Jede Menge Buben und Mädchen im Schlepptau hatte am Sonntag Jens Edelhäuser beim Räuber-Hotzenplotz-Fest am Ritterspielplatz. Seit acht Jahren schlüpft er in die Rolle des beliebten Schurken mit den sieben Messern, einem Säbel und dem Hut mit rotem Band und Feder. Mit dabei waren auch Wachtmeister Dimpflmoser, Kasperl und Seppl.
Im Festzelt herrschte vor allem um die Mittagszeit riesiger Andrang, wie Reinhold Ebersberger, Präsident der Karnevalsgesellschaft Minnesänger, erzählte. Schon seit Jahren organisiert der Verein die Veranstaltung, die vor allem Familien anlockt. „Die Schlange vor der Essensausgabe hat von 11 Uhr bis 14 Uhr nicht abgerissen“, so Ebersberger. „Der Andrang war richtig gut.“ Er tippte auf rund 2000 kleine und große Besucherinnen und Besucher, über den Tag verteilt.
Hinter und vor den Kulissen waren 35 Frauen und Männer für den Karnevalsverein im Einsatz, der insgesamt 180 Mitglieder hat. Ein wenig Sorge bereitet dem Präsidenten der Nachwuchs. „Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, lässt nach“, stellte Ebersberger fest. Vor allem der Nachwuchs ab einem Alter von 15 Jahren fehle – so gebe es im Moment beispielsweise keine Präsidenten-Garde.
Den Stein ins Rollen brachten für das Räuber-Hotzenplotz-Fest in Wolframs-Eschenbach (Landkreis Ansbach) die Dreharbeiten im Jahr 1974 für den gleichnamigen Film nach dem weltberühmten Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler. „Wir identifizieren uns mit dem Filmdreh in unserer Stadt“, erzählte Ebersberger, der seit 15 Jahren Präsident der Karnevalsgesellschaft ist. Vor sieben Jahren zog die Veranstaltung von der Altstadt auf den Ritterspielplatz – idyllisch vor den Toren von Wolframs-Eschenbach und an der Stadtmauer gelegen.
Neben der Jagd auf den Räuber gab es ein buntes Programm mit Losverkauf, Tanzeinlagen, einer Mit-Mach-Jonglier-Show, einem Malwettbewerb, Spezialitäten vom Grill, Steine bemalen sowie Kaffee und Kuchen. „Für uns als Verein ist das Räuber-Hotzenplotz-Fest wichtig, weil es einen Teil unserer Ausgaben trägt“, erklärte Reinhold Ebersberger. Allein ein paar Schuhe für die Garde koste rund 55 Euro, so der Präsident.