oder auch „sonstigen städtebaulichen Verbesserungsmaßnahmen“ Im ISEK sollen mögliche Ziele und Maßnahmen dargestellt und es soll ein Bezug zur Gesamtentwicklung der Gemeinde geschaffen werden. „Das Konzept ist eine Handlungsrichtlinie für uns, die uns die Richtung vorgeben soll”, erklärt Ludwig Knoblach, Stadtbaumeister in Bad Windsheim. Das Ziel ist, die Wünsche und Ideen der Bürger bei Planungen zu berücksichtigen und sie dort gezielt umzusetzen, wo es möglich erscheint.
Welche Stärken hat Bad Windsheim? Welche Schwächen? Wo könnte man was verbessern, verschönern, neu oder umgestalten? Wie soll sich Bad Windsheim weiterentwickeln? Die Bürgerinnen und Bürger dürfen und sollen „alles, was ihnen am Herzen liegt, einbringen”, sagt Knoblach. Und er betont ausdrücklich, dass dieser Aufruf zur Beteiligung keine Alibifunktion habe, nach dem Motto „die beteiligen uns nur, um uns ruhig zu stellen”.
Ganz im Gegenteil. Die Verwaltung hofft auf eine möglichst rege Teilnahme an der Online-Befragung. Schließlich gebe es Knoblach zufolge vermutlich eine Menge Anregungen aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger, die man als Rathaus-Mitarbeiter erst mal nicht zwingend sofort auf dem Schirm habe. Dieser Schatz an Ideen und Wünschen soll nun gehoben werden. Das Ziel ist es, das ISEK mit jenen Personen zu erarbeiten, die in der Stadt aktiv sind und leben. Sie kennen ihre Kommune schließlich am besten.
Ausdrücklich benannt werden dürfen „Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken”, die bei der künftigen städtebaulichen Entwicklung Bad Windsheims berücksichtigt werden sollen. Wer sich beteiligen will, kann dies über eine Internetseite tun, die eigens für das Projekt eingerichtet worden ist. Hier werden zudem laufend Informationen zum Beteiligungsprozess rund um das ISEK bereitgestellt.
Wer sich beteiligen will, kann sich an den verschiedenen Themenkomplexen orientieren, darunter „Siedlungsentwicklung, Bauen und Wohnen”, „Freiflächen, Grün, Klima und Umwelt”, „Daseinsvorsorge, Handel und Wirtschaft”, „Kultur, Freizeit und Tourismus”, „Bildung, Soziales und Gemeinbedarf” sowie „Mobilität, technische Infrastruktur und Energie”. Wer seine Idee keiner dieser Kategorien zuordnen kann, darf sie ins Themenfeld „Sonstiges” schreiben.
Im Anschluss an die erste Phase der Online-Beteiligung ist eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant, die voraussichtlich im Mai/Juni stattfinden wird. Im August/September folgt eine zweite Online-Befragung. Es soll zudem Impulsgespräche mit ausgewählten Akteuren der Stadtentwicklung geben und in den öffentlichen Sitzungen des Stadtrats wird regelmäßig über die Planung informiert. Außerdem wird eine Projektgruppe eingerichtet, die den Planungsprozess begleitet.
Zuletzt war ein ähnliches Entwicklungskonzept in den Jahren 2008 bis 2010 erstellt worden. Es diente seither als Planungs- und Entscheidungsgrundlage für die städtebauliche Sanierung und wurde zur Neuordnung der städtischen Sanierungsgebiete genutzt. Dass es nun eine Fortschreibung des Konzepts geben soll, sei Knoblach zufolge unter anderem wohl darauf zurückzuführen, dass sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Auch müsse man „gemeinsam Lösungen suchen, wie den wirtschaftlichen, sozialen, demografischen, rechtlichen und klimatischen Herausforderungen” städtebaulich zu begegnen ist.
Mit dem Erstellen des ISEK hat die Stadt die Nürnberger Planungsbüros „Topos team” und „Planwerk Stadtentwicklung” beauftragt. Innerhalb von zwölf bis 18 Monaten ist das Konzept zu erstellen. Zum Zwecke der Bestandsaufnahme und -analyse, werden sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den kommenden Wochen und Monaten auch vor Ort umsehen und entsprechende Daten erheben, heißt es.
Der räumliche Schwerpunkt wird voraussichtlich auf der Altstadt und auf dem Gelände der Landesgartenschau (LGS) liegen. Doch im Fokus steht grundsätzlich das gesamte Stadtgebiet, darunter die Kernstadt Bad Windsheim und die Siedlungsbereiche sämtlicher Ortsteile, inklusive innerörtlicher Grün- und Freiflächen. Auf diese Weise sollen über die bereits bestehenden Sanierungsgebiete hinaus thematische und räumliche Schwerpunkte abgeleitet werden.
Wer sich an der Online-Befragung beteiligen möchte, kann dies noch bis einschließlich 31. März hier tun: https://isek-bad-windsheim.mitmachen.app/info