Es ist ein demokratisches Werkzeug, das in Ansbach Premiere feiern soll. Nachdem der erste Anlauf zu einem Bürgerrat mehr oder minder kläglich gescheitert ist, unternimmt die Stadt nun einen neuerlichen Anlauf, 50 Einwohner für eine Art Ideenschmiede zur angedachten Renaturierung der Rezat zu begeistern.
Im ersten Anlauf waren 70 Bürger von der Stadt angeschrieben worden. Davon hatten nach Auskunft der Verwaltung „rund 20 Bürger ihre Teilnahme am Bürgerrat zugesagt“. Zu wenig für ein breitgefächertes Meinungsbild. Deshalb legt die Stadt nun nach: „Aktuell werden 50 weitere Einladungen zum Bürgerrat an ausgewählte Bürger versandt, um die weiteren Plätze zu vergeben.“
Die Auswahl aus dem Melderegister erfolgt per Zufallsprinzip, freiwillige Anmeldungen sind in dem Verfahren ausgeschlossen. „Dabei haben wir uns bemüht, dass Geschlecht, Stadtteil und Altersgruppe entsprechend der Bevölkerungsstruktur vertreten sind“, erklärt die Stadt auf FLZ-Anfrage. „So sollen verschiedene Perspektiven und Lebensrealitäten in den Austausch eingebracht werden.“
Bei dem Bürgerrat, der unter dem Titel „Unsere Rezatauen“ firmiert, sollen sich Einwohner Ansbachs mit der künftigen Gestaltung des Areals an der Rezat zwischen Kasernendamm und Theatersteg „in einer wertschätzenden Atmosphäre“ auseinandersetzen und Ideen entwickeln.
Konkret heißt das: Die moderierten Gespräche finden in kleinen Gruppen statt, nach Vorstellungen der Stadt soll jeder zu Wort kommen und gehört werden. „Am Ende steht Oberbürgermeister Thomas Deffner zu einer Gesprächsrunde bereit.“
Die Stadt setzt darauf, dass alle Teilnehmer durch das Zufallsverfahren und den moderierten Austausch ihre persönliche Perspektive einbringen und die Standpunkte anderer kennenlernen. Am Ende des Klausurtages werden die Ergebnisse den Stadträten und dem Oberbürgermeister übergeben und später in einer öffentlichen Stadtratssitzung allen Interessierten vorgestellt. Die Leitung des Bürgerrates übernimmt laut Stadt ein unabhängiges Büro.